Zeit, sich Gedanken zu machen

Es wird viel nachgedacht, diskutiert und geschimpft, über Menschen, die anders sind. Das war schon immer so und wird vermutlich auch immer so bleiben. Die vielen Flüchtlinge in unserem Land – oft mit anderem Glauben, Überzeugungen und Moral – sind im Augenblick oft Mittelpunkt vieler Gespräche. In die Diskussion über sie, will ich jetzt gar nicht einsteigen.
Was mich wundert: Nur wenige nutzen diese unruhige, ja sogar weltpolitisch angstmachende Zeit dazu einen Blick auf sich selber zu werfen. Wovon sind sie persönlich überzeugt? Woran glauben sie? Woran halten sie sich fest, wenn alles zusammenbricht? Welcher Glaube macht wirklich Sinn und verspricht Hoffnung und Leben ohne dabei über Leichen zu gehen? Ist es nicht an der Zeit über sich selber nachzudenken anstatt über andere? Einfach ist das nicht. Einige Menschen, die ich kenne, haben sich an einem Punkt in ihrem Leben vorgenommen herauszufinden, woran es sich lohnt zu glauben. Gibt es wirklich einen Gott? Eins kann ich Ihnen sagen: Es ist einfacher über andere nachzudenken und zu meckern als über sich selber. Die Suche nach Wahrheit, nach der Wahrheit, kostet mehr als einfach nur zu sagen: „Bleibt mir bloß weg mit der Bibel oder mit diesem Jesus.“ Bei einigen Menschen hat es bereist gereicht alle 4 Evangelien am Stück durchzulesen, um zu merken, dass es wahr ist. Andere besuchen die unterschiedlichsten Gottesdienste, um herauszufinden, was Sache ist. Einen Zwang jeden Sonntag einen Gottesdienst zu besuchen gibt es nicht. Es hat aber einen wichtigen Vorteil, wenn sie nicht nur einmal im Jahr einen zu besuchen: Sie kriegen immer wieder Gedanken mit auf ihren Weg, über die sie nachdenken können. Vielleicht stimmen sie zu. Vielleicht ärgern sie einige Aussagen oder Wörter. Vielleicht sehen sie manches kritisch. Sehr gut. Denn das würden heißen, dass sie über ihren eigenen Glauben am Nachdenken sind. Klar geht das auch, wenn sie alleine in der Bibel oder in anderen Büchern lesen. Gottesdienste oder Talkshows im Fernseher verfolgen sind weitere Möglichkeiten. Der Vorteil am Gottesdienst: Sie können im Anschluss mit anderen darüber ins Gespräch kommen oder den Pastor direkt darauf ansprechen. „Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“, sagt Jesus im Matthäus Evangelium 18,20. Also scheint dort, wo mehrere Menschen im Namen Jesu zusammenkommen, eine ganz besondere Atmosphäre zu herrschen, die sie alleine nicht hinbekommen. Nehmen sie sich doch für 2018 vor, mit Engagement herauszufinden woran sie glauben und woran nicht. Ihr Glaube ist wichtiger als der anderer Menschen. Es geht ja um ihr Leben. Gottesdienstbesuche oder auch Glaubenskurse sind eine sehr gute Möglichkeit ihrem Glauben auf die Spur zu kommen.
Marc Gommlich, Pastor