Zeitreise in Bildern präsentiert

Der Autor Torsten Bachmann präsentierte sein neues Buch im Skylight am Flughafen. (Foto: D. Lange)
Langenhagen (dl). Jüngst stellte der hannoversche Journalist Torsten Bachmann einen Bildband vor, den so bisher noch nicht gab und der zu einer Zeitreise in die Geschichte des Flughafens Hannover-Langenhagen einlädt. Von den ersten Anfängen des Luftfahrtpioniers Karl Jatho auf der Vahrenwalder Heide bis heute. Der Buchtitel lautet: „Der Flughafen in Hannover. Eine Zeitreise in Bildern“. Flughafen-Geschäftsführer Raoul Hille bringt es in seinem Vorwort auf dem Punkt: „Vom geheimen Militärflugplatz zum internationalen Verkehrsflughafen – Was für eine Entwicklung.“ Eine Entwicklung, bei der zeitweise sogar die Pferderennbahn Große Bult in Hannover eine Rolle spielte, wo im Jahr 1910 nicht nur Pferderennen stattfanden, sondern auch erste Flugvorführungen experimentierfreudiger Luftfahrtpioniere. Der erste hannoversche Flugplatz entstand später in der Vahrenwalder Heide, wo Karl Jatho bereits 1903 erste Flugversuche angestellt hatte. Im Ersten Weltkrieg nutzte dann das Militär den Platz zum Auftanken und Reparieren ihrer fragilen Fluggeräte. Da die Alliierten nach dem Krieg jeglichen Flugbetrieb dort verboten hatten, bot sich als Alternative das Flugfeld der hannoverschen Waggonfabrik auf dem Tönniesberg an. In den zwanziger Jahren entwickelte sich schließlich, nach Aufhebung des Flugverbots wieder zurück in Vahrenwald, ein regelmäßiger Linienflugverkehr. Nach dem Zweiten Weltkrieg aber begann die eigentliche Geschichte des Flughafens am heutigen Standort auf dem ehemaligen Fliegerhorst Langenhagen. Einer der alten Hangars wurde zur Abfertigungshalle umgebaut und aus einem Anbau entstand der erste Kontrollturm. Zur Eröffnung des neuen Flughafens am 26.April 1952 landete als erste Maschine eine Douglas DC-3 aus Berlin in Langenhagen mit dem damaligen Westberliner Regierenden Bürgermeister Ernst Reuter an Bord, der damit gleichzeitig die Strecke Hannover-Berlin als die, aufgrund der exponierten Insellage West-Berlins, lange Zeit wichtigste innerdeutsche Flugverbindung eröffnete. Die zunehmende Bedeutung des Messeflugverkehrs und die Entwicklung des Flughafens zu einem der wichtigsten norddeutschen Airports dokumentieren vor allem aber die teils schwarzweißen, teils farbigen Fotografien aus dem Archiv des Airports. Viele dieser Aufnahmen, insbesondere aus den Anfangszeiten in den fünfziger und frühen sechziger Jahren versprühen einen nostalgischen Charme, dem sich der Betrachter von heute kaum entziehen kann. Die rundlichen Formen der Propellerflugzeuge mit den großen Motoren, die Aussichtsterrasse des Flughafenrestaurants mit den heute fast rührend anmutenden Hinweisschildchen „Bitte nicht aufstehen. Sichtbehinderung“, das Innere der Abfertigungshalle, die damalige Mode und viele andere Details am Rande. Das Vorfeld war damals lediglich mit einem niedrigen Jägerzaun vom übrigen Geschehen abgetrennt und der Flughafen ein beliebtes Sonntags-Ausflugsziel. Flugzeuge gucken bei Kaffee und Kuchen. Je öfter man das Buch zur Hand nimmt, desto mehr Details erkennt man. Wir sehen prominente Persönlichkeiten, die in Langenhagen landeten, die zunehmende Bedeutung des Post- und Luftfrachtverkehrs und schließlich die Grundsteinlegung zu dem modernen Airport der kurzen Wege von heute. Aber auch für Flugzeugfans ist der Bildband, der im Sutton-Verlag in einer Auflage von 2.000 Stück erscheint, eine interessante Sammlung von Aufnahmen der unterschiedlichsten Flugzeugtypen. Von der Douglas DC-3 über die ersten Düsenjets wie der Boeing 707 anfangs der Sechziger bis hin zu den Überschalljets Concorde und Tupolev. Das Buch erinnert sowohl an die Luftfahrtschau ILA als auch an die legendären Flughafenfeten in den achtziger Jahren, an einige Faschingsveranstaltungen auf dem Airport und auch an die Charity-Brotzeit 2016 mit der mit 440 Meter längsten Abendbrottafel der Welt, die sich durch alle drei Terminals schlängelte.