Zu Besuch bei den Sonnenkindern

Rihanna (von links), Lea, Lili, Lana, Lisa, Yassin und Haris präsentieren ihre Ideen zur Gestaltung der neuen Kita Krähenwinkel. (Foto: D. Lange)

Kita-Planer lassen sich von Kindern inspirieren

Krähenwinkel (dl) Fernab jeglicher Sachzwänge einfach mal der Phantasie freien Lauf lassen und in das Blaue hineindenken. Was Erwachsenen oft verwehrt ist, können Kinder dafür umso besser. Deshalb dürfen sie in Krähenwinkel ihre neue Kita auch quasi selbst mitgestalten. Das mit der Konzeption für die neue Kita Krähenwinkel am Ernst-Hugo-Weg beauftragte Architektenbüro, "Die Baupiloten" aus Berlin, möchte dazu nicht nur die Ideen und Vorstellungen der Erzieherinnen, sondern vor allem der Kinder, sprich der späteren Nutzer der Einrichtung, in den Planungsprozess mit einbeziehen. Das klingt eigentlich selbstverständlich und wird von den Berliner Architekten seit 2012 auch so praktiziert bei ihren Bauvorhaben im Bildungsbereich. Die für den Kita-Entwurf zuständigen Architektinnen Susanne Hofmann und Milena Monsen kamen eigens aus Berlin, um sich in einem Workshop mit den Vorschulkindern von deren Ideen inspirieren zu lassen. Eingebettet in eine Geschichte, in der es um einen Besuch bei den Kindern der Sonnenfamilie gehen sollte, erhofften sich die Planerinnen einige Rückschlüsse darauf, was die Kinder von ihrer neuen Kita erwarten. Mit buntem Glanzpapier und Glassteinen, Strohhalmen, Federn und viel ganz viel Glitzer bauten sie ihre ganz eigenen Ideenwelten und stellten sich dabei vor, wie die Sonnenkinder wohl leben. Dabei wird deutlich, dass ihnen dabei möglichst kuschelige Rückzugsräume wichtig sind, die Geborgenheit vermitteln in Form von kleinen Höhlen, aber auch Bewegungs- und Klettermöglichkeiten, sowohl drinnen, als auch draußen in der Natur. Verschiedene Hochebenen wiederum ermöglichen ihnen nebenbei wichtige, unterschiedliche Perspektiven. Für die Architektinnen bestand die Aufgabe darin, die Lösungen der Kinder aus ihrer Welt mit den eigenen Vorstellungen in Einklang zu bringen. „Indem wir während des Workshops mit den Kindern auch immer über ihre Wunschvorstellungen gesprochen haben, die sie in ihren Ideenwelten zum Ausdruck brachten, konnten wir feststellen, dass einige ihrer Ideen durchaus mit unseren überein stimmen“, sagte Susanne Hofmann. Die Ideenvielfalt in den Entstehungsprozess mit einfließen zu lassen und dabei weder die spätere Alltagstauglichkeit noch die Kostenfrage aus den Augen zu verlieren, wird noch eine anspruchsvolle Aufgabe sein im Zusammenspiel aller Beteiligten. Auch dabei ist Phantasie gefragt. Die Kinder waren jedenfalls mit Begeisterung dabei. Maud Lehmann-Musfeldt, die Leiterin der Kita, kündigte an, „dass die Kinder sicher mal die Baustelle besichtigen und im Sommer nächsten Jahres auch den Umzug miterleben sollen“.