Zukunftsweisend oder in der Sackgasse?

Die Container an der Kaltenweider Grundschule: auf Dauer für die Politik keine Lösung. (Foto: O. Krebs)

Ganztagsschule oder Hort: Diskussion um Schule im „Gallien Langenhagens“

Kaltenweide (ok). Wer ist entscheidend: Gegner oder Befürworter einer Ganztagsschule in Kaltenweide? Darüber schieden sich die Geister in der jüngsten Ratssitzung. Übrigens der letzten vor der Kommunalwahl und deshalb von viel Wahlkampfgeplänkel und Polemik begleitet. Doch zurück zu den Sachthemen und zur Schule nach Kaltenweide: Der Schulelternrat und sein Vorsitzender Andreas Eilers fühlen sich in ihrer Umfrage bestätigt, zwei Drittel der Eltern lehnten eine Gantagsschule ab, präferierten den Hort. Das Votum sei eindeutig, selbst wenn die Kaltenweider mit ihren Ansichten in Sachen Hort das „Gallien Langenhagens“ seien. Dirk Musfeldt, der die „suggestive Fragetechnik“ des Elternrates scharf kritisiert hatte und sich dafür von Andreas Eilers den Vorwurf des Populismus gefallen lassen musste, macht sich dagegen für die 132 Eltern stark, die für die Einführung einer Ganztagsschule im Norden Langenhagens sind. Und 44 Prozent der Eltern in Kita oder Krippen hätten sich für eine Ganztagsschule ausgesprochen. Für SPD und Grüne keine geringe Zahl, schließlich seien das die Eltern, für die die Entscheidung pro oder contra letztendlich relevant sei. Und wie die Ganztagsschule ausgestaltet sei, hänge ja vom pädagogischen Konzept ab, so Kaltenweides Ortsbürgermeister Wolfgang Langrehr. Und das liege schließlich noch gar nicht vor, auch nicht, was die Ferienbetreuung betreffe. Andreas Eilers machte deutlich, dass es mit diesem Schulelternrat keine Ganztagsschule in Kaltenweide geben und Dieter Galas (SPD), lange Zeit Schulleiter an der IGS, bestätigte, dass der Schulträger sich nicht über den Kopf der Schule hinweg für ein pädagogisches Konzept aussprechen werde. Aus Sicht Jens Mommsens (BBL) besteht keine Notwendigkeit, eine Ganztagsschule einzuführen; in Kaltenweide existiere ein gut funktionierendes Hortsystem. Darüber hinaus gebe es eine Sozialstaffel, die es jedem ermögliche sein Kind in den Hort zu schicken. Für ihn zeige sich rund um den Zellerieplatz in Kaltenweide das Versagen der Politik; die Politik habe sich in eine Sackgasse hineinmanövriert; sich in Sachen Schule und Feuerwehr jahrelang nicht richtig getraut. Für die SPD in Kaltenweide und Wolfgang Langrehr ist der Ratsbeschluss von 2012 dagegen zukunftsweisend, einen Platz für zusätzliche Horte gebe es gar nicht. Und auch den Vorwurf des Altenhorsters Domenic Veltrup in der Einwohnerfragestunde, die Qualität sei bei der Hortbetreuung höher zu bewerten, wiesen die Sozialdemokraten zurück. Auch in der Ganztagsschule werde pädagogisch wertvolle Arbeit geleistet. Nach langer und zäher Diskussion und der Selbsterkenntnis des Ratsherrn Bernd Speich vor 15 Jahren bei der Entscheidung für eine Erweiterung der Kaltenweider Grundschule einen Fehler gemacht zu haben war das Abstimmungsergebnis für den gemeinsamen Antrag von SPD und Grünen „Gute Bildung ohne Container“, der neben der Nutzung des Kinderhauses für die Horte auch Neubauten für Grundschule und Feuerwehrhaus mittelfristig vorsieht, dann doch eindeutig: eine Neinstimme, eine Enthaltung und 38 Jastimmen.Ihren Antrag „Den Elternwillen beachten: Grundschule Kaltenweide wird keine Ganztagsschule“ hat die BBL zurückgezogen. Die CDU hätte übrigens den Antrag noch gern vor der Sommerpause entschieden gehabt, ihn aber schlussendlich selbst in die Fraktionen zurückgezogen.