Zum 80-Jährigen ein fröhliches Volksfest

Ein starkes Duo: Ortsbrandmeister Kai Jüttner (rechts), seit dem 1. April 2014 im Amt und sein Vertreter Edgar Schmidt-Nordmeier. Dessen Vater Friedrich ist übrigens mit 87 Jahren das älteste Mitglied der Wehr, der er seit 72 Jahren angehört. Fotos: K.Raap
 
Nach dem Schminken: Kristin Faßnacht mit Tochter Ina, daneben Selina Ziller, Urenkel von Feuerwehrmitglied Günter Czyrnik und Ehefrau Edith. Vier gestandene Feuerwehrmänner (von links): Manfred Ehrhardt, Achim Drewes, Heiner Helms und Alfred Grünheier stehen praktisch Spalier.

Ortsbrandmeister Kai Jüttner kritisierte Zusammenlegungs-Parolen

Krähenwinkel (kr). „Die Führungen der Ortswehren Krähenwinkel und Kaltenweide sind zu dem einheitlichen Beschluss gekommen, dass es keine Zusammenlegung der beiden Wehren geben kann.“ Mit dieser eindeutigen Aussage distanzierte sich Krähenwinkels Ortsbrandmeister Kai Jüttner entschieden von den in jüngster Vergangenheit in der Öffentlichkeit aufgetauchten anderslautenden Parolen. Der 33-Jährige, der bereits mit zehn Jahren in die Wehr eingetreten war, tat das während der Eröffnung eines Festes rund um die Feuerwache anlässlich des 80-jährigen Jubiläums der Ortswehr Krähenwinkel. Das Votum gegen eine Zusammenlegung gehe konform mit den kritischen Analysen des Stadtkommandos. „Jede Ortschaft“, so Jüttner, „braucht ihre örtliche Feuerwehr, denn ganz abgesehen von den gesetzlichen Pflichtaufgaben, trägt sie enorm zur Stärkung der Ortsgemeinschaft teil.“ Hier in Krähenwinkel gebe es keinen Grund zu Veränderungen, der Standort sei nahezu perfekt.
Sehr positiv fiel dann sein Rückblick über die seit acht Jahrzehnten dauernden Aktivitäten der Ortswehr aus. Die Männer, die die Wehr im Mai 1934 gründeten waren Fritz Reßmeyer, Friedrich Eggers, Fritz Hoppe, Fritz Rust, Louis Ehlers, Theodor und Adolf Theuerkauf sowie Fritz Riekenberg. Das in den ersten beiden Jahren erbaute Feuerwehrhaus ist noch heute zu sehen auf dem Gelände der alten Volksschule an der Walsroder Straße. Hier wurden die ersten Übungs- und Dienstabende abgehalten. 1940 gab es den ersten motorisierten Einsatzwagen, der aus einem umgebauten Auto entstand. Ab 1948 fanden die ersten Wettkämpfe der Wehren statt, bei denen sich die Krähenwinkeler relativ schnell in den Vordergrund schieben konnten. 1965 lernten sich die Wehren aus Krähenwinkel und Stadl-Paura kennen. Damit wurde der Grundstein für die bis heute andauernde Freundschaft und spätere Städtepartnerschaft gelegt. 1968 wurde das heutige Feuerwehrgerätehaus eingeweiht. Der Fahrzeugpark konnte kontinuierlich erweitert werden und entspricht heute modernsten Ansprüchen. Schlagzeilen machte die Wehr 1988, die mit ihrem speziell ausgerüsteten Tierrettungsfahrzeug eine Sonderaufgabe in der Stadt übernahm. Die Modernisierung des Feuerwehrgerätehauses im Jahr 2004 war nur möglich durch 1500 freiwillig geleistete Arbeitsstunden, was ungemein zur Förderung der Kameradschaft beitrug. Die Gründungen von Kinder- und Jugendfeuerwehren war Grundstein für eine nachhaltige Nachwuchsarbeit. Heute zählt die Freiwillige Feuerwehr Krähenwinkel 44 Mitglieder aus der Einsatzabteilung, 13 aus der Jugend- und acht aus der Kinderfeuerwehr. Der Altersabteilung gehören 16 Kameraden an, daneben gibt es zurzeit 220 fördernde Mitglieder.
Das 80-jährige Jubiläum gestaltete sich dann schnell zu einem gut besuchten Volksfest. Von 11 bis 15 Uhr wurde gemeinsam gefeiert und geklönt. Das lukullische Angebot wurde bestens angenommen. Die Kinder freuten sich über Freifahrten in einem Karussell und viele ließen sich fachmännisch schminken. Für flotte Unterhaltungsmusik mit vielen aktuellen Hits sorgte das Duo „Tibbi und Joe“.