"Zum Wohl des Volkes"

Pastor Falk Wook (links) und Guido Stannek nutzen die Zeit nach dem Gottesdienst für Gespräche. (Foto: D. Lange)

Laienkanzel in der Godshorner Kirche

Godshorn (dl). „Ich will Euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“ Diese Jahreslosung der Christen 2016 beschreibt ein elementares Grundbedürfnis des Menschen nach Trost, Halt und Geborgenheit, das über ein „Alles wird gut“ weit hinaus geht. Jeder braucht dann und wann Trost und Zuspruch. Sei es, wenn einen die Verantwortung schier zu erdrücken scheint, aber auch, wer gescheitert ist, wieder aufsteht und Boden unter den Füßen braucht. Professor Guido Stannek, promovierter Wirtschaftsmanager und Gastredner der neunten Laienkanzel in der Godshorner Kirche Zum Guten Hirten, orientierte sich in seiner Predigt an diesem Wort des Propheten Jesaja (Kapitel 66, Vers 13) und verwies angesichts der anhaltenden Kämpfe im Irak und in Syrien, angesichts der Terroranschläge in Paris und angesichts der derzeitigen Flüchtlingsituation in Deutschland und Europa auf den aktuellen Bezug dieser Worte. Nicht nur die Politik sei gefordert, Antworten und Lösungskonzepte für all diese Fragen zu finden, sondern insbesondere die Flüchtlingsfrage sei auch eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung und zwar zum Wohle aller Menschen, nicht nur der Flüchtlinge. Ein einfaches "Wir schaffen das" wird da nicht reichen. Gottseidank gebe es aber auch die vielen tausend ehrenamtlichen Helfer, die zeigen, wie es geht und die dazu beitragen, die große Zahl der Neuankömmlinge zu versorgen und unterzubringen. „Das Wohl des Volkes muss das höchste Gesetz sein“, fordert er von den Volksvertretern. Lediglich das eigene Gewissen und die Vernunft sollten die Grundlage politischer Entscheidungen darstellen. Guido Stannek war langjähriger Geschäftsführer und Vorstandsmitglied in international tätigen Unternehmen und ist Ehrenprofessor für Wirtschaft und Management an der Jiliang Universität in Hangzou in China. Nach beruflichen Stationen in den USA, Indien, China und der Schweiz lebt er mit seiner Frau und seinen beiden jüngsten Töchtern in Godshorn. Für ihn als Vater hat der Satz Jesajas aber auch eine ganz eigene, unmittelbare Bedeutung. Immer dann, wenn es wieder einmal gilt, die eigenen Kinder zu trösten und ihnen damit den für sie wichtigen Halt und die Sicherheit zu geben, die sie brauchen. Und ja, auch Väter können trösten.