Zusätzliche Sicherung am Langenforther Platz?

Gefährliche Begegnung: S-Bahn, Fußgänger und Radfahrer am Langenforther Platz. Foto: Th. Schirmer

Verkehrsknotenpunkt soll "in naher Zukunft" umgerüstet werden

Langenhagen (sch/ok). Montagmorgen am Langenforther Platz. Die Fußgängerampel an der Walsrorder Straße in Höhe der Musikschule zeigt Grün. Plötzlich taucht ein jugendlicher Fahrradfahrer mit hoher Geschwindigkeit hinter der Hausecke des Musikschulgebäudes auf. Gefährlich schneidet er einen Rentner, der gerade zu Fuß in Richtung Bothfelder Straße unterwegs ist. Der Radfahrer weicht mit einem Schlenker aus und fährt über die Fußgängerampel Richtung Haus der Jugend. Nur zwei Minuten später passiert die Straßenbahn den Kreuzungsbereich. Ganz ähnlich wie diese aktuelle Situation war auch die Konstellation, die im April den tragischen Unfall nur wenige hundert Meter entfernt am Harzweg ausgelöst hat. Wie das ECHO in seiner letzten Mittwochsausgabe berichtete, rüstet die Region Hannover als zuständige Verkehrsbehörde in Reaktion auf das Unglück nun drei Ampelkreuzungen mit Straßenbahnanschluss entlang der Walsroder Straße auf. Doch was ist mit dem laut laut Polizei am stärksten belebten Verkehrsknotenpunkt Langenhagens: der Langenforther Platz? Warum ausgerechnet hier auf weitere Sicherungsmaßnahmen verzichtet wird, bleibt rätselhaft. Zwar weisen Schilder auf die kreuzenden Straßenbahnen hin, diese werden jedoch leicht übersehen. Die Installation sogenannter Wechselwarnwinker wäre als Reaktion auf zwei tödlicher Unfälle im Bereich der Langenhagener Straßenbahnstrecke binnen weniger Jahre auch für die Kreuzungen am Langenforther Platz und dem CCL Gebot der Stunde. Aber nicht nur entlang der Straßenbahnführung klaffen Sicherheitslücken, auch die beschriebene Ecke an der Musikschule könnte durch einen Spiegel wirksam entschärft werden. Die Auskunft von Regionssprecher Klaus Abelmann zu dem Thema: Die Region Hannover sei im Fall Langenforther Platz nicht zuständig. Denn: Hier treffe die Walsroder Straße auf eine Landesstraße (Godshorner und Bothfelder Straße, d. Red.) und in diesem Fall müsste der übergeordnete Straßenbaulastträger – das Land mit der Landesbehörde für Verkehr – die Initiative ergreifen.
Und der hat das auch vor, wie sich bei einem Gespräch mit der stellvertretenden Behördenleiterin, Geschäftsbereich Hannover, Julia Fundheller herausstellte. Nach einem Beschluss der Unfallkommission soll "in naher Zukunft" die Signalsteuerung der Ampeln für den Linksabbiegeverkehr aus Richtung Bothfelder Straße und für den öffentlichen Personennahverkehr angepasst werden. Der genaue Zeitpunkt hänge aber auch von der Infrastrukturgesellschaft ab. Mit der werde sich abgestimmt, weil sie die Hochbahnsteige im Frühjahr verlängern wolle. Der Haken an der Sache: Das eigentliche Problem ist damit noch nicht gelöst, denn die Gefahr für die Fußgänger ist dadurch ja noch nicht gebannt. Zum neuralgischen Punkt am CCL konnte Julia Fundheller keine Aussage machen.
Mehr zum Thema übrigens in zwei Leserbriefen auf Seite 4.