Zuverlässig und gefahrlos transportieren

Ortsverbandsarzt Hans-Peter Reiffen (links) und Dienststellenleiter Tim Heinrich präsentieren das Ultraschallgerät.

In Langenhagen wird mit Ultraschall gerettet

Langenhagen. Ein Ultraschallgerät auf dem Notarzteinsatzfahrzeug des Nordhannoverschen Ortsverbandes (NOV) unterstützt in Langenhagen künftig Arzt und Sanitäter bei der Notfalldiagnostik. Sein Einsatz könnte bundesweit zum Vorbild werden. Dank des Engagements der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin der MHH kann das ursprünglich rund 27.000 Euro teure Gerät künftig leihweise, jedoch als fester Bestandteil des Instrumentariums auf dem Notarzteinsatzfahrzeug des NOV genutzt werden. Um es zuverlässig und gefahrlos transportieren zu können, wurde eigens eine Halterung im Wagen montiert und eine Tragevorrichtung angeschafft. Bislang war das aus dem Jahr 2003 stammende Gerät auf der anästhesiologischen Intensivstation der MHH im klinischen Einsatz.
Der routinemäßige Einsatz des Ultraschallgerätes in einem NEF sei in Deutschland bislang ohne Vorbild und besitze Erprobungscharakter, wie der Ortsverbandsarzt des NOV und ärztlicher Leiter des Notarztstandortes Langenhagen, Hans-Peter Reiffen, erklärt. Die Konzepte zur präklinischen Nutzung hingegen seien dagegen bereits vor zwei Jahren entwickelt worden, so der Arzt. Zum Einsatz gelangt das Gerät vor allem bei den häufig lebensgefährlichen Verletzungen im Thoraxbereich nach schweren Unfällen: So können etwa Blutungen im Bauchraum oder im Brustkorb schneller und zuverlässiger diagnostiziert werden. Außerdem können Wandbewegungsstörungen im schlagenden Herzen, die etwa auf einen Herzinfarkt deuten, erkannt oder große Blutgefäße vor einer Punktion lokalisiert
werden. "Die präklinische Diagnose, die mit einem Gerät dieser Dimension gestellt wurde, muss natürlich später in der Klinik mittels einer gründlichen Ultraschalldiagnostik durch einen Spezialisten mit empfindlicheren Ultraschallgeräten ergänzt werden", betont Reiffen.