Zweckgebunden statt herrenlos

Verwaltung will Strafverfolgung bei Holzdiebstahl

Langenhagen (gg). Mit einer deutlichen Botschaft hat die Stadtverwaltung auf die Meldung reagiert, dass geschnittenes Holz aus der jüngsten Auslichtung des Baumbestandes im Wietzeblick von Privatpersonen abgefahren wird – offensichtlich zur Eigenverwendung als Brennholz: „Die Stadtverwaltung wird gegen Holzdiebe polizeilich vorgehen“, so die Mitteilung der Pressesprecherin Juliane Stahl und weiter „wer Holzschnitt vom Wietzeblick entwendet, macht sich strafbar.“
Die Stadtverwaltung habe sich aus Gründen des Naturschutzes dazu entschieden, einen Teil des bei den Fällarbeiten anfallenden Holzschnittes vor Ort zu lassen. In ökologischer Hinsicht soll auf diese Weise die Entwicklung eines intakten Waldes gefördert werden; das Totholz bietet unter anderem Insekten einen idealen Lebensraum. Der Holzschnitt diene zudem dazu, ungewollte Trampelpfade abzusperren und deren Bildung bereits im Vorfeld zu unterbinden. „In der Vergangenheit hatten immer wieder Besucherinnen und Besucher der Anhöhe im Südosten Langenhagens das Verbot missachtet und die befestigten Wege verlassen“, erklärt Stahl. Nun wird der Rest des Holzes durch eine Forstfirma abgefahren.
Polizeisprecher Manfred Pätzold bestätigt auf Anfrage des ECHO, dass im Wietzeblick in den nächsten Tagen verschärft Streife gefahren werden soll. Rechtsanwalt Stefan Bause von der Langenhagener Kanzlei Wiese und Dr. Schmidt klärt grundsätzlich sachlich auf: „Der Tatbestand des Diebstahls ist nicht an den wirtschaftlichen Wert des Diebesgutes geknüpft, wohl aber an den Zweck. Für weggeschmissene herrenlose Dinge greift der Tatbestand Diebstahl zunächst nicht. Hat etwas Liegengelassenes oder scheinbar Weggeworfenes einen Zweck, wie hier den Naturschutz, kann das Wegnehmen durchaus Diebstahl sein.“