Zweitniedrigster Wert in zehn Jahren

Neu im Team des Langenhagener Kommissariats : Hendrik Stange (links) und Mario Mantei.

Zahl der jugendlichen Straftäter liegt lediglich bei 7,8 Prozent

Langenhagen (ok). 7,8 und 17 Prozent sind zwei entscheidende Zahlen, die im Zusammenhang mit der Jugendkriminalität in Langenhagen stehen. Zur Erklärung: Die erste Zahl steht für den Anteil der Straftaten Jugendlicher an den Gesamtstraftaten – absolut sind das 177 im Vergleich zu 2.257 – die zweite für den Anteil der unter 18-Jährigen an der Zahl aller Einwohnerinnen und Einwohner Langenhagens. Kinder treten bei Straftaten in Langenhagen kaum in Erscheinung, außerdem auch deutlich weniger Mädchen als Jungen. Erfreulich: Nur knapp 1,78 Prozent der ermittelten Tatverdächtigen waren Mädchen und Jungen unter 14 Jahren. 122 jugendliche Tatverdächtige gab es 2014 in Langenhagen, elf mehr als im Vorjahr. Darunter 33 Mädchen und 89 Jungen. Trotz der Steigerung handelt es sich um den zweitniedrigsten Wert im Zehn-Jahres-Vergleich. Dies entspricht 6,99 Prozent im Verhältnis zu allen ermittelten Tatverdächtigen. Körperverletzung, räuberische Erpressung, Bedrohung und Nötigung – Themen, die in Sachen Jugendkriminalität eher eine untergeordnete Rolle spielen. Gestiegen auf 28 Kinder und Jugendliche ist die Zahl beim Ladendiebstahl; die Dunkelziffer wird hier sehr hoch eingeschätzt. Eine mögliche Erklärung des Anstiegs: die zunehmende Sicherheit des Internets, die das Netz als Medium krimineller Machenschaften zunehmende unattraktiver macht. Thema Sachbeschädigungen: In den vergangenen beiden Jahren wurden deutlich weniger Jugendliche als Tatverdächtige zu Sachbeschädigungen ermittelt. Stichwort Drogenkonsum: Einen offenen Drogentreff gibt es nach Ansicht der Ermittler in der Flughafenstadt nicht; die Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz beschränken sich auf Cannabis. Elf Körperverletzungen, sechs Diebstähle und eine Sachbeschädigung stehen bei den so genannten Straftaten im Schulkontext zu Buche. Erstaunlich niedrig auch die Zahl der Straftaten unter Alkoholeinfluss: bei insgesamt 135 im vergangenen Jahr sind lediglich acht Jugendliche angetrunken straffällig geworden.
Für Kommissariatsleiter Andreas Alder ist diese erfreuliche Bilanz das Ergebnis einer sehr guten Netzwerkarbeit aller Institutionen und Personen, die mit den Minderjährigen zu tun haben. Stadt, Schule,Vereine und nicht zuletzt die Elternhäuser. Andreas Alder: „Die Wege innerhalb der Stadt sind kurz. Die Jugendkriminalität und Jugendgefährdung stellen einen Aufgabenschwerpunkt dar.“ Die Polizei in Langenhagen werde diesen Weg konsequent weitergehen und das Delinquenzverhalten bei Diebstahl und Sachbeschädigung sowie insbesondere den Eigenkonsum von Cannabis sehr aufmerksam beobachten. An der Seite Andreas Alders stehen bei diesem Weg auch zwei neue Mitarbeiter: Kriminalhauptkommissar Mario Mantei (45) ist der Nachfolger von Manfred Pätzold und Stellvertreter Rüdiger Vieglahns, der den Kriminal- und Ermittlungsdienst leitet. Außerdem übernimmt Mantei die Pressearbeit. Der 37-jährige Polizeihauptkommissar Hendrik Stange ist Vertreter von Alexander Zimbehl, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes.