Zwischen Allerweg und Winsen an der Aller

Was sich liebt, das neckt sich: So fing es mit Ingeburg und Willi Stephan an.Foto: O. Krebs

Diamantene Hochzeit bei Ingeburg und Willi Stephan

Langenhagen (ok). Sie stammen beide zwar aus Breslau, ihre Liebe begann aber im Schaumburger Land: Ingeburg und Willi Stephan haben jetzt das Fest der diamantenen Hochzeit gefeiert. Allerdings nicht zuhause im Allerweg oder in einem Restaurant, sondern auf hoher See. Mit dem Kreuzfahrtschiff ging's von Kiel nach Oslo und zurück; Kinder, Schwiegerkinder und Enkel waren auch mit von der Partie. „Es war wunderschön“, schwärmt Ingeburg Stephan von den drei ereignisreichen Tagen. Ereignisreich wie ihre gemeinsamen Jahre und eigentlich ihr ganzes Leben. Die 81-Jährige und der 83-Jährige mussten ihre gemeinsame Heimat in Schlesien nach Kriegsende verlassen und landeten schließlich im Schaumburger Land. Mit leeren Händen, denn sie waren ja vertrieben worden. Kennen und schließlich lieben lernten sich die beiden durch eine kleine Neckerei beim Tischtennisspiel: Willi setzte seiner späteren Ehefrau Ingeburg einen Maikäfer auf die Bluse. 1952 heirateten Ingeburg und Willi Stephan, kurz darauf bekam der gelernte Schlosser ein Angebot der Firma Hackethal in Langenhagen. In den ersten Wochen war Pendeln angesagt, aber dann konnte auch Ehefrau Ingeburg bei der renommierten Langenhagener Firma anfangen, wo sie 33 Jahre lang blieb, bevor sie zur Landwirtschaftskammer nach Hannover wechselte. Die beiden Frischvermählten zogen in die Flughafenstadt in die Wohnung am Allerweg, wo sie heute noch ihr Zuhause haben. Allerdings nur im Winter, im Sommer zieht's das diamantene Ehepaar in ihr Wochenendhäuschen in die Nähe von Winsen an der Aller. „Eigentlich sollte das mal unser Alterssitz auf Dauer werden“, sagt die gelernte Schneiderin lachend, „aber in Langenhagen gefällt es uns nach wie vor sehr gut.“ Gerade in der dunklen Jahreszeit lebten sie lieber in der Stadt, wo alles schnell zu erreichen ist.
Das Wichtigste sei aber, dass sie fit und gesund blieben, sagten der frühere Fußballtorwart und seine Frau übereinstimmend.