Zwischen Kruger National Park und kulturellem Austausch

Johannes Plecksnies sammelte eine Menge Erfahrungen im Süden Afrikas.

Ein Erfahrungsbericht von Johannes Plecksnies

(jp). Nach einer fast 24-stündigen Reise von Hannover bis Nelspruit (Südafrika), konnte das Jugendcamp des Landessportbundes Nordrhein Westfalen endlich beginnen. Mit viel Euphorie aber dennoch relativ unwissenden, was die 50 deutschen FSJ’ler erwartet bezogen die Jungen und Mädchen im Alter von 18 bis 24 Jahren ihren Schlafsaal. In der Primary School White River nahe der WM Stadt Nelspruit sollen die kommenden drei Wochen eine Erfahrung für ihr Leben werden. Vieles ist neu, zum Beispiel das Linksfahrgebot auf den Straßen, das ungewohnte Englisch und eine ganz andere Kultur mit ganz anderen Vorraussetzungen. Nach vielen organisatorischen Dingen vor Ort ging es am zweiten Tag gleich an das erste Projekt, einem AIDS Präventionstag in einer Schule. Wir waren für die sportliche Abwechslung eingeteilt um den theoretisch geprägten Tag ein wenig aufzulockern. Die südafrikanischen Kinder empfingen uns mit offenen Armen und spielten mit Leib und Seele Topfschlagen und Sackhüpfen, was in Südafrika bis zu diesem Zeitpunkt eher unbekannt war. Auch in der White River Primary School galt bei den Kindern nach wenigen Tagen Fußball und nicht mehr Rugby als beliebteste Sportart, die Rugby- und Hockeytore wurden als Fußballtore umfunktioniert. Jeder FSJ’ler hatte für die Kinder vor Ort Geschenke mitgebracht wie etwa T-Shirts, Kugelschreiber, Schirmmützen oder alte Fußballschuhe. Es war wunderbar mit welcher Begeisterung die Kinder diese Geschenke annahmen und welche Wertschätzung sie unseren kleinen Präsenten entgegenbrachten. Neben dem Sportplatz gab es natürlich auch noch ein alternativ Programm, es wurde gemeinsam gesungen, fotografiert, gefilmt und kleine Zettel geschrieben wo man sich gegenseitig Wörter von der deutschen Sprache ins Englische oder in Afrikaans übersetzt hat. Suswati, Afrikaans und Englisch sind die am häufigsten gesprochenen Sprachen in Mpumalanga der Partnerprovinz von Nordrhein Westfalen. Das nächste Highlight war der Besuch des Kruger Nationalparks, der größer als Israel ist und mit 20000 Quadratkilometer der größte Nationalpark Südafrikas ist. Um 5 Uhr morgens begann die Tour und ging bis zum späten Nachmittag. Auf den Spuren der Big Five (Elefant, Löwe, Leopard, Nashorn, Büffel) suchten wir in mehreren Jeeps in dem eingezäunten Land, wovon nur drei Prozent der Gesamtfläche mit einer Straße bebaut sind. Die „Big Five“(großen fünf) werden diese Tiere genannt, weil sie für die Jäger und einheimischen die größte Gefahr darstellen wenn diese Tiere sich bedroht fühlen. Mit den Jahren wurden die Big Five inoffiziell zu Big Seven, denn das Flusspferd und die Hyäne, sind mit der Zeit von vielen Anwohnern als ähnlich gefährlich eingestuft worden. Bis auf den Geparden haben wir die wichtigsten Tiere gesehen, dass war pures Glück, denn es gibt Leute die sind monatelang im Park unterwegs und sehen keinen Leoparden oder keinen Löwen. Es gibt kein Gehege oder Zäune die Tiere sind ständig in Bewegung und können sich im Park frei bewegen. In den offenen Safari-Jeeps saßen wir mit jeweils 10 Leuten und alle mussten still seien um die Tiere nicht zu verscheuchen. Einige Tage später war es dann soweit, die 19. Fußballweltmeisterschaft wurde vom südafrikanischen Präsidenten eröffnet. Im Fanpark von Nelspruit sahen wir das Eröffnungsspiel unter 20000 Südafrikanern bei einer Fußballparty mit Vuvuzelas und Gesang. Jede Aktion wurde gefeiert bei den nicht gerade verwöhnten Fans der Bafana Bafana. Am Endstand war dann 1:1-Unentschieden gegen Mexiko, was die Südafrikaner mit Stolz erfüllte und der Fanpark war bis in die späten Abendstunden gut gefüllt!