DRK ruft dringend zur Blutspende auf

Hitze und Poststreik minimieren Konservenbestand

Langenhagen. Die Versorgungslage mit Blutpräparaten ist bundesweit weiter sehr angespannt. In einigen Regionen sinkt der Bestand an Blutpräparaten rapide. Im Versorgungsgebiet des DRK-Blutspendedienst NSTOB (zuständig für die Bundesländer Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bremen) ist das Spendeaufkommen in den vergangenen Tagen und Wochen teils bis zu 30 Prozent rückläufig gewesen. Die DRK-Blutspendedienste appellieren deshalb an die Bevölkerung, in den kommenden Tagen und Wochen mit einer Blutspende dazu beizutragen, die Versorgungslage zu stabilisieren und einem Versorgungsengpass entgegenzuwirken.
Hintergrund sind das sehr heiße Sommerwetter in den vergangenen zwei Wochen einerseits und die teils massiven Auswirkungen des erst kürzlich beendeten vierwöchigen Poststreiks auf das Spendeaufkommen andererseits.
Dabei ist auch die kurze Haltbarkeit von Blutkonserven (35 bis 42 Tage) zu berücksichtigen. Die Behandlungen der schwerkranken Patienten in den Kliniken und onkologischen Praxen muss auch unter den schwierigen Umständen der letzten Wochen gesichert sein. So wird allein rund ein Fünftel aller Präparate aus Spenderblut bei der Behandlung von Tumorpatienten eingesetzt. Ein Blutbestandteil, die Blutplättchen, die insbesondere hier benötigt werden, ist sogar nur vier Tage haltbar.
„Wir bitten jetzt alle gesunden Menschen, die bundesweit in einem engen Terminnetz angebotenen Blutspendeaktionen beim DRK in den kommenden Tagen und Wochen wahrzunehmen. Eine Blutspende ist auch bei großer und anhaltender Hitze problemlos möglich, wenn man ein paar Regeln beachtet“, sagt Prof. Dr. Thomas Müller, ärztlicher Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienst NSTOB. „Spendewillige sollen vor der Spende ausreichend trinken, zum Beispiel Wasser, Fruchtsaftschorlen oder Kräutertee.“