Ein gutes Gesicht

Dieser Tage war ich beim Friseur. Das ist schon ein seltsamer Beruf, schoss es mir in den Kopf. Sie schnitt mir die Haare ab, mit Maschine und Schere und am Ende waren auf meinem Kopf weniger Haare als zuvor. Ich kam mit meiner Friseuse darüber ins Gespräch. Sie fand, dass der Beruf des Friseurs nun ganz und gar kein seltsamer Beruf ist und meinte: „Wenn ich Haare abschneide, muss ich eine Idee haben vom Kopf. Entscheidend ist, dass das Gesicht gut herauskommt.“
Wer möchte nicht gut aussehen? Schließlich ist das Gesicht wie die Kleidung unser persönliches Aushängeschild. Keiner möchte „sein Gesicht verlieren“. Aber manchmal muss man eben etwas kürzen, die Haare oder die Kleidung. Etwas abzuschneiden ist also nicht unbedingt mit Verlust gleichzusetzen. Wenn alte Zöpfe fallen, kann etwas Neues entstehen. Als Christen dürfte uns diese Erfahrung nicht fremd sein – wenn uns auch oft der Mut dazu fehlt.
Weniger werden, nicht nur an Haaren auf dem Kopf, das kommt oftmals im Alter sowieso. Weniger werden an Körperfülle, auch das ist nichts Neues in der Fastenzeit. Diese Zeit will dazu einladen, schöpferischen Verzicht zu üben. Sich auf das Wichtigste zu konzentrieren. Seltsam genug, dass wir uns als Kirche mit solcher Konzentration schwer tun. Wir klagen und jammern. Das bindet unsere Energie, die wir eigentlich bräuchten um Neues zu gestalten. Über das „Weniger“ vergessen wir, dass vieles neu gewachsen ist. In jeder Gemeinde sieht das anders aus.
Dennoch: Die Frage bleibt, wie wir mit dem Weniger zurecht kommen. „Man muss eine Idee vom Kopf haben, damit das Gesicht gut herauskommt.“ Diese Idee vom Kopf, unser Gesicht, das ist uns vorgegeben. In Jesus zeigt Gott sein wahres Gesicht. Gott begegnet uns in Augenhöhe, nicht von oben herab. Daran müssen wir uns als Kirche und Christen messen lassen. Was ist uns, was ist mir, am Glauben wichtig? Worauf kommt es an? Haben Sie sich diese Frage schon einmal ganz persönlich für sich gestellt? Vielleicht nutzen Sie beim nächsten Friseurgang die Zeit um darüber nachzudenken, welchen „alten Zopf“ Sie persönlich in Ihrem Glaubensleben abschneiden müssten, um Neues wachsen zu lassen, damit Ihr Gesicht neuen Glanz verliehen bekommt.

Karla Lüddecke, Gemeindereferentin


Dieser Tage war ich beim Friseur. Das ist schon ein seltsamer Beruf, schoss es mir in den Kopf. Sie schnitt mir die Haare ab, mit Maschine und Schere und am Ende waren auf meinem Kopf weniger Haare als zuvor. Ich kam mit meiner Friseuse darüber ins Gespräch. Sie fand, dass der Beruf des Friseurs nun ganz und gar kein seltsamer Beruf ist und meinte: „Wenn ich Haare abschneide, muss ich eine Idee haben vom Kopf. Entscheidend ist, dass das Gesicht gut herauskommt.“
Wer möchte nicht gut aussehen? Schließlich ist das Gesicht wie die Kleidung unser persönliches Aushängeschild. Keiner möchte „sein Gesicht verlieren“. Aber manchmal muss man eben etwas kürzen, die Haare oder die Kleidung. Etwas abzuschneiden ist also nicht unbedingt mit Verlust gleichzusetzen. Wenn alte Zöpfe fallen, kann etwas Neues entstehen. Als Christen dürfte uns diese Erfahrung nicht fremd sein – wenn uns auch oft der Mut dazu fehlt.
Weniger werden, nicht nur an Haaren auf dem Kopf, das kommt oftmals im Alter sowieso. Weniger werden an Körperfülle, auch das ist nichts Neues in der Fastenzeit. Diese Zeit will dazu einladen, schöpferischen Verzicht zu üben. Sich auf das Wichtigste zu konzentrieren. Seltsam genug, dass wir uns als Kirche mit solcher Konzentration schwer tun. Wir klagen und jammern. Das bindet unsere Energie, die wir eigentlich bräuchten um Neues zu gestalten. Über das „Weniger“ vergessen wir, dass vieles neu gewachsen ist. In jeder Gemeinde sieht das anders aus.
Dennoch: Die Frage bleibt, wie wir mit dem Weniger zurecht kommen. „Man muss eine Idee vom Kopf haben, damit das Gesicht gut herauskommt.“ Diese Idee vom Kopf, unser Gesicht, das ist uns vorgegeben. In Jesus zeigt Gott sein wahres Gesicht. Gott begegnet uns in Augenhöhe, nicht von oben herab. Daran müssen wir uns als Kirche und Christen messen lassen. Was ist uns, was ist mir, am Glauben wichtig? Worauf kommt es an? Haben Sie sich diese Frage schon einmal ganz persönlich für sich gestellt? Vielleicht nutzen Sie beim nächsten Friseurgang die Zeit um darüber nachzudenken, welchen „alten Zopf“ Sie persönlich in Ihrem Glaubensleben abschneiden müssten, um Neues wachsen zu lassen, damit Ihr Gesicht neuen Glanz verliehen bekommt.

Karla Lüddecke, Gemeindereferentin