Hannoversche Luftretter fliegen 390 Einsätze

Die Zahl der Luftrettungseinsätze blieb konstant wie im Vorjahr.

Halbjahresbilanz DRF Luftrettung

Hannover. Ob Autounfall, Herzinfarkt oder Schlaganfall – Notfälle kennen keine Nachtruhe. Rund um die Uhr müssen Intensiv- und Notfallpatienten schnellstmöglich in Kliniken transportiert werden. Dafür wurde der Hannoveraner Hubschrauber HSD Luftrettung im ersten Halbjahr 2012 390 Mal alarmiert; damit blieb die Einsatzzahl konstant auf dem Vorjahresniveau.
Achim Bickel, Pilot an Bord von „Christoph Niedersachsen“, erläutert die Vorteile der Luftrettung: „Mit dem Hubschrauber können wir auch größere Distanzen schnell überwinden. Gerade bei zeitkritischen Transporten von Herzinfarkt- oder Schlaganfallpatienten sind wir häufig das schnellste Transportmittel. Aber auch Notfallpatienten konnten wir in den vergangenen sechs Monaten 117 Mal schnelle medizinische Hilfe leisten. Nach einem außergewöhnlich kalten Winter mit vielen Glatteisunfällen wurden wir mit den steigenden Temperaturen im Frühjahr vermehrt zu Freizeitunfällen, wie zu verunglückten Motorradfahrern, alarmiert.“
Ob als schonendes Transportmittel für Patienten oder als schneller Notarztzubringer – oft kommt die schnellste Hilfe aus der Luft. „Christoph Niedersachsen“ ist der einzige Intensivtransporthubschrauber in Niedersachsen, der an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr einsatzbereit ist. Der mit zwei Piloten, einem Notarzt und einem Rettungsassistenten besetzte Hubschrauber ist mit allen medizintechnischen Geräten ausgerüstet, die für eine optimale Versorgung von Intensivpatienten notwendig sind. Darüber hinaus wird der rot-weiße Hubschrauber tagsüber zur Rettung von Notfallpatienten eingesetzt. Orte im Umkreis von 50 Kilometern kann er in maximal 15 Minuten erreichen. Eine 29-jährige Frau schwebte Ende Februar nach einer schweren Lungenentzündung in akuter Lebensgefahr. Einzig eine sogenannte mobile ECMO-Maschine (Extrakorporale Membranoxygenierung) konnte sie retten. Dazu musste die Patientin dringend von Hameln in die Uniklinik Göttingen transportiert werden. Für den schnellen und schonenden Transport forderte die Zentrale Koordinierungsstelle Hannover „Christoph Niedersachsen“ an. In den Morgenstunden startete der rot-weiße Intensivtransporthubschrauber zunächst in das Universitätsklinikum Göttingen. Dort nahm die Hubschraubercrew die künstliche Lunge sowie zwei Spezialisten an Bord und flog zur Patientin nach Hameln. Sofort wurde die Frau in einem komplizierten Verfahren an die ECMO-Maschine angeschlossen – ein nicht alltäglicher intensivmedizinischer Eingriff. Dadurch verbesserte sich die Sauerstoffaufnahme im Blut. Nachdem die Patientin stabil war, konnte sie an Bord von „Christoph Niedersachsen“ in das Göttinger ECMO-Zentrum geflogen und an die behandelnden Spezialisten übergeben werden.
Die HSD Luftrettung gemeinnützige GmbH ist Teil der DRF Luftrettung. Diese setzt an 31 Stationen in Deutschland, Österreich und Dänemark über 50 Hubschrauber für die Notfallrettung und den Transport von Intensivpatienten zwischen Kliniken ein, an acht Standorten sogar rund um die Uhr. Rund 660 Notärzte, 320 Rettungsassistenten, 160 Piloten und 80 Techniker sind für die DRF Luftrettung im Einsatz.
In Deutschland hat jeder Betroffene Anspruch auf den Einsatz eines Rettungshubschraubers, wenn dies medizinisch erforderlich ist. Während im bodengebundenen Rettungsdienst nach Einsatzpauschalen vergütet wird, werden Luftrettungseinsätze mit den Krankenkassen nach geleisteten Flugminuten abgerechnet. Diese Erstattungen decken im bundesweiten Durchschnitt nur die Kosten der Grundversorgung. Investitionen in moderne Hubschrauber, neueste medizintechnische Geräte und spezielle Fortbildungen muss die DRF Luftrettung selbst tragen. Zur Finanzierung ihrer Arbeit ist die gemeinnützig tätige Organisation deshalb auf die Unterstützung von Förderern und Spendern angewiesen. Mehr Informationen im Internet unter: www.drf-luftrettung.de. Folgen Sie der DRF Luftrettung auch auf Twitter: www.twitter.com/luftrettung.
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Abdruck honorarfrei. Quelle „DRF Luftrettung“.