Niedersächsische Väter bei Pflege auf Platz eins

Männeranteil bei der Nachwuchsbetreuung in keinem westlichen Flächenland so hoch wie in Niedersachsen

Region Hannover. Fieber, Durchfall, Beinbruch: Wenn Kinder krank sind, werden sie in Niedersachsen gern auch von Vätern gesund gepflegt. In keinem anderen westdeutschen Flächenland melden sich Männer so oft von der Arbeit ab, um ihren Nachwuchs zu Hause zu betreuen. Nach einer aktuellen Statistik der DAK-Gesundheit wurden 2014 in Niedersachsen mehr als 18 Prozent aller Anträge auf das so genannte Kinderpflege-Krankengeld von Vätern gestellt. Damit liegt Niedersachsen gut drei Prozentpunkte über dem Durchschnitt der westdeutschen Flächenländer.
„Bei der Betreuung kranker Kinder gibt es ein auffallendes Nord-Süd-Gefälle“, sagt Regina Schulz, Landeschefin der DAK-Gesundheit in Niedersachsen. Im Vergleich ist der Anteil der pflegenden Väter in den nördlichen Flächenländern Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern mit 17,9 Prozent relativ hoch. Im Süden lag der Durchschnitt bei nur 14,8 Prozent. Besonders selten meldeten sich die Väter in Rheinland-Pfalz für ihren kranken Nachwuchs bei ihren Arbeitgebern ab: Hier waren es nur 13 Prozent.
Bundesweit reichten 2014 rund 90.000 DAK-Versicherte Anträge für das so genannte Kinderpflege-Krankengeld ein. Der Anteil der Väter stieg sowohl in Bezug auf die Ausfalltage als auch die Personenzahl auf fast 20 Prozent an – 2009 waren es nur zehn Prozent.
Krankenkassen springen ein, wenn Eltern mit kranken Kindern zuhause bleiben und der Arbeitgeber keine Lohnfortzahlung leistet. Anspruch auf das Krankengeld haben gesetzlich versicherte Eltern von Kindern bis zwölf Jahren. Väter und Mütter mit einem Kind haben jeweils Anspruch auf zehn Arbeitstage pro Kalenderjahr. Bei Alleinerziehenden sind es 20 Arbeitstage.