TÜV NORD Langenhagen gibt Herbsttipps

Langenhagen. Der Herbst bringt neben bunten Blättern und kühleren Tagen auch wieder einige Umstellungen für Autofahrer mit sich. Wer entspannt in die dritte Jahreszeit starten möchte, sollte sein Fahrzeug und sich selbst gut vorbereiten. Klaus-Peter Roll, Leiter der TÜV-Station Langenhagen, gibt zehn hilfreiche Tipps, worauf man nun achten sollte.
Nicht die Haftung verlieren: Reifenwechsel
Für Fahrzeughalter steht im Herbst der Wechsel von Sommer- auf Winterreifen an. Generell ist man zwar nicht dazu verpflichtet, die Reifen in einem bestimmten Zeitraum an seinem Fahrzeug zu wechseln. „Die Winterreifenpflicht gilt jedoch situationsabhängig. Das bedeutet, dass Fahrer diese aufziehen müssen, sobald sie die Fahrt bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch oder auch Reifglätte antreten wollen“, sagt Klaus-Peter Roll, Leiter der TÜV-Station Langenhagen. Anhänger sind von dieser situationsabhängigen Verpflichtung ausgenommen. Grundsätzlich ist man auf der sicheren Seite, wenn man sich an die sogenannte O-bis-O-Regel hält. Demnach sollte man von Oktober bis Ostern Winterreifen nutzen.
Wie bei allen Reifentypen gilt eine minimale Profiltiefe von 1,6 Millimetern. „Allerdings empfehle ich bei Winterreifen eine Mindestprofiltiefe von 4 Millimetern nicht zu unterschreiten. So bleibt die Bodenhaftung, insbesondere auf matschigen, schneebefallenen Straßen, bestehen“, erklärt der TÜV-Experte. Wer den Reifenwechsel selbst durchführen möchte, kann der Anleitung auf www.tuev-nord.de folgen und sich zusätzlich Tipps zur Einlagerung der Sommerreifen holen.
Den Durchblick behalten: Automatiklicht und Nebelbeleuchtung
Die fortschreitende Automatisierung von Funktionen erleichtert Autofahrern vieles. Eine dieser Funktionen ist das Automatiklicht, das sich selbstständig auf Helligkeit und Dunkelheit einstellt und dem Fahrer so das An- und Ausschalten des Abblendlichts erspart. Man sollte sich aber nicht blind darauf verlassen, dass die Anlage einem alles abnimmt: „Beim Automatiklicht schalten sich Sonderleuchten wie Nebelschlusslicht und Nebelscheinwerfer nicht automatisch an“, warnt Klaus-Peter Roll, Leiter der TÜV- Station Langenhagen. Ist es tagsüber neblig, schaltet das System das Abblendlicht ab und lediglich die Tagfahrleuchten bleiben eingeschaltet. Das Fahrzeug ist so noch schlechter zu sehen, da die Nebelleuchten im Automatikmodus nicht aktiviert werden.
„Bei Nebel sollte man deshalb unbedingt vom Automatikmodus auf das normale Abblendlicht umschalten. Aus dieser Position heraus, lassen sich Nebelscheinwerfer und -schlussleuchten problemlos zuschalten“, rät der TÜV-Experte.
Ob automatische oder manuell bediente Lichtanlage: Bei erheblichen Sehbehinderungen durch Nebel, Regen oder Schnee sollten die Nebelscheinwerfer genutzt werden. Erst ab einer Sichtweite unter 50 Metern darf das Nebelschlusslicht angeschaltet werden. Um die Entfernung einzuschätzen, kann man sich außerorts an den schwarz-weißen Leitpfosten orientieren. Der Abstand zwischen ihnen beträgt genau 50 Meter. „Sieht man den nächsten Leitpfosten durch den Nebel nicht mehr, sind die Nebelschlussleuchten zuzuschalten“, sagt der Stationsleiter.
Sauber bleiben: Laub im Motorraum
Der Fall der Blätter im Herbst kleidet die Straßen nicht nur in bunte Farben, sondern fordert Fahrzeughalter auch zu mehr Fahrzeugpflege auf. „Blätter und Schmutz von den Bäumen können zwischen Windschutzscheibe und Motorhaube landen. Dort verstopfen sie die Öffnungen, durch die normalerweise das Regenwasser abläuft“, erklärt Klaus- Peter Roll, Leiter der TÜV-STATION Langenhagen. Über die Lüftung kann die Feuchtigkeit dann in den Innenraum des Wagens geraten. Im schlimmsten Fall entsteht dadurch sogar Schimmel.
Geraten Schmutz und Feuchtigkeit in den Motorraum, können sie außerdem zur Entladung der Batterie beitragen. „Deshalb sollte man das Kunststoffgehäuse und die Batteriepole mit einem Antistatik-Tuch sauber halten und das Laub unter der Motorhaube entfernen“, rät der TÜV-Experte. Aber Achtung: Aus Sicherheitsgründen sollte man die Verbindung zwischen der Batterie und dem Fahrzeug vor der Reinigung trennen, indem man zunächst den Minuspol und dann den Pluspol abklemmt. Wer darüber keine Fachkenntnis hat, sollte das aber lieber dem Profi überlassen.
Bis zum nächsten Jahr: Saisonfahrzeuge einwintern
Wenn die Tage kälter und ungemütlicher werden, schicken viele Halter von
Saisonfahrzeugen ihre Motorräder, Cabrios und Oldtimer in den Winterschlaf. Damit diese
während des Winters kein Schaden nehmen, sollte man einige Tipps für die
Unterbringung beachten. „Lange Standzeiten können den Reifen schaden“, weiß Klaus-
Peter Roll, Leiter der TÜV-STATION Langenhagen. „Daher sollte man das Fahrzeug
möglichst aufbocken.“ Um Risse in der Lederausstattung oder an den Gummidichtungen
vorzubeugen, sollte man diese Materialien idealerweise mit entsprechenden
Pflegeprodukten wie Lederfett oder Vaseline behandeln. Auch Metallteile bedürfen der
passenden Pflege: „Vor allem korrosionsgefährdete Teile wie Felgen, Radspeichen und
Chromteile sollten unbedingt mit einem Konservierungsmittel abgerieben werden, um Rostbildung zu verhindern“, rät der TÜV-Experte.
Ob der Tank während der Einlagerung befüllt sein sollte, hängt vom Material ab: Blechtanks füllt man über den Winter komplett mit Kraftstoff, um Kondenswasser zu vermeiden. „Kunststofftanks sollten hingegen möglichst restlos geleert werden, da sonst das Benzin durch die Tankwände diffundieren kann“, sagt der Stationsleiter. Um die Batterie zu schonen, sollte sie vom Fachmann ausgebaut und an einem trockenen und frostsicheren Ort gelagert werden.
Sturmschäden: Wer trägt die Kosten?
Sturm und Gewitter kommen in Deutschlands gerade im Herbst häufig vor. Dadurch können auch Schäden an Fahrzeugen entstehen. Doch wer zahlt, wenn das Fahrzeug bei einem Unwetter beschädigt wird? „Je nach Schadenursache und Versicherung übernimmt diese die Reparaturen oder Wiederbeschaffungen abzüglich der vereinbarten Selbstbeteiligung“, erklärt Klaus-Peter Roll, Leiter der TÜV-STATION Langenhagen. Schäden am Fahrzeug, die durch herumfliegende Gegenstände entstehen, zahlt die Vollkaskoversicherung schon bei geringen Windstärken. Hat man eine Teilkaskoversicherung, kann man den Zahlungsanspruch erst ab Windstärke 8 geltend machen. Wenn dagegen ein sichtlich morscher Baum aus einem Garten auf ein parkendes Fahrzeug fällt, so muss der Grundstücksbesitzer die Kosten tragen. Dieser ist in einem solchen Fall seiner Verkehrssicherungspflicht nicht nachgekommen.
Entsteht ein Sturmschaden während der Fahrt, muss nachgewiesen werden, dass der Gegenstand unmittelbar vor, in oder auf das Fahrzeug geweht wurde. Nur dann beteiligt sich die Teilkaskoversicherung. Fährt man beispielsweise gegen einen Baum, der schon länger auf der Straße liegt, übernimmt das lediglich die Vollkaskoversicherung. Das gleiche gilt für Autounfälle, die durch einen Sturm ausgelöst wurden. Um sich Klarheit über das Ausmaß des Schadens zu verschaffen, kann die Erstellung eines Schadengutachtens hilfreich sein. „Ein neutrales Schadengutachten von TÜV NORD kann Klarheit über die Höhe des Schadens schaffen und wird von Versicherungen und Gerichten anerkannt“, sagt Roll.
Der Wind steht nicht immer günstig
Zu dieser Jahreszeit ist starker Wind keine Seltenheit. Beim Autofahren kann das schnell dazu führen, dass das Fahrzeug in eine Richtung gedrückt wird, wenn es aus dem Windschatten eines Lkws oder eines Waldes herausfährt. „Wird das Auto von einer Windböe erfasst, kann man leicht die Kontrolle verlieren“, warnt Klaus-Peter Roll, Leiter
der TÜV-STATION Langenhagen. Das gilt insbesondere für das Vorbeifahren an Lkws oder Bussen auf der Autobahn. Bei starkem Wind sollte man daher langsamer fahren und beim Überholen auf eine Böe vorbereitet sein. „Je schneller man fährt, desto größer ist die Auslenkung. Bei langsamem Tempo ist es dagegen einfacher, die Böe durch Gegenlenkbewegungen auszugleichen“, erklärt der Stationsleiter. Fährt man aus stark bebauten Gebieten heraus auf freie Flächen, kann das Fahrzeug ebenfalls stärker vom Wind erfasst werden.
Besonders auf Brücken kann sich der Einfluss des Windes auf den Wagen plötzlich verändern. An solchen Gefahrenstellen warnen oft dreieckige Straßenschilder mit rotem Rand und der Abbildung eines Windsacks vor dem Risiko durch Seitenwind. Hier sollten Autofahrer ebenfalls die Geschwindigkeit drosseln und aufmerksam weiterfahren.
Eine rutschige Angelegenheit: Frühfrost und nasses Laub
Wer schon früh morgens auf den Straßen unterwegs ist, sollte bereits im Herbst auf rutschige Fahrbahnen durch Frühfrost gefasst sein. „Durch die kalten Temperaturen in der Nacht und die Feuchtigkeit des morgendlichen Raureifs, kann es besonders an schattigen Stellen glatt auf den Straßen sein“, sagt Klaus-Peter Roll, Leiter der TÜV- STATION Langenhagen. Laub auf der Straße verstärkt diesen Effekt auf zweierlei Weise. Zum einen können die Blätter die Abflüsse verstopfen, sodass sich Wasser auf der Straße sammelt. Zum anderen bildet eine Schicht aus nassen Blättern einen rutschigen Untergrund, auf dem Fahrzeuge ins Schleudern kommen können. Auch der Bremsweg verlängert sich auf glattem Boden. Autofahrer sollten deshalb ihre Geschwindigkeit anpassen und vorsichtig fahren.
Sollte es doch zu einem Unfall kommen, kann ein unabhängiges Schadengutachten für Klarheit über die Schadenshöhe sorgen und zur Sicherung von Zahlungsansprüchen beitragen. Roll: „Die Gutachten von TÜV NORD beinhalten zuverlässig die Reparaturkosten, die Reparaturdauer und bei größeren Schäden auch den Wiederbeschaffungswert und die Ausfallkosten. Sie haben außerdem vor Gericht Bestand.“ Ein Schadengutachten beschleunigt in der Regel die Zahlung durch die Versicherung. So kann jeder sichergehen, dass er zu seinem Recht kommt.
Vorsicht Wild! Vermehrter Wildwechsel im Herbst
Im Herbst beginnt die Paarungszeit von Hirschen und Wildschweinen. Für Autofahrer bedeutet das erhöhte Unfallgefahr, denn besonders in der Dämmerung morgens und abends kreuzt Wild oft plötzlich die Straße. Gerade an Waldrändern und Feldern ist deshalb Vorsicht geboten. „Zur Äsung, wie das Fressen bei Wild genannt wird, kommen
die Tiere aus dem Wald auf die Felder. Deshalb sind diese Gebiete prädestiniert für Wildunfälle“, erklärt Klaus-Peter Roll, Leiter der TÜV-STATION Langenhagen. Solche Gefahrenzonen sind oft mit Wildwechselschildern gekennzeichnet. Sieht man diese Beschilderung, sollte man die Geschwindigkeit drosseln und besonders aufmerksam und vorrausschauend fahren. „Dabei sollte man den Fahrbahnrand genau im Auge behalten. Hier gilt: Ein Tier kommt selten allein. Überquert ein Tier die Straße, sollte man in jedem Fall mit weiteren rechnen.“, rät der Stationsleiter.
Steht ein Tier auf der Fahrbahn, sollte man nur dann stark bremsen, wenn dadurch kein Auffahrunfall mit dem Hintermann entstehen kann. Ist die Straße hinten frei, sollten Fahrer bremsen, hupen und abblenden, um das Wild zu verschrecken. „Um schlimmere Unfälle zu vermeiden, sollte man auf keinen Fall plötzlich und unkontrolliert ausweichen“, warnt der TÜV-Experte. Sollte doch ein Wildunfall passieren, muss umgehend die Polizei oder der Jagdpächter informiert werden. Auf www.tuev-nord.de erhalten Autofahrer weitere Tipps zum richtigen Verhalten in einer solchen Situation.
Das Glück der Erde...: Reiter im Straßenverkehr
Ein herbstlicher Ausritt ist für Reiter das Pendant zum Herbstspaziergang. Um mit ihren Tieren am Straßenverkehr teilzunehmen, sollten sie erfahren sein und ihr Pferd gut einschätzen können. Doch auch Fahrrad-, Motorrad- und Autofahrer sollten sich rücksichtsvoll verhalten, wenn sie Reitern im Straßenverkehr begegnen. Sonst können gefährliche Situationen für alle Verkehrsteilnehmer entstehen.
Pferde sind Fluchttiere und daher von Natur aus eher schreckhaft. Gerät ein Pferd in Panik, kann es durchgehen und seinen Reiter abwerfen. Doch nicht nur der Reiter ist in diesem Fall gefährdet. Bei einer Kollision mit dem massigen Tier, können auch Insassen eines Fahrzeugs schwer verletzt werden. „Deshalb sollte man beim Vorbeifahren an einem oder mehreren Reitern laute oder plötzliche Geräusche wie Hupen oder das Aufheulen des Motors vermeiden. Darüber hinaus sollten Fahrer immer ausreichend Abstand halten und die Geschwindigkeit reduzieren“, erklärt Klaus-Peter Roll, Leiter der TÜV-STATION Langenhagen.
Blendende Aussichten: Scheibenwischer und tiefstehende Sonne
Scheibenwischer nutzen ab und verdrecken. Dadurch hinterlassen sie Schlieren auf der Scheibe und trüben die Sicht. Besonders bei tiefstehender Sonne kann das gefährlich sein, denn die Schlieren streuen das Licht und verstärken so den Blendungseffekt.
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Deshalb sollte immer darauf geachtet werden, dass die Gummilippen der Scheibenwischer in einwandfreiem Zustand sind.
Doch nicht immer ist gleich einer neuer Satz Scheibenwischer notwendig. „Jeder Fahrer kann mit der richtigen Pflege die Lebensdauer der Scheibenwischer von Anfang an verlängern“, weiß Klaus-Peter Roll, Leiter der TÜV-STATION Langenhagen. Alles was man braucht, ist ein sauberes, nicht-fusselndes Baumwolltuch und eine normale Spülmittellösung. Zur Reinigung sollten die Wischarme angehoben werden, damit die Gummilippe nicht mehr auf der Scheibe aufliegt. „Das Spülmittel sollte dabei nicht aggressiv sein, damit es den Gummi nicht angreift. Für optimalen Schutz kann der Gummi hinterher noch mit handelsüblichem Silikonspray aus dem Baumarkt eingesprüht werden“, erklärt Roll. Wer diese Prozedur mindestens einmal im Monat wiederholt, spart im Nachhinein bares Geld.