TÜV NORD Langenhagen lässt Autofahrern ein Licht aufgehen: Was man über die Beleuchtung wissen sollten

Langenhagen. Sehen und gesehen werden ist gerade in der dunklen Jahreszeit essentiell, um sich und andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden. „Daher sollte die Beleuchtung am Auto regelmäßig überprüft und gereinigt werden“, sagt Klaus-Peter Roll, Leiter der TÜV-STATION Langenhagen. Doch wann nutzt man welches Licht? Der Langenhagener TÜV-Experte erklärt daher das ABC der Fahrzeugbeleuchtung.
A wie Abblendlicht
Das Abblendlicht ist das „normale“ Licht und dient zum Ausleuchten der Fahrbahn sowie dazu, von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen zu werden, ohne diese zu blenden. „Bei Dunkelheit, Dämmerung und erschwerten Sichtverhältnissen wie Schnee oder Regen ist das Einschalten Pflicht“, sagt der TÜV-Experte. „Auch tagsüber wird man mit Abblend- oder speziellem Tagfahrlicht besser wahrgenommen und das Unfallrisiko sinkt.“
B wie Bremslicht
Das Bremslicht warnt nachfolgende Verkehrsteilnehmer in hellem Rot, dass das Auto vor ihnen bremst. Eine defekte Bremsleuchte erhöht das Risiko eines Auffahrunfalls. Dabei ist die Überprüfung des Bremslichtes einfach: Man benötigt lediglich einen Helfer hinter dem Auto, der kontrolliert, ob alle Leuchten brennen, wenn der Fahrer die Bremse betätigt. Übrigens: Seit 1998 müssen Neuzulassungen drei funktionierende Bremsleuchten haben.
F wie Fernlicht
Das Fernlicht erweitert den einsehbaren Bereich bei Dunkelheit. „Um andere Verkehrsteilnehmer damit nicht zu blenden“, so Roll, „muss man bei entgegenkommenden, vorausfahrenden oder kreuzenden Fahrzeugen abblenden. Das gilt auch bei Passanten und Radfahrern.“ Wo Straßen
durchgängig beleuchtet sind, zum Beispiel in Städten, ist Fernlicht nicht erlaubt. Achtung: Fernlicht bei Nebel ist gefährlich, denn es wird reflektiert und blendet den Fahrer.
K wie Kennzeichenbeleuchtung
Die Kennzeichenbeleuchtung dient der Lesbarkeit des Kennzeichens im Dunkeln. „Sie ist Pflicht bei allen Kraftfahrzeugen und Anhängern und wird automatisch mit dem Standlicht eingeschaltet“, so der Sachverständige. „Bei der TÜV-Prüfung zählt eine defekte Kennzeichenbeleuchtung zu den häufigsten Mängeln.“ Dieser sollte dann schnellstmöglich behoben werden, sonst droht ein Bußgeld durch die Polizei.
N wie Nebelscheinwerfer und -schlussleuchte
Die Nebelschlussleuchte muss und darf außerhalb geschlossener Ortschaften nur bei Nebel bei Sichtweiten unter 50 Metern eingeschaltet werden, damit das Fahrzeug besser gesehen wird. „Auf der Autobahn oder Landstraße stehen alle 50 Meter die schwarz-weißen Leitpfosten am Straßenrand zur Orientierung. Bei so geringen Sichtweiten gilt gleichzeitig eine Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern“, so Roll. Bei Sichtweiten über 50 Metern darf die Nebelschlussleuchte nicht benutzt werden, da das grelle rote Licht andere Verkehrsteilnehmer blenden kann. Wer die Leuchten dennoch einsetzt, muss mit einem Bußgeld rechnen. Nebelscheinwerfer hingegen dürfen generell bei schlechter Sicht, zum Beispiel bei starkem Regen oder Schnee, verwendet werden.
P wie Park- und S wie Standlicht
Das Standlicht macht parkende Autos bei fehlender Straßenbeleuchtung besser sichtbar. „Als Fahrtbeleuchtung anstelle des Abblendlichts ist es nicht zugelassen“, sagt der TÜV-Fachmann. „Innerorts kann statt des Standlichts auch das Parklicht eingeschaltet werden, falls am Fahrzeug vorhanden.“ Das Parklicht leuchtet lediglich auf der dem Verkehr zugewandten Seite und findet sich vor allem bei deutschen Fahrzeugmodellen. „Es wird über einen separaten Schalter oder über den Blinkerhebel eingeschaltet“, erklärt Roll. „Ist der Hebel betätigt und die Zündung aus, leuchtet auf der jeweiligen Seite statt dem Fahrtrichtungsanzeiger das Parklicht.“