1.2-Niederlage in 94. Minute perfekt

Sparta fehlt Stehvermögen in Mühlenfeld

Unruhige Zeiten durchlebt man aktuell am Silbersee. Nach Bekanntgabe der Trennung von Trainer Bernd Burgmüller zum Saisonende entschied sich dieser kurzerhand von sich aus vorzeitig die Zusammenarbeit zu beenden. Mit dem derzeit verletzten 40-Jährigen Stamm-Keeper der 1. Herrenmannschaft, Bernd Winkler, der im Verein auch die erfolgreichen E-Junioren coacht, steht interimsmäßig nunmehr bereits ein vierter Übungsleiter in dieser Spielzeit an der Seitenlinie. Kontinuität sieht wohl anders aus! Kein Wunder also, dass Erfolgserlebnisse in letzter Zeit rar gesät waren. Sieht man vom Punktgewinn beim 2:2 gegen TSV Poggenhagen in der Vorwoche ab, gab es seit Mitte März nur mehr oder weniger deutliche Niederlagen. Die Abstiegsgefahr scheint angesichts der beiden abgeschlagenen Teams von TSV Havelse II und Wacker Neustadt zwar gebannt, aber noch immer ist eine Relegationsrunde der Tabellendrittletzten nicht vollends vom Tisch und diesen Rang können die Spartaner selbst bei voller Punktzahl in den verbleibenden drei Partien nicht mehr verbessern.
Beim Tabellenzehnten im Neustädter Ortsteil, der zuletzt ebenfalls stark schwächelte, sah Bernd Winkler für seine Mannschaft durchaus die Chance, den Negativtrend zu stoppen. Aus einer gesicherten Abwehr heraus sollten schnelle Konter über die Außenbahnen gefahren werden. Dieses Vorhaben blieb jedoch zunächst immer wieder im Ansatz stecken und da auch die Gastgeber im Spielaufbau ihre Schwierigkeiten hatten, plätscherte die Begegnung fast zwanzig Minuten zwischen beiden Strafräumen dahin. Erste Torgefahr brachte ein Freistoß von Sven Hoffmann, der nur knapp am Tor vorbeistrich und auf der Gegenseite zeigte Spartas Torwart Ilyes Khlifi, Bruder von Mittelfeld-Stratege Bilel, eine reaktionsschnelle Parade gegen den durchgebrochenen TSV-Angreifer Tobias Teuber (22.Minute). Als sich beide Mannschaften gedanklich wohl bereits auf eine Nullnummer zur Pause eingestellt hatten, demonstrierten die Schwarz-Gelben, dass sie die Vorgabe ihres Coaches nicht völlig vergessen hatten. Arda Evrem wurde mit einer präzisen Vorlage von Sven Hoffmann in Position gebracht, ließ seinen Gegenspieler stehen und vollendete fast mit dem Halbzeitpfiff zur 1:0-Führung.
„Haltet eure Position und spielt ruhig weiter!“ Mit dieser simplen Marschroute schickte Winkler seine Akteure in den zweiten Spielabschnitt. Die Elf vom Silbersee gewann zusehends die Oberhand und verlagerte das Geschehen immer häufiger in die Hälfte der Platzherren. In der 57.Minute schien das 2:0 fällig zu sein, doch Bilel Khlifi wurde im Strafraum umgerissen. Der Unparteiische verlegte das Vergehen zur allgemeinen Überraschung an die 16-Meter-Linie und überstimmte damit seinen Assistenten an der Außenlinie. Eine mögliche Vorentscheidung wurde somit verhindert, denn der folgende Freistoß blieb in der Abwehrmauer hängen. Zwar hielten die Spartaner auch danach das Tempo hoch, aber zu zwingenden Torchancen kam es gegen die robust auftretenden Hausherren nur selten. Die knappe Führung schien zu keinem Zeitpunkt in Gefahr, bis zur 83.Minute. Der lang aufgeschossene Malte Weidemann stieg bei einer Flanke am höchsten und lenkte das Leder unhaltbar zum Ausgleich in die Maschen. Als eine Minute später Lars Drechsler (TSV) die Ampelkarte erhielt, konnte Sparta in Überzahl in die Restspielzeit gehen und somit vielleicht doch noch auf ein gutes Ende in dieser Partie hoffen. Das Gegenteil war der Fall: In der 94. Minute (!) sicherte der eingewechselte Martin Steinbrecher seinen Farben den nicht mehr erwarteten Sieg und die Schwarz-Gelben standen wieder einmal mit leeren Händen da.
Unter der Woche (Dienstag) absolvieren die Spartaner nun das Nachholspiel auf eigenem Platz gegen die Reserve des TSV KK und am Sonntag gastiert der TSV Bokeloh zum letzten Saison-Heimspiel am Silbersee. Der Mitaufsteiger aus dem Wunstorfer Ortsteil rangiert auf Tabellenplatz 8 im gesicherten Mittelfeld. Im Hinspiel trennte man sich torlos. Spielbeginn 15.00 Uhr.

Sparta: Ilyes Khlifi; Sven Hoffmann, , Bilel Khlifi, Daniel Hupp (55. Minute André Lange), Daniel Klassen, Niklas Neumann, Patrick Brodersen, Sedat Ekinci, Enis-Marvin Keller (Thomas Puscher), Arda Evrem, Levent Sönmez.