19,26 Meter reichten zum Sieg

Karlheinz Teufert ließ die Konkurrenz in der altgriechischen Disziplin Speerwerfen hinter sich.

Karlheinz Teufert wird Deutscher Seniorenmeister im Speerwerfen

Für alle Altersklassen fanden am zweiten Juli-Wochenende im thüringischen Worbis-Leinefelde die diesjährigen leichtathletischen Seniorenmeisterschaften statt. Die ältesten Teilnehmer starteten in der Gruppe M85, wo allein im Speerwerfen neun Athleten gemeldet waren. Nach einigem Durcheinander im Call-Room-Zelt wurden schließlich sieben der zugelassenen Teilnehmer an die Abwurfmarke geführt und die von zahlreichen Zuschauern neugierig erwartete Darbietung der so genannten Methusalemriege konnte endlich beginnen. Aus der Flughafenstadt war aber lediglich das 87-jährige Urgestein Karlheinz Teufert vom SC Langenhagen mit von der Partie, denn die beiden bekannten, allerdings jüngeren Langenhagener Werferasse Hans-Jürgen Blume und Eddi Heinz standen nicht auf der Startliste.
Teufert, eigentlich mehr Läufer als Werfer, versuchte sich wieder einmal in dieser altgriechischen Disziplin, nachdem er vor einigen Jahren bei den gleichnamigen Meisterschaften nur einen undankbaren vierten Platz belegt hatte.
Einige dieser über acht Jahrzehnte alten, aber ehemals hoch dekorierten Wurfmeister "hoppelten" allerdings mehr zur Abwurflinie als daß sie zu dieser zügig anliefen. Teufert, der sich bei diesen Meisterschaften auch zum späteren 200m-Lauf gemeldet hatte, kam dort zwar flotter an, verschenke jedoch vor der Abwurfmarkierung reichlich Raum. Somit landete sein Sperr, der dazu auch nur knapp den Rasen ritzte, lediglich bei einer Höchst-Weite von 19,26 Metern. Doch das genügten zu einem glücklichen Sieg über den Bayern Franz Grieß (LG Reischenau-Zusamtal), der auf 18,87 Meter kam. Die gezeigten Leistungen waren für alle Teilnehmer somit relativ schlecht, was auch seine Gründe hatte: Neben dem schwül-warmen Wetter nahe 30 Grad Celsius und einem unberechenbaren Wind kam noch der fast unglaubliche Umstand hinzu, dass die zur gleichen Zeit im Wettkampf befindlichen Stabhochspringer quer zur Abwurfrichtung die Anlaufbahn der Speerwerfer kreuzen mussten. Mit roten und weißen Fähnchen versuchte man den hierbei unvermeidbaren Querverkehr einigermaßen zu regeln. Der Frust war groß, schließlich erschienen von den sechs ausgewählten Altsenioren nur noch zwei zur Siegerehrung. Auch die an die Platzierten ausgegebenen Medaillen erschienen gewöhnungsbedürftig.
Als Teufert dann im Wagen zurück in Richtung Göttingen fuhr, konnte er über das alles aber nur noch schmunzeln: Die alten, ehemals hoch dekorierten Werferasse waren alle von einem Außenseiter geschlagen worden und das nur mit einer Weite von unter 20 Metern, ein wirklicher Treppenwitz aus der sich immer abwechslungsreich darbietenden Seniorenleichtathletik. Zum gleichen Ergebnis hätte schließlich auch noch Teuferts zweitbester Wurf von 18,90 Metern geführt.