„30 Euro für Tennis, aber nicht für Fußball“

Abteilungsleiter Dirk Böker: "Immer mehr Flexibilität ist gefragt." (Foto: O. Krebs)

SCL-Spartenleiter Dirk Böker über Probleme im Jugendfußball

(ok). Auch im Jugendfußball gibt es nichts umsonst, gute, lizensierte Trainer – gerade in den oberen Mannschaften – seien nicht unbedingt für ein sprichwörtliches 'n Appel und 'n Ei zu bekommen. Und noch ein Problem: "Oft fehlt dann auch ein passender Co-Trainer", sagt Dirk Böker, Abteilungsleiter Fußball beim SC Langenhagen. Probleme, die wohl nicht nur der größte Sportclub Langenhagens hat. Gute Trainer mit Zeit und Engagement seien rar, wenn sie wechselten, nähmen sie oft auch Spieler mit. Die Folge: Jugendmannschaften bluteten aus; Vereine fehlten die Perspektiven. Für Dirk Böker stellen Jugendspielgemeinschaften die einzige brauchbare Alternative dar. Gerade im Leistungsbereich sei Qualität aber unbedingt nötig, oft stimme die Chemie zwischen Eltern und Trainer aber einfach nicht. Aktuell gibt es jetzt zum Beispiel einen Wechsel des Coaches von der C- zur B-Jugend. Süffisant merkt Böker an: "Viele sehen ihre Kinder als potenzielle Bundesligaspieler". Der Spartenleiter, der über seinen 20-jährigen Sohn zum Fußball gekommen ist, betont aber auch: "Das trifft auf die C-Jugend und ihre Probleme nicht zu." Fakt sei allerdings auch, dass es wohl kaum Mannschaften gebe, die über zehn Jahre zusammenblieben. Generell sei es in einer Zeit, in der immer mehr Flexibiltät gefordert sei, eine Herausforderung, einen Mannschaftssport zu betreiben. Böker: "Im Fitnessstudio gibt es lediglich finanzielle Verpflichtungen. Wer seinen Beitrag gezahlt hat, ist relativ frei, was die Zeiteinteilung angeht." Darüber hinaus seien viele Mütter und Väter zwar bereit, 30 Euro für eine Tennisstunde, nicht aber für eine Fußballstunde auszugeben. Die solle dann höchsten einen Euro kosten. Eine hundertprozentige Zufriedenheit sei eben kaum zu erreichen. Zudem die Eltern eine Menge Engagement aufbringen müssten, denn Trikotsätze würden zum Beispiel nicht vom Verein finanziert. Dafür müssten dann Sponsoren gewonnen oder das Geld selbst hart erarbeitet werden – etwa durch die Einnahmen bei selbst ausgerichteten Fußballturnieren.