Ali Damergi überragend

Traf in letzter Minute: ali Damergi.

Spartas letztes Aufgebot holt drei Punkte beim Tabellenführer.

„Ich bin einfach nur stolz auf euch!“ Jamal Miri, Spartas 37-jähriger Coach, zeigte sich kurz nach dem Abpfiff einer hochspannenden Begegnung im Kreise seiner Spieler emotional berührt. Und dies aus gutem Grund, denn was seine Elf zuvor über 94 Minuten beim Gastgeber Mellendorfer TV abgeliefert hatte, war eine exzellente Vorstellung. Immerhin gingen die Platzherren als Tabellenführer in diese Partie, auch mit dem Anspruch, ihren Nimbus zu verteidigen, nämlich auf eigenem Terrain ungeschlagen zu bleiben. Bei den Spartanern herrschte dagegen vor diesem Spiel eher zaghafter Optimismus, denn der Kader war arg dezimiert. Neben Betreuer Klaus Borchewski hatte auf der Bank lediglich Miris Assistent, Rinaz Ossman, als Einwechselspieler Platz genommen, während sein Chef einmal mehr selbst als Aktiver im Mittelfeld im Einsatz war. Ein Luxusproblem bot sich auf der Gegenseite dem Mellendorfer Trainer Alexander Fleischer, dessen Ersatzbank sich mit sechs Kräften geradezu üppig ausnahm.
Sehr zur allgemeinen Überraschung begannen die Schwarz-Gelben ausgesprochen forsch auch dank ihres Torjägers Ali Damergi, der ziemlich allein an vorderster Front für mächtig Unruhe in den Reihen der MTV-Abwehr sorgte. Als Sedat Ekinci in der 4.Minute gut zwanzig Meter vor dem Kasten der Hausherren gelegt wurde, konnte Keeper Patrick Kaiser den Freistoß Damergis erst im Nachfassen unter Kontrolle bringen und auch in den folgenden Minuten herrschte zweimal (6./8.)höchste Alarmstufe bei den Vorstößen des antrittsschnellen und durchsetzungsstarken Angreifers. Wie eine kalte Dusche wirkte angesichts des bisherigen Spielverlaufs daher der Führungstreffer für die Heim-Elf nach zwölf Minuten. Nils Gottschalk profitierte dabei von einem Patzer des ansonsten starken Niklas Neumann und erzielte mit dem ersten Schuss auf Hafez Hassos Gehäuse das 1:0 für seine Farben. Es sprach für die Moral und die Einstellung der Spartaner an diesem Tag, dass dieser Rückschlag keine anhaltende Wirkung zeigte, das Gegenteil war der Fall. Mit einem unwiderstehlichen Solo von der Mittellinie schüttelte Damergi in der 22.Minute vier Gegenspieler ab und schob lässig zum Ausgleich ein. Als er wenig später im Strafraum zu Boden gerissen wurde, verhängte Schiri Bayram Demiray völlig zu Recht einen Elfmeter, den Gezim Kelmendi souverän zur 2:1-Führung in die Maschen setzte (36.). Mellendorfs Stürmer blieben gegen eine von German Ullmann umsichtig organisierte Abwehrreihe weitgehend harmlos und nur ein Flanke von Jonas Frenzel, welche auf dem Querbalken landete, bedrohte bis zum Seitenwechsel Spartas Tor ernsthaft.
Juri Cuiko hätte fünf Minuten nach Wiederanpfiff mit seinem Kopfball fast das Ergebnis ausgebaut, fand allerdings in TW Kaiser seinen Meister. Bei nun verteiltem Spielverlauf fehlten zwar hochkarätige Torraumszenen, aber spannend und ansehnlich war diese Partie mit vielen packenden Zweikämpfen für die zahlreichen Zuschauer dennoch. Der kurz zuvor eingewechselte Leif Kattge ließ die MTV-Anhänger in der 66.Minute jubeln. Seinen Vorstoß auf der rechten Seite schloss er aus spitzem Winkel mit viel Effet zum Ausgleich ab, Miri war zuvor das Leder im Mittelfeld unglücklich versprungen. Auch diesen Treffer steckte die Elf vom Silbersee unbeeindruckt weg und hielt gegen die vehement um den Sieg kämpfenden Hausherren jederzeit gut mit. Trotz intensiver Laufarbeit bei sommerlichen Temperaturen und einen Gegner, der im Verlauf der zweiten Halbzeit drei frische Spieler auf den Platz brachte, geriet man kaum in Gefahr den angestrebten Punkt zu verlieren. Ganz zum Schluss kam es sogar noch besser. Der 19-jährige Damergi nahm einen weiten Abschlag von Torhüter Hasso an und entwischte seinen Bewachern erneut, um kaltblütig zum Siegtor in der 90.Minute zu vollenden. Für Mellendorf ein herber Rückschlag im Meisterschaftsrennen.
Für Sparta geht die Terminhatz weiter: Am 1.Mai stand das Halbfinal-Pokalspiel in Dedendsen auf dem Plan, zwei Tage später (Donnerstag, 3. Mai.)das Nachholspiel auf eigenem Platz gegen TSV Poggenhagen (19. Uhr) bevor am Sonntag, 6. Mai. um 15 Uhr die Reserve von TuS Garbsen am Silbersee zu Gast ist. Vier Partien in 8 Tagen!

Aufstellung Sparta: Hafez Hasso; David Waziri, German Ullmann, Issa Saado, Cem Erkan, Niklas Neumann, Gezim Kelmendi, Jamal Miri, Juri Cuiko (63.Min. Rinaz Ossman), Ali Damergi, Sedat Ekinci.