„Auf eigene Stärken konzentrieren“

RECKEN wollen gegen den HSC 2000 Coburg nachlegen

Elf Tage nach dem sensationellen Auswärtssieg beim SC Magdeburg und folgendem spielfreien Wochenende ist die TSV Hannover-Burgdorf am kommenden Sonntag wieder in der DKB Handball-Bundesliga im Einsatz. Um 17.15 Uhr finden die „bayerischen Heimspielwochen“ ihren Abschluss, wenn sich mit dem HSC 2000 Coburg der dritte Aufsteiger in der Swiss Life Hall Hannover vorstellt. Trotz der aktuellen Tabellenkonstellation sind DIE RECKEN (6. Platz) gegen die Oberfranken (18.) gewarnt. „Coburg hat starke Akteure in seinen Reihen, was sie speziell bei ihren Siegen in dieser Saison gezeigt haben. Daher muss es unser Ziel sein, mit unserer eigenen Leistung die Stärken des HSC 2000 einzudämmen“, geht Trainer Jens Bürkle die Aufgabe gegen die bayerischen Gästen mit Respekt an.
Nachdem der HSC 2000 Coburg mit Tabellenplatz drei in der abgelaufenen Zweitligasaison dank der besseren Tordifferenz den erstmaligen Aufstieg in die stärkste Liga der Welt feiern konnte, wollen die Vestestädter unter dem Motto „GemE1NSam“ nun auch in Liga eins für Furore sorgen. Mit Jan Gorr verfügen die bayerischen Gäste über einen Trainer, der trotz seines jungen Alters bereits über große Erfahrung verfügt. Nach überaus erfolgreichen Jahren beim TV Hüttenberg, in denen Gorr ebenfalls der Aufstieg in die DKB Handball-Bundesliga gelang, war der 38-Jährige anschließend als Co-Trainer der deutschen Männer-Nationalmannschaft aktiv. Im Jahr 2013 entschied sich der gebürtige Hesse parallel zu seinem DHB-Engagement für das Projekt HSC 2000 Coburg, mit dem ihm 2014 zunächst die Meisterschaft in der 3. Liga und nun mit dem Bundesligaaufstieg die vorläufige Krönung gelang.
Gorr verfügt dabei auch in dieser Saison über eine homogene Mannschaft ohne echten Star, in der neben hoher Teamfähigkeit vor allem das handballverrückte Publikum als Trumpf gilt. Von einem größeren Umbruch blieb der HSC 2000 zudem verschont. Zwar verließen mit Matthias Gerlich (ThSV Eisenach), Sebastian Kirchner (Karriereende), Tomas Riha und Jiri Vitek (beide Ziel unbekannt/Tschechien) vier langjährige Akteure den Verein. Im Gegenzug wechselten mit Nico Büdel, Stefan Lex (beide TSG Ludwigshafen-Friesenheim), Tom Wetzel (TuS N-Lübbecke) und Sebastian Weber (HSG Wetzlar) bundesligaerfahrene und gleichzeitig noch entwicklungsfähige deutsche Spieler in die 41.000-Einwohner-Stadt.
Mit dem Tschechen Jan Kulhanek setzt Gorr auf einen Torhüter, der an guten Tagen wie beim überraschenden 25:20-Auftaktsieg in Melsungen einen Gegner zur Verzweiflung treiben kann. Zudem verleihen der ehemalige Wetzlarer Spielmacher Adnan Harmandic, Neuzugang Nico Büdel (48/9 Tore) und der österreichische Rückraumschütze Romas Kirveliavicius (44) dem Coburger Rückraum gleichermaßen Spielfähigkeit wie Torgefahr. Hinzu kommen mit Steffen Coßbau (52/26) und Florian Billek (48/1) torgefährliche Akteure auf den Außenpositionen, deren Stärken vor allem im Gegenstoß zum Tragen kommen.
Entsprechend ordentlich verkauft sich der HSC 2000 in der bisherigen Spielzeit, wenngleich Tom Wetzel und nun auch Kreisläufer Markus Hagelin verletzungsbedingt längerfristig ausfallen. Dem Überraschungserfolg bei der MT Melsungen folgten zwar zunächst acht Niederlagen in Folge, in den meisten Partien konnte der Aufsteiger jedoch lange Zeit mithalten. So musste sich das Gorr-Team gegen Leipzig (31:33) und Stuttgart (23:26) sowie in Gummersbach und Göppingen (jeweils 27:31) verhältnismäßig nur knapp geschlagen geben, ehe ein sicherer 24:19-Sieg über HBW Balingen-Weilstetten für neue Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt sorgte.
Obwohl sich die Oberfranken mit nun 4:20 Punkten vorerst auf dem letzten Tabellenplatz wiederfinden, dürfen Niedersachsens Spitzenhandballer die Gäste nach der bisherigen Saison keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen. „Ein Sportspiel ist gekennzeichnet durch einen offenen Ausgang. Wir tun gut daran, von Spiel zu Spiel zu denken“, fordert Jens Bürkle von seiner Mannschaft volle Konzentration, was auch der wiedergenesene Sven-Sören Christophersen bestätigt. „Wir müssen zu 100 Prozent fokussiert sein und den Schwung der letzten Spiele mitnehmen. Es geht darum, das Maximum an Punkten zu erkämpfen, egal gegen wen es geht.“
Nachdem die Tage nach dem Spiel in Magdeburg der Regeneration gewidmet waren, steht seit Montag die Partie gegen den HSC 2000 im Mittelpunkt. „Die freien Tage haben sehr gut getan. Seit Anfang der Woche liegt der Fokus aber voll auf Coburg, weshalb wir die Trainingsintensität angezogen haben“, so Bürkle. Passend dazu entspannt sich mit der Rückkehr von Sven-Sören Christophersen die personelle Situation allmählich, wenngleich Csaba Szücs weiterhin ausfällt und der Einsatz von Casper U. Mortensen ebenfalls fraglich ist. „Inwiefern ich zum jetzigen Zeitpunkt schon eine Alternative sein kann, entscheidet der Trainer. Ich versuche natürlich, schnellstmöglich wieder bei 100 Prozent

zu sein, um der Mannschaft zu helfen“, freut sich Christophersen über sein bevorstehendes Comeback nach seiner fast dreimonatigen Verletzungspause. „Wir freuen uns auf die tolle Stimmung in unserer RECKEN-Festung Swiss Life Hall und die Unterstützung durch unsere Fans, um uns gemeinsam die beiden Punkte zu erkämpfen.“
Mehr als 3.400 Zuschauer werden bereits jetzt die Begegnung gegen die Oberfranken verfolgen. Karten sind noch im Online-Ticket-Shop oder an der Abendkasse erhältlich.