Auf Ümit Topal ist Verlass

Spartas Torjäger trifft beim 2:1-Sieg in Neustadt doppelt

Die Anspannung war Spartas Übungsleiter Jamal Miri bei dem schwer erkämpften Erfolg in Neustadt sichtlich anzumerken, was auch Ausdruck in einem erhöhten Nikotinkonsum ganz im Stil des legendären ehemaligen HSV-Trainers, Ernst Happel, fand. In der Tat trafen die Spartaner in dieser Fußball-Partie unter Flutlicht auf einen Gegner, der bei Weitem stärker aufspielte als es der augenblickliche Tabellenstand, nämlich Rang zwölf – vermuten ließ. Neben anhaltendem Nieselregen und damit auch schwierig bespielbaren Untergrund beeinträchtigte die mäßige Ausleuchtung des großen B-Platzes den Durchblick beider Teams zusätzlich. Umso höher war bei diesen Bedingungen die Leistung des Unparteiischen Sven Jürgens vom RSV Seelze einzuschätzen, der in dieser nicht zimperlich geführten Begegnung immer die richtigen Entscheidungen traf und mit fünf gelben Karten (zwei für Spartas Cem Erkan sowie Saado Taufick) auskam. Mit diesem Sieg hält die Elf vom Silbersee vorerst auf Platz drei zumindest Anschluss an die beiden Aufstiegsränge und steht nun am Sonntag vor einer vermutlich noch höheren Hürde beim Tabellenführer SV Türkay Sport Garbsen.
Von ihrem prominenten Trainer Marcus Olm bestens eingestellt, demonstrierten die Gastgeber sofort, dass sie trotz der vermeintlichen Außenseiterrolle nicht kampflos die Punkte abgeben wollten. Bissig in den Zweikämpfen und mit weiträumigen Pässen, adressiert an die schnellen Sturmspitzen, zeigte sich Neustadt von Beginn an äußerst engagiert. Da war es nur gut, dass Tufan Akca im Abwehrzentrum sicher stand und auch seine Nebenleute aufmerksam zu Werke gingen. Erstmals übrigens dabei war der 19-jährige Florian Wienecke, der auf der linken Außenverteidiger-Position ein gelungenes Debut feierte.
Welchen Stellenwert er in seinem Team besitzt, bewies einmal mehr Ümit Topal, der nach elf Minuten in Robben-Manier von der linken Seite in den Wacker-Strafraum vordrang und deren starken Keeper Sven Heinze-Bittner mit einem fulminanten Schuss zur 1:0-Führung überwand. „Jetzt den Zweiten nachlegen, dann werden die FCer ruhiger“, orakelte Spartas Vorstandsmitglied Hilmar Brodersen gerade, als nur fünf Minuten später wie aus dem Nichts der Ausgleich fiel. Der gut postierte Schiri hatte im Anschluss an eine Ecke ein Handspiel im Langenhagener Strafraum ausgemacht und Neustadts Elvis Gacaferi ließ sich diese Möglichkeit zum Ausgleich vom Elfmeter-Punkt nicht entgehen. Die Partie blieb danach ziemlich offen, wenngleich die Schwarz-Gelben mit der besseren Spielanlage aufwarteten. Echte Torchancen waren allerdings eher rar. So kam Danijel Toroman nach einer halben Stunde von der Strafraumgrenze zwar frei zum Schuss, fand allerdings den Schlussmann auf dem Posten. Ebenso erging es Alex Peil in der 40.Minute, der aus Nahdistanz das Leder nicht über die Linie brachte. Nur gut, dass wiederum Topal reaktionsschnell zur Stelle war und im Nachsetzen den 2:1 Pausenstand herstellte. In nur neun absolvierten Spielen stehen für Spartas Torjäger damit rekordverdächtige 21 Treffer auf dem Konto.
Zwischenzeitlich einsetzender Starkregen kühlte die bis dahin hitzige Partie im zweiten Abschnitt merklich ab. Bei den Platzherren machte sich angesichts des hohen Anfangstempos ein Substanzverlust bemerkbar, während die Spartaner zunehmend die Kontrolle übernahmen, ohne dabei besonders druckvoll zu agieren. Die nicht sehr zahlreichen gelungenen Aktionen in Richtung Wacker-Strafraum endeten zu häufig mit einem finalen Fehlpass. Bei den sporadischen Kontern mussten die Schwarz-Gelben jederzeit auf der Hut sein. Die Miri-Schützlinge hätten allerdings früher eine Entscheidung herbeiführen und sich das Zittern bis zum Schluss ersparen können.
Der Tabellen-Primus Türkay Sport Garbsen setzte sich im Nachholspiel 4:3 bei der Godshorner Reserve durch und hat nun ein sattes Polster von acht Pluspunkten vor den Spartanern, die jedoch noch eine Begegnung in Gümmer nachzuholen haben. Das Aufeinandertreffen am Sonntag am Planetenring in Garbsen bietet die Möglichkeit den Abstand zu verringern. Dazu wäre es hilfreich, wenn auch Ümit Topals Sturmpartner wieder einmal für Furore sorgen. Spielbeginn ist um 14 Uhr.

Aufstellung Sparta: Benjamin Hotze; Tufan Akca, Florian Wienecke, Aaron Mehrbakhsh, Bilel Khlifi, Mario Mazzeo (84.Minute Patrick Brodersen), Saado Taufick, Alex Peil (68.Minute Arber Musliu), Danijel Toroman, Ümit Topal, Cem Erkan.