Bei Sparta steht zum ersten Mal die Null

Sparta: Not-Elf trotzt dem Tabellen-Primus

Er war vor dem Anpfiff fast zur Nebensache geraten, der Auftritt des Aladzic-Teams beim Tabellenführer in Poggenhagen. „Wir wollen diese Angelegenheit nicht weiter befeuern und keine schmutzige Wäsche waschen!“ Unisono gaben am Rande dieser Begegnung Vorstandsmitglied Hilmar Brodersen als auch Spartenleiter Ingo Schmeisser nur einen knappen aber vielsagenden Kommentar zu der überraschenden personellen Entwicklung beim Klub vom Silbersee seit dem letzten Heimspiel ab. Was war geschehen? Eine Fraktion von fünf Stammkräften, Rossmann, Kuba, Michaelis, Ahrenstedt und Schlicht machte nach Angaben des Vereins ihr Mitwirken bis zum Ende der ersten Halbserie Anfang Dezember davon abhängig, dass sie danach die sofortige Freigabe für einen Vereinswechsel erhielten. Die Gruppe erhält nun ihren Spielerpass ohne Freigabevermerk und steht ab sofort nicht mehr im Kader. Aus beruflichen Gründen hat sich auch Kai-Carsten Stock zurückgezogen, der entstandene Aderlass stellt zweifellos eine gravierende Schwächung des Aufgebots für den weiteren Saisonverlauf dar. Wie man unter erschwerten Bedingungen dennoch eine respektable Leistung abrufen kann, demonstrierte eine dezimierte Truppe am Sonntag im Neustädter Ortsteil. Nach dem Motto „Zusammenrücken ist angesagt“ zeigte sich die Mannschaft hochmotiviert und bot eine grandiose kämpferische Leistung mit dem Ergebnis, am Ende völlig überraschend einen Punkt aus der Nähe des Steinhuder Meeres mit auf die Heimreise genommen zu haben. Dabei war es nicht einmal so, dass die Platzherren über die neunzig Minuten drückend überlegen aufspielten. Im Gegenteil, die Spartaner verstanden es, immer wieder geschickte Konter anzusetzen und gegen die nicht sattelfest wirkende TSV-Deckung eigene Chancen zu kreieren. So bot sich Timo Renziehausen nach einer Viertelstunde die erste nennenswerte Möglichkeit dieser Partie, allerdings strich der Ball knapp über den Querbalken. Dass auch ein torloses Spiel durchaus unterhaltsam und spannend verlaufen kann, belegte der der weitere Verlauf, in dem der Tabellenführer erst gegen Ende der ersten Halbzeit das von Keeper Bernd Winkler wieder vorzüglich gehütete Gehäuse stärker unter Beschuss nahm. Jeweils ein Pfosten- und Lattentreffer in der Nachspielzeit verhinderte einen Rückstand zur Pause. Aber Glück hat bekanntlich ja auch nur der Tüchtige und in dieser Hinsicht hatte sich Sparta bis dahin selbst übertroffen.
Der quirlige Matthias Pollmann, in früheren Kreisliga-Zeiten bereits erfolgreich für die Schwarz-Gelben im Einsatz und zuletzt in der Reserve aktiv, stand in der 52. Minute eigentlich zwingend vor dem Führungstor. Von der Strafraumgrenze verfehlte er den verwaisten Kasten nur um Zentimeter, wurde dabei allerdings von einem Gegner heftig attackiert und musste kurz darauf angeschlagen das Feld verlassen. Auf der Gegenseite hatten auch die Aladzic-Schützlinge in der 65.Minute eine Schrecksekunde zu überstehen, aber Bernd Winkler hielt mit phantastischem Reflex die Null für sein Team. Das mutige Auftreten der Spartaner setzte sich fort, wobei es ihnen mit zunehmender Spielzeit immer besser gelang, mit guter Zuordnung und Raumaufteilung das Geschehen vom eigenen Tor fern zu halten. Die Abwehr, zuletzt immer wieder in der Kritik, stellte mit den diesmal überragenden Bilel Khlifi, Sven Hoffmann sowie André Lange, erstmals nach langer Verletzungspause wieder am Ball, im Übrigen ein unüberwindliches Bollwerk dar. Ein schneidiger Sololauf von Daniel Hupp wurde nur durch ein Foul unterbunden, allerdings blieb der daraus resultierende Freistoß in der TSV-Mauer hängen (72.Min.). Tobias Sauermilch hatte die letzte Gelegenheit in der Schlussminute. Aber auch ohne abschließenden Torerfolg war allen Beteiligten nach dem Abpfiff die Freude ob des unverhofften Remis ins Gesicht geschrieben.
Nun hofft man, in der Partie gegen die Reserve des TSV Mühlenfeld am Sonntag die magere Heimbilanz von nur einem Sieg aufbessern zu können. Als Tabellensiebter steht der Gegner im gesicherten Mittelfeld, während Sparta mit lediglich neun Pluspunkten derzeit nur knapp über dem Strich, sprich einem Abstiegsplatz, rangiert. Spielbeginn am Silbersee um 14 Uhr.
Aufstellung: Bernd Winkler; Timo Renziehausen, Daniel Hupp, Sven Hoffmann, André Lange, Niklas Neumann, Dennis Schweer, Patrick Brodersen (80. Minute Marcel Gräger), Bilel Khlifi, Stanislaus Vetter, Matthias Pollmann (63. Minute Tobias Sauermilch).