"Das hatte eher Volkslaufniveau"

Die Langenhagener Sportler setzten sich trotz nicht optimaler Bedingungen durch.

Spartaner bei Senioren-Europameisterschaft im Straßenlauf

24 Sportler vom DJK Sparta Langenhagen reisten jetzt zur Senioren-Europameisterschaft im Straßenlauf, Gehen und Cross-Staffel in die Ausläufer des Riesengebirges nach Upice (Tschechien), um dort um Bestzeiten, gute Platzierungen und Medaillen zu kämpfen. Doch leicht wurde es den Sportlern nicht gemacht. Die Wettkampfbedingungen waren alles andere als ideal. Dabei waren es weniger die ungemütlich kühlen Temperaturen, auch nicht das anspruchsvolle Streckenprofil auf den einzelnen Distanzen, sondern eher die schlechte Organisation durch den europäischen Leichtathletikverband und dem tschechischen Veranstalter vor Ort. Die Wettkampfstätten für die Geher-Wettbewerbe und die Cross-Staffel fanden 15 bis 30 Kilometer entfernt vom eigentlichen Austragungsort Upice in kleinen Dörfern ohne Infrastruktur statt. Zwar waren Pendelbusse im Einsatz, die jedoch nur morgens hin und nachmittags zurück fuhren. So war die Zeit vor und nach dem Wettkampf vielfach einfach nur mit Warten zu überbrücken, was für manchen Athleten anstrengender war als der sportlich aktive Teil. Die gesamte Veranstaltung hatte eher Volkslaufniveau und entsprach nicht den Erwartungen an eine Europameisterschaft. Auch hätten die Funktionäre des Deutschen Leichtathletikverbandes die Athleten besser unterstützen können.
Trotzdem ließen sich die angereisten Spartaner davon nicht demotivieren. Schon am ersten Wettkampftag konnte sich Birgit Komoll (W 50) beim Zehn-Kilometer-Gehen die Silbermedaille in der Mannschaftswertung sichern, während Roswitha Ebel (W45) bei ihrem ersten Start in dieser Disziplin knapp das Mannschaftsgold verpasste, da die vor ihr liegende deutsche Starterin kurz vor dem Ziel disqualifiziert wurde. Am Nachmittag starteten in Upice die Zehn-Kilometer-Läufe der Frauen und Herren. Hier unterstrich Hannelore Lyda ihre starke Form, sie erkämpfte sich als drittschnellste deutsche Frau in der Altersklasse W 55 Mannschaftsgold. Ulrich Grewe setzte sich in der stark besetzten M 50 durch und errang die Bronzemedaille mit der Mannschaft.
Am Sonnabend fanden die Läufe der Cross-Staffeln statt. Hier erkämpften sich Hannelore Lyda und Roswitha Ebel Startplätze und gewannen auf der dreimal Zwei-Kilometer-Strecke Gold und Silber. Am Sonntag, dem Abschlusstag der EM, war der Halbmarathonlauf angesetzt. Auf der 21 Kilometer langen Strecke triumphierte Daniela Paschköwitz in der Altersklasse 40 und sich Mannschaftsgold holen. Auch wurden einige persönliche Bestzeiten auf der recht hügeligen Strecke erlaufen, Sabine Buss und Uwe Schubert jubelten im Ziel über ihre neuen Zielzeiten. Während noch der Großteil der Halbmarathonläufer auf der Strecke war, fiel der Startschuss für die Geher-Wettbewerbe auf den Langstrecken. Hier konnte sich Birgit Komoll auf der 20-Kilometer-Distanz ihr zweites Mannschaftssilber erkämpfen. So ging trotz der widrigen äußeren Umstände ein erfolgreiches Läufer- und Geher-Ereignis vorüber. Roswitha Ebel zeigte, dass man auch bei vier Wettkämpfen in drei Tagen ein gutes Ergebnis absolvieren kann.
Neben den sportlichen Erfolgen blieb den Spartanern aber auch die Erinnerung an ein tolles gemeinschaftliches Erlebnis neben der Strecke. Abends fand man sich zusammen und feierte gemeinsam die kleinen und großen Erfolge des Tages. Die nächste EM kann kommen und aus organisatorischer Sicht nur besser werden.