Der Knoten ist endlich geplatzt

Auch am Boden ging's zur Sache.

Fabio Fischer und Kilian Frank holen Technikerpreis

Mehr als 600 Teilnehmer aus Norddeutschland, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Thüringen, Berlin und sogar aus den Niederlanden kamen zum Judo- Hamme- Pokal nach Ritterhude/Bremen. In dem durchweg starken Teilnehmerfeld kamen die Judoka des Judo-Club Godshorn sehr gut zurecht und erreichten sogar in der Gesamtwertung den fünften Platz von 45 angereisten Vereinen.
Bereits bei den Kämpfen der U11 deutete sich schon eine kleine Sensation an. Enrico De Castro (bis 26 Kilogramm) schaltete gleich zu Beginn überraschend den Favoriten Fiete Esser aus Bremen aus und kämpfte sich dann sicher bis zum Halbfinale durch. Dort verlor er dann durch eine Unaufmerksamkeit gegen Ricardo Gelbke (Hannover) und traf im Kampf um Platz 3 erneut auf Fiete Esser. Diesmal ließ der couragierte Esser sich allerdings nicht noch einmal die Butter vom Brot nehmen und besiegte De Castro deutlich. Dennoch ist der fünfte Platz für Enrico, der erst sein zweites Turnier kämpfte, eine bemerkenswerte Leistung. In der Klasse bis 29 Kilogramm trat Kilian Frank souverän auf und blieb bis zum Finale siegreich. Wie auch in den Kämpfen vorher gewann er das Finale ebenfalls vorzeitig mit Punktsieg und holte sich mit dieser bravourösen Leistung die Goldmedaille. Mit Fabio Fischer (bis 37 Kilogramm) hatte der Club gleich noch einen Siegertypen am Start. Fischer erreichte durch Punktsiege das Halbfinale und siegte auch hier vorzeitig. Das Finale verlor er nach einem packendem Duell gegen Felix Bandenhagen (Berlin) dann knapp, was die Silbermedaille bedeutete. Eine weitere Überraschung war dann, das Fabio und Kilian Fabio den Technikerpreis in dieser Altersklasse erhielten. Kilian für die enorme Geschwindigkeit, mit der er seine Gegner aufs Kreuz legte und Fabio für die Technikvielfalt, mit der er seine Kämpfe gewann. Einzig Wettkampfneuling Marian Menon (bis 21 Kilogramm) blieb an diesem Tag ohne Sieg. Er schlug sich zwar tapfer, die Kampfrichter bewerteten aber leider ein paar Aktionen des Godshorners nicht. „Zwei Kämpfe hätte man durchaus anders herum entscheiden können“ kommentierten die Godshorner Trainer die Bewertungen der Unparteiischen.
In der Altersklasse U14 meldete sich Dominik Karow (bis 34 Kilogramm) nach fast einjähriger Wettkampfpause eindrucksvoll zurück. Nachdem Karow erst im Viertelfinale verlor erkämpfte er sich dann mit drei aufeinander folgenden Siegen verdient die Bronzemedaille. Vereinskamerad Luca-David Sundermann-Doallo konnte in derselben Klasse einen guten neunten Platz erreichen. In der mit 28 Teilnehmern am stärksten besetzten Klasse bis 37 Kilogramm starteten Mike Böhm und Hendrik Käßmeyer. Böhm schied nach vier Kämpfen, von denen er zwei gewann, allerdings vorzeitig aus. Neuling Käßmeyer zeigte auf seinem zweiten Turnier mit drei Siegen und zwei Niederlagen schon eine tolle Leistung und wurde Neunter. David Deibel (-43 kg.)verpasste den Einzug ins Finale nur knapp. Der den Tränen nahe und am Rande der Verzweiflung kämpfendeThilo Brückner(Osnabrück) besiegte David im Halbfinale und das in der letzten Sekunde. David erlitt eine Verstauchung der Schulter in diesem harten Duell. Im anschließenden Kampf um Platz 3 gegen Surabor Selimchan aus Berlin musste Deibel Kampflos aufgeben und wurde Fünfter. Cem-Justin Karaca (bis 50 Kilogramm) kämpfte zwar sehr stark, konnte aber am Ende nur Rang 9 erreichen. Niclas-Oliver Morick und Norman Feldmann (bis 55 Kilogramm) trafen leider, nachdem sie in der Hauptrunde verloren hatten, direkt aufeinander. Die Begegnung ging an Morick, der sich aber im Anschluss auch nicht weiter durchsetzen konnte Rang 7 für Niclas-Oliver und Rang 9 für Norman ist aber dennoch ein passables Ergebnis in dieser stark besetzten Klasse. Robin Gierschik (über 60 Kilogramm) sorgte dann noch einmal für Edelmetall auf Godshorner Seite. Eine souveräne Hauptrunde brachte ihn ins Finale, das er dann aber gegen Allessandro Gerdes verlor. Die Silbermedaille ist allerdings ein Riesenerfolg für den noch jungen Godshorner.
Mit vier Kämpfern ging der Club in der dann folgenden Altersklasse U17 an den Start. Damian Vogt (bis 50 Kilogramm) erreichte nach sehr guten Kämpfen das „kleine Finale“ um den 3. Platz, dass er leider nicht für sich entscheiden konnte. Platz Fünf erreichte auch Tobias Kolloch (bis 73 Kilogramm) nachdem er ebenfalls den Kampf um die Bronze-Medaille verlor. Tobias Käßmeyer siegte in der Klasse bis 60 Kilogramm nur einmal und musste sich dann dem starken Teilnehmerfeld geschlagen geben. Einzig Jannik Dahlke (bis 66 Kilogramm) erwischte einen Supertag und verlor nur das Finale gegen den Gewinner des Technikerpreises in dieser Altersstufe, Jonas von Holt aus Stade. Die Silbermedaille ist für Jannik die Erste errungene Medaille in der U17 und damit sehr wertvoll. „Endlich ist der Knoten geplatzt“ sagten die Trainer Michael-Günther Frank und Wilfried Kolloch, die an diesem Tag nicht über Langeweile klagen konnten.
Am Sonntag waren dann die Mädchen an der Reihe:
Bis 29 Kilogramm trat Laura di Michele Sanchez an führte im ersten Kampf mit Wazaari (sieben Punkte), verlor dann durch einen Haltegriff. Die weiteren drei Kämpfe gewann Laura souverän und sicherte sich die Silbermedaille in ihrer Altersklasse.
In der Altersklasse U14 waren Hannah Deliu bis 40 Kilogramm, Natascha Jastrzemski bis 44 Kilogramm und Pia Schneemann bis 48 Kilogramm an den Start gegangen. Pia hatte aber gleich im ersten Kampf eine starke Bremer Gegnerin, die im Boden (Haltegriff) bezwungen wurde. Auch in der Trostrunde verlor Pia sehr unglücklich und war natürlich sehr niedergeschlagen.
Natascha hat in ihrem stark besetzten Feld technisch gute Kämpfe geliefert und stand nach zwei Siegen im Halbfinale. Dort verlor sie trotz guter Leistung am Boden gegen die Kaderathletin Hannah Kunze. Im Kampf um Platz 3 war das Glück nicht auf ihrer Seite, gegen Berrit Schulz, die sie noch im ersten Kampf besiegt hatte verlor Natascha, aber erst nachdem sie ihre Gegnerin nicht mehr in dem Haltegriff halten konnte und somit keine Wertung mehr erzielen konnte, denn sie hätte die Gegnerin mindestens 15 Sekunden halten müssen, um die Wertung (Juko gleich fünf Punkte) ausgleichen zu können.
Hannah stand nach zwei schnellen Siegen sicher im Halbfinale. Dort erwartete sie Kim Heine, Norddeutsche Meisterin aus Bremen, die Hannah durch eine Unaufmerksamkeit hebeln konnte. Judo sei halt ein schneller Sport, so der Trainer Fehmi Deliu, der die Mädchen am diesen Tage begleitet hatte.
Im Kampf um Platz 3 besiegte Hannah dann aber ihre Gegnerin souverän und holte Silber.
„Wir sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen. Die meisten unserer Leute sind ja immerhin noch im ersten Jahr ihrer Altersstufen unterwegs. Das sie sich gegen größtenteils zwei Jahre ältere Gegner dennoch so zeigen, ist schon super“ so das Fazit der „drei“ Trainer.