Der Stadtpokal geht nach Godshorn

Im Zweikampf: Tim Grieger (TSV Godshorn, links) und Philipp Schmidt vom TSV KK.
 
Siegerehrung beim TSV KK: Im Vordergrund die Gewinner aus Godshorn.

3:0-Sieg im Finale gegen den TSV KK

Auf dem Langenhagener Stadtpokal wird demnächst hinter der Jahreszahl 2015 der Name des TSV Godshorn eingraviert werden. Nach den Erfolgen von 2013 und 2014 musste der TSV KK diesmal den Godshornern die Trophäe überlassen.
Der Landesliga-Aufsteiger vom Waldsee fungierte diesmal als Ausrichter und eröffnete die Veranstaltung mit einem Qualifikationsturnier für drei zweite Mannschaften. Geplant war, dass sich der Sieger dieser Spiele die Teilnahme am Turnier der Erstvertretungen sichert, so dass dieses mit zwei Dreiergruppen über die Bühne gebracht werden kann. Am Freitagvormittag erhielten die Organisa-
toren jedoch eine höchst unerfreuliche E-Mail. Der SC Langenhagen sagte seine Teilnahme kurzfristig ab und löste damit reichlich Unverständnis aus. Der Begriff Retourkutsche machte die Runde, weil die Jugendspielgemeinschaft nicht zustande gekommen war. Dirk Böker vom SC Langenhagen beteuert, dass er bis Donnerstagabend versucht habe, eine Mannschaft aufzustellen, die am Stadtpokal teilnimmt. Die Erfolgsaussichten wären zwar gering gewesen, aber der Spaß hätte im Vordergrund gestanden. Böker macht aber auch deutlich, dass die "hinterhältige und unehrliche Art und Weise", mit der die neue Abteilungsleitung in Sachen JSG agiert habe, zur Absage beigetragen habe. Sei es drum: Der TSV KK beschloss,
auch den Zweitplazierten des Qualifikationsturniers weiterkommen zu lassen. So setzte sich neben der Krähenreserve auch die zweite Mannschaft des TSV Godshorn vor Sparta Langenhagen II durch. In der Vorrunde trafen in Gruppe A der TSVKK I, der TSV Godshorn II und der MTV Engelbostel/Schulenburg zusammen. Der MTV Engelbostel/Schulenburg hatte für Sonntag für ein Blitzturnier gemeldet, schaffte den Sprung ins Halbfinale nicht. Die zweite Vertretung der Krähen und die Godshorner Reserve iwarren ns Halbfinale eingezogen. In Gruppe B hatte Godshorns Erste die Nase vorn, Krähenwinkels Zweite folgte mit vier Punkten auf Platz Zwei. Für Sparta Langenhagen war nach der Vorrunde Schluss. Somit kam es in den Semifinals zu zwei vereinsinternen Duellen – ein Novum in diesem traditionellen Wettbewerb, den es bereits seit . Im Duell KK I gegen KK II sorgte Philipp Schmidt mit einem abgefälschten Freistoß schnell für das 1:0 zugunsten der ersten Mannschaft. Die Zweite hielt fortan jedoch stark dagegen, erspielte sich gute Torchancen, konnte diese aber nicht verwerten. Mit einem deutlicheren Ergebnis verlief die Partie zwischen Godshorn I und Godshorn II. Der Bezirkspokalsieger besiegte das Spitzenteam der 1. Kreisklasse mit 4:0. Michel Rodriguez traf dreimal, den Endstand markierte Marven Bendel. Der dritte Platz wurde vom Elfmeterpunkt ausgeschossen. Godshorn II gewann mit 5:3 gegen den TSVKK II. Im Endspiel zwischen den ersten Mannschaften der beteiligten Vereine gab es dann zwei äußerst umstrittene Schiedsrichterentscheidungen. So wurde ein Tor von Krähenwinkels Florian Gähle nicht anerkannt, und Godshorn wurde ein mehr als fragwürdiger Elfmeter zugesprochen, den Michel Rodriguez zur 1:0-Führung nutzte. Dennoch war der Sieg der Godshorner, den Hendrik Göhr mit zwei Treffern auf 3:0 ausbauen konnte, vollauf verdient. Die Grün-Weißen waren über 60 Minuten die bessere Mannschaft. Doch gilt es zu bedenken, dass der TSV KK gleich zwölf Ausfälle zu beklagen hatte. Im Turnierverlauf kamen so unter anderem Co-Trainer Antonio Oliveira, Torhüter Jan-Hendrik Helms als Feldspieler und Florian Gähle, der zuvor
noch in der Zweiten gespielt hatte, zum Einsatz. Eingedenk dessen haben die Krähen ihre Sache sehr ordentlich gemacht. Die Siegerehrung wurde anschließend von Sportring-Präsidentin Michaela Hänjes vorgenommen, die zuvor eine Schweigeminute für die viel zu früh verstorbenen Heiner Rust
und Bernd Richter ausrief. Am Rande des Turniers gab es aufgrund des geringen Zuschauerinteresses, wozu am Sonnabend jedoch auch das Sturmtief beigetragen hatte, viele wehmütige Gedanken. So schwelgten einige Besucher in Erinnerungen an die Stadtpokal-Turniere in den 80er- und frühen 90er-Jahren. Der SCL, der
TSV KK und Sparta waren als höherklassige Teams die großen Drei. Engelbostel und Godshorn waren hochambitionierte Kreisligisten, und der SSV Langenhagen, der momentan keine erste Herrenmannschaft mehr gemeldet hat, sorgte als Underdog für manchen Farbtupfer. Das Turnier ging über mehrere Tage, und die Ränge waren voll. Weitere neidische Blicke gingen am
vergangenenn Wochenende in Städte wie Garbsen und vor allem Neustadt, in denen die Stadtmeisterschaft seit Jahrzehnten die Massen in ihren Bann zieht. Und wieder andere Besucher gaben ihre Gedankengänge preis, wie man dem Langenhagener Stadtpokal künftig neue Attraktivität verleihen kann. Eine Idee ist die Einführung einer Regionsmeisterschaft: Alle 21 Kommunen der Region spielen ihre Meister aus. Die Meister aller Städte und Gemeinden, aus größeren Städten auch die Zweit- oder
Drittplazierten, treffen sich dann an einem jährlichen wechselnden Spielort, um mit 32 Teams in Form eines Turniers den Meister der Region Hannover zu ermitteln. Mit lukrativen Preisgeldern versehen und von Print- wie Digitalmedien eifrig beworben, würde so ein hochattraktiver Wettbewerb entstehen, der auch das Turnier um den Langenhagener Stadtpokal zu neuem Reiz verhülfe, wenn die Teilnahme an einer Regionsmeisterschaft winkt. Was die Gegenwart betrifft, so gilt es noch zu erwähnen, dass der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide am letzten Donnerstag ein Testspiel beim Bezirksligisten TSV Fortuna Sachsenross Hannover bestritten hatte. Das Spiel war mit 2:4 verlorengegangen, lediglich Marc Ulrich und Sebastian Helms
hatten für KK getroffen. Am Dienstag dieser Woche, nach Redaktionsschluss, überprüfte KK-Trainer Bastian Schülke die Form seiner Elf im letzten Testspiel gegen Niedersachsen Döhren. Das erste Pflichtspiel findet dann am Dienstag, den 4. August statt. In der ersten Pokalrunde treten die Krähen ab 19.15 Uhr bei Landesliga-Konkurrent TSV Burgdorf an.