Der TSVKK erreicht die Bordsteinkante

Nach 4:2 gegen Lehrte nun auf Platz 13

Rückblick in den Dezember 2016: Der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide steckt weit abgeschlagen im Tabellenkeller der Fußball-Landesliga fest. Mit gerade einmal sechs Punkten irrlichtern die Krähen durch das Dickicht an der Schwelle zur Bezirksliga. Mai 2017: Hinter dem TSV Krähenwinkel/Kaltenweide liegt eine großartige Rückrunde. Mit der jüngsten Serie von nun 13 Punkten aus den letzten fünf Partien hat die Mannschaft die Bordsteinkante der Straße zur Rettung erreicht. Die Chancen, diese Straße zu überqueren und die Saison mit dem Klassenerhalt zu einem erfolgreichen Ende zu bringen, sind inzwischen größer denn je. Der 4:2-Sieg gegen den direkten Konkurrenten FC Lehrte war am Sonntag ein Meilenstein, den die Krähen passierten.
Mit dem FC Lehrte gastierte ein Team am Waldsee, das mit phänomenalen 106 Toren im letzten Sommer Meister der Bezirksliga geworden war. Das Sturmduo um Patrick Heldt und Michael Fitzner kam gemeinsam auf stolze 62 Treffer. Dass die Torfabrik eine Liga höher nicht an solche Quoten heranreichen kann, sollte nicht überraschen. Dennoch gilt die Offensive der Lehrter weiterhin als brandgefährlich. So war Patrick Heldt in der Anfangsphase des Spiels auch zweimal bei Jan Helms vorstellig geworden. Bei einem Schuss aus kurzer Distanz in der zehnten Minute und einer weiteren Gelegenheit zehn Minuten später war der Schlussmann des TSVKK zur Stelle gewesen. In der 26. Minute schaffte es dann Michael Fitzner, Helms zum 0:1 zu überwinden. Die Krähen konnten sich von diesem Schrecken schnell erholen. Nach einem Eckball von Renè Legien in der 32. Minute war es Verteidiger Tjark Miener, der das Spielgerät zum umjubelten Ausgleich in die Maschen köpfte.
Damit war der Halbzeitstand hergestellt. 56, 50, 53, 47 – das sind die Spielminuten, in denen der TSVKK zuletzt Tore erzielt hatte. Die Krähen erweisen sich derzeit als Experten der Post-Pausen-Ära, und es ist ihren Anhängern empfohlen, rechtzeitig die Plätze wieder einzunehmen. Für die 47, die diesmal das Tor zur 2:1-Führung brachte, leistete erneut Renè Legien die Vorarbeit. Sein schönes Zuspiel erreichte Alexander Dosch, und der Mannschaftskapitän bewies viel Übersicht, um den Ball einzuschießen. Kurz danach musste der FC Lehrte Patrick Heldt verletzungsbedingt vom Platz nehmen. Mit Patrick Werner nahm ein nicht minder bekannter Akteur seine Rolle ein. Und Werner sollte sogleich im Blickpunkt stehen, denn sein Kopfball in der 54. Minute landete an der Latte. In der Folgezeit kamen die Gastgeber zu mehreren guten Gelegenheiten, die Führung auszubauen. Nach Vorarbeit von Freerk Miener ging ein Schuss von Daniel Mücke knapp am Tor vorbei, Adrian Zimmermanns Kopfball nach einer Ecke von Philipp Schmidt fehlten wenige Meter zum Ziel, und der von Mücke und Dosch sehenswert eingeleitete Linksschuss von Schmidt strich ebenso eng am Kasten vorbei. Dann kam die 72.Minute und mit ihr das ersehnte dritte Tor. Ein scharf hereingetretener Schmidt-Eckball beförderte Lehrtes Antonio Marotta unglücklich ins eigene Tor – 3:1 für den TSVKK! Nachdem Michael Fitzner dann in der 82. Minute per Elfmeter verkürzen konnte, wurde es wieder spannend. Ein weiteres Gegentor wäre tragisch gewesen, denn dann wäre der FC Lehrte in der Tabelle vor den Krähen geblieben.
Die Rot-Blauen mussten es schaffen, den Heimsieg ins Ziel zu bringen. Dann waren neunzig Minuten vorüber und noch eine Nachspielzeit von vier Minuten zu absolvieren. Doch das Zittern, das Bangen und das Hoffen sollte sich bald in pure Freude und Erleichterung wandeln. Denn in der 92. Minute spielte Andreas Bart den Ball gekonnt zu Daniel Mücke, der sogleich Marc Ulrich anpeilte – und der Nummer Zehn des TSVKK, kurz zuvor erst eingewechselt, war es vorbehalten, das so wichtige Tor zum 4:2-Sieg zu erzielen. Ein großartiges Comeback des Stürmers, der so viele Monate verletzt hatte zusehen müssen. Das Überholmanöver ist geglückt – der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide ist in der Tabelle am FC Lehrte vorbeigezogen, und die Fans haben das Team dabei großartig unterstützt. Vor dem Spiel waren zahlreiche Krähen mit einem großen Banner aufgelaufen, das dem Team Mut zusprach und es zusätzlich motivierte. Und diese Motivation wollen die Rot-Blauen unbedingt auch in das nächste Spiel mitnehmen. Bereits am Freitag, den 19.Mai geht es um 19 Uhr mit einem Heimspiel gegen den TSV Pattensen weiter. Die Krähen brauchen erneut die tatkräftige Unterstützung ihres Anhangs.

Mannschaft: J. Helms, T. Miener, S. Helms, Tegtmeyer, Tasche, Legien (ab 65. Minute F.Miener), Zimmermann, Dosch (ab 82. Minute Bart), Mücke, P. Schmidt, Kunstmann (ab 91. Minute M.Ulrich); Trainer: Trebing.
Tore: 26. Minute 0:1 Michael Fitzner, 32. Minute 1:1 Tjark Miener, 47. Minute 2:1 Alexander Dosch, 72. Minute 3:1 Eigentor Antonio Marotta (Lehrte), 82. Minute 3:2 FE Michael Fitzner, 92. Minute 4:2 Marc Ulrich.