Derbe Packung im Klosterdorf

Sparta ohne Gegenwehr in Mariensee überrollt

Natürlich wusste man bei Sparta um die Heimstärke des bisherigen Fußball-Tabellenfünften und dennoch war das, was am Sonntag bei herrlichstem Herbstwetter in Mariensee quasi über sie hereinbrach, mehr als überraschend. „Planlos, kopflos, chancenlos!“ Rolf Ahrendt, seit gefühlter Ewigkeit Platzkassierer und bekennender Anhänger der ersten Herrenmannschaft der Schwarz-Gelben war über das Geschehen an diesem Nachmittag mehr als enttäuscht. Nur eine Woche nach dem zwar erfolglosen aber immerhin spektakulären Auftritt im Derby gegen Godshorn ließen die Spartaner alle Tugenden vermissen und kassierten eine auch in dieser Höhe verdiente Niederlage. Vorübergehend ist damit der Kontakt zu den beiden führenden Teams auf sechs beziehungsweise acht Punkte angewachsen und weitere drei Mannschaften haben jeweils nur noch drei Zähler Rückstand auf die Spartaner. Daher heißt es jetzt ganz schnell wieder in den Erfolgsmodus zu kommen, um das Saisonziel nicht frühzeitig aus den Augen zu verlieren.
Das Handicap, nämlich in dieser Partie auf den bisher torgefährlichsten Akteur Ümit Topal (privat verhindert) verzichten zu müssen und mit Tufan Akca einen grippegeschwächten Abwehr-Chef auf dem Platz zu haben, machte sich frühzeitig negativ bemerkbar. Nach vorn lief herzlich wenig und auch die sonst so sattelfeste Defensive wackelte gegen die nicht als übermäßig torgefährlich bekannten Angreifer der Platzherren. Yigit Arslan, der zur Pause mit einer Leistenzerrung passen musste, bot sich in der 12.Minute eine der wenigen Einschussmöglichkeiten für die Silbersee-Elf, die den etatmäßigen Feldspieler im Gehäuse der Gastgeber, Tobias Joerges, jedoch nicht vor ernsthafte Probleme stellte.
Eine weitere Szene nach einer halben Stunde erregte dann die Gemüter der Spartaner, als Cem Erkan in aussichtsreicher Position regelwidrig gebremst wurde und statt des erwarteten Freistoß am 16-Meter-Raum die gelbe Karte wegen angeblicher Schwalbe erhielt. Offensichtlich war man in den Reihen der Gäste gedanklich noch mit der Aufarbeitung dieser Fehlentscheidung beschäftigt, denn TSV-Stürmer Maurice Schwitalla legte im Gegenzug das 1:0 mit freundlicher Unterstützung von Keeper Benjamin Hotze vor. Der nächste Treffer in der 35.Minute wiederum von Schwitalla bedeutete in dieser zerfahren geführten Partie bereits so etwas wie eine Vorentscheidung.
Wenn überhaupt noch mit einer Wende hätte gerechnet werden können, war diese minimale Hoffnung wohl endgültig in der 46.Minute dahin. Schwitalla konnte ohne Mühe aus kurzer Distanz das 3:0 erzielen. Bei Sparta machte sich Resignation in allen Mannschaftsteilen breit und wenn sich nicht Martin Steinbrenner im Trikot der Heimmannschaft als Chancentod präsentiert hätte, wäre das Ergebnis wohl in noch peinlichere Dimensionen geraten. So bildete das 4:0 in der 79.Minute durch William Barr den Schlusspunkt in einer Begegnung, die man bei den Spartanern möglichst schnell abhaken sollte. Im Heimspiel am Sonntag auf dem Sportplatz am Silbersee wartet mit dem TSV Horst ein vermeintlich leichter Gegner, denn der langjährige Weggefährte aus Kreisliga-Zeiten ist auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht. Anpfiff 14 Uhr. Am Dienstag, 10. November, steht dann das Nachholspiel bei Wacker Neustadt auf dem Programm. Diese Partie wird unter Flutlicht um 19 Uhr angepfiffen.

Aufstellung Sparta: Benjamin Hotze; Tufan Akca (46.Minute Arber Musliu), Bilel Khlifi, Mario Mazzeo, Kai-Steven Lawrence, Bilel Khlifi, Tarik Tanman, Jonas Tekeste, Danijel Toroman, Yigit Arslan (46.Minute Taufick Saado), Rinaz Ossman (59.Minute Alex Peil).