Deutsche Teams auf Titeljagd

BSG-Akteurin Cornelia Baxmann bei Torball-WM in der Schweiz dabei

Die deutschen Torballnationalmannschaften der Damen und Herren werden an den fünften IBSA-Weltmeisterschaften in Magglingen (Schweiz) vom 25. bis 28. Juni teilnehmen. Mit dabei als beste Spielerin aus dem Norden ist Cornelia Baxmann (Behinderten-Sportgemeinschaft Langenhagen). Sie spielt bereits seit 23 Jahren sehr erfolgreich im Verein (unter anderem Deutscher Meister 1996, 2004, 2013 und Französischer Meister 1997) sowie im Nationalkader der Damen und will nach 2004 den Pokal mit der Nationalmannschaft zurückholen. Bereits 1999 wurde Cornelia Baxmann Europa-Meister und 1997 Vize-Europameister mit der Nationalmannschaft. 2007 erzielte die Mannschaft den dritten Platz bei den Damen.
Neben dem Gastgeber aus der Schweiz wird sich die Mannschaft um Chef-Trainer Marco Doth mit der Konkurrenz aus Österreich und Frankreich in einer Doppelrunde, jeder gegen jeden, messen müssen. Die beiden Ersten spielen dann das Finale. Zum ersten Mal treten damit nur vier Nationen bei den Damen an, da Italien, Belgien und Russland aus Kostengründen die Teilnahmezusage wieder zurückgezogen haben. Dennoch treffen bei dieser WM die derzeit besten vier Teams in einer Doppelrunde aufeinander; Fehler werden auf dem Weg ins Finale nicht verziehen.
„Die Mannschaft hat sich seit Monaten sehr gut vorbereitet und mehrere Leistungslehrgänge und Turniere absolviert. Somit können wir unsere Leistungen auf den Punkt abrufen“, so der Trainer Marco Doth. Die Mannschaftsführerin der Damen, Renate Hundsberger, ergänzt: „Ich finde, wir sind ein sehr harmonisches Team; dies ist für den sportlichen Erfolg und die Stimmung sehr wichtig. Ich freue mich daher auf gute Spiele und wünsche mir, dass wir ins Finale kommen.“
In den WM-Kader der Damen nominiert wurden außer Cornelia Baxmann (BSG Langenhagen) auch Melanie Schäfer (BSSV Dortmund), Gabi Eschebach-Weck und Elke Averesch (TG Unterliederbach), Renate Hundsberger (BSV München und Claudia Obermeier (VBSC Vorarlberg). Co-Trainer: Helge Bröckelmann (BSSV Dortmund) und Heidi Weberruss (BSV München).
Für das WM-Aufgebot der Herren hat Chefcoach Hans-Dieter Weidner neben Jörg Bechthold (BSV Berlin), Christian Bachmann (TFC Kaiserslautern), David Georgi und Markus Schönbach (beide TG Unterleiderbach), Hans Demmelhuber und Christian Ruland (beide SG Mühldorf-Altötting-Landshut) nominiert.
Was ist eigentlich Torball? Eine Ballsportart für sehende, sehbehinderte sowie blinde Menschen und wird damit inklusiv (zumindest in Deutschland) angeboten. Das Spielfeld ist 16 Meter lang und sieben Meter breit. Pro Team sind drei Spielerinnen beziehungsweise Spieler auf dem Feld. In der Mitte sind drei Seile mit Glöckchen gespannt, unter denen der Ball, der mit Glöckchen gefüllt ist, geworfen wird. Die gesamte Grundlinie beschreibt das Tor, das 1,30 Meter hoch ist und vor dem jeweils eine Mannschaft postiert ist. Nun wird der Ball hin und her geworfen und die Teams versuchen bei den Ballwechseln Tore zu erzielen, beziehungsweise den eigenen „Kasten“ sauber zu halten. Die Torballspielerinnen und Torballspieler sind sehr stark auf das Gehör angewiesen. Alle tragen eine lichtundurchlässige Brille, damit Chancengleichheit zwischen Aktiven mit und ohne Sehfähigkeit besteht.