Die Geher eilen zum Erfolg

Im Wettkampf ganz vorn (von links): Juri Ivanov, Hans-Peter Damitz Damitz, Roswitha Ebel und Birgit Komoll.

Langenhagener Qartett vom LAC im Wettkampf

Erst vor Kurzem hatte Langenhagens Geherin Nummer eins, Roswitha Ebel, vier Medaillen von der Europameisterschaft der Master aus Polen mitgebracht. Mit von der Partie bei der EM war ihr Vereinskollege Hans-Peter Damitz. Zur Deutschen Meisterschaft im 20 Kilometer Straßengehen in Naumburg/Saale gab es mit Birgit Komoll und Juri Ivanov tatkräftige Verstärkung. Roswitha Ebel kam zwar als die Nummer drei in Europa in ihrer Klasse W50 zur DM, aber über eine solch lange Distanz war sie noch nie bei einer Meisterschaft angetreten. Das Wetter schien ideal zu sein, die meisten der Akteure hatten jedoch nicht die Sonne auf der Rechnung, die vom blauen Frühlingshimmel strahlte. So kam es, dass auch die Langenhagener Favoritin auf den letzten der 20 Kilometer schwer kämpfen und sich mit Krämpfen in den Füßen herumschlagen musste. Während Läufer auf den langen Distanzen wenigstens die Möglichkeit haben, kurz stehen zu bleiben oder kleine Gehpassagen einzulegen, ist das bei der technischen Disziplin Gehen wesentlich komplizierter. Eine Reihe von Gehrichtern wacht mit Argusaugen darüber, dass die Gehregeln (insbesondere die Beinstreckung) eingehalten werden, Krämpfe hin oder her. Roswitha Ebel schaffte es dann mit letzter Kraft und mit nur einer Verwarnung über die Ziellinie zu gehen. Der Lohn für diesen Kraftakt: Der Deutsche Meistertitel. Die erzielte Zeit von 2:16:35 Stunden war unter diesen Umständen zwar noch gut, aber zur Nebensache geworden.
Birgit Komoll hat schon einige Erfahrungen auf der langen Distanz und ging deshalb ihr Rennen in der Klasse W55 kräftesparender an. In 2:25:42 Stunden gab es für sie die Bronzemedaille. Nur der Lapsus des Sprechers, dass die Langenhagenerin in der Klasse W65 unterwegs sei, wurmte sie. Über das Alter einer Frau spricht man eigentlich nicht, aber sie zehn Jahre älter zu machen, das geht überhaupt nicht. Die umgehende Entschuldigung des Sprechers versöhnte dann auch gleich wieder. An der Spitze hatten sich Ilona Kirchesch von der LG Rhein-Wied und Brigitte Patrzalek (TV Groß-Gerau) 20 Kilometer lang bis auf die Ziellinie einen Kampf um jeden Meter geliefert. Der DM-Titel ging schließlich in 2:19:31 Stunden und mit nur einer Sekunde Vorsprung an die Geherin vom Rhein.
Juri Ivanov war zum ersten Mal bei einer Deutschen Meisterschaft startberechtigt. In seiner Klasse M60 wurden vor dem Start gleich sechs Namen für die Medaillenränge gehandelt. Während bei Fußballern Tätowierungen an den Armen in sind, konnte man bei dem Neulangenhagener dort die Startnummern seiner Konkurrenten ablesen. So behielt er stets den Überblick und freute sich nach 2:11:09 Stunden über die vermeintliche Bronzemedaille. Der DM-Titel ging in 2:03:46 an Uwe Tolle aus Berlin, der schon bei der EM sehr stark gegangen war. Aber dann sprach sich herum, dass der Zweitplatzierte, Peter Slevogt von Alemannia Aachen, auf dem letzten Teil der Strecke wegen Gehfehlern aus dem Wettbewerb genommen worden war. Unter dem Jubel seiner Vereinskollegen vom LAC Langenhagen rückte nun Juri Ivanov auf den Silberrang.
Das Langenhagener Geherquartett komplettierte Hans-Peter Damitz. Er hatte bereits bei der EM mit seinem siebten Platz im 3000 Meter Hallengehen unterstrichen, dass er der Mann für die kürzeren Distanzen ist. Deshalb ging er in Naumburg für den Deutschen Geherpokal über fünf Kilometer an den Start und belegte dort in seiner Klasse M70 Platz eins in 36:29 Minuten.