Die Scherben haben Glück gebracht

TSV KK kommt mit Unterzahltoren zum wichtigen Heimsieg

Als sich die Spieler des TSV Krähenwinkel/Kaltenweide am letzten Sonntag auf das wichtige Heimspiel in der Fußball-Landesliga gegen den TSV Wetschen vorbereitet haben, da war plötzlich ein lautes Klirren zu vernehmen. Beim Aufwärmen war ein Schuss eines KK-Akteurs genau auf dem Schild mit den Eintrittspreisen gelandet. Das Schild ging zu Bruch, und die umstehenden Augenzeugen befanden: Ja, diese Scherben werden dem Team Glück bringen. Es stand das Duell des Tabellenvorletzten gegen den Letzten auf dem Programm. Für die Krähen war klar, was heute von ihnen eingefordert würde. Ein Heimsieg wurde dringend benötigt, um die Hoffnung auf den Klassenerhalt weiterhin aufrechtzuerhalten. Leider war die Zuschauerzahl in diesem wichtigen Spiel diesmal äußerst überschaubar, und zunächst bekamen die wenigen Besucher kaum nennenswerte Höhepunkte serviert. Im Gegenteil, eine halbe Stunde lang plätscherte das Spiel vor sich hin, und es war kaum erkennbar, dass hier zwei Mannschaften um das Überleben kämpfen. Wetschens Hendrik Rahe und Krähenwinkels Sebastian Helms waren in dieser Phase die einzigen, die sich einem Tor mit ihren Schüssen annäherten. In beiden Fällen flog der Ball oben rechts über den Kasten. Dann kam die 29. Minute und mit ihr eine Szene, die von Bedeutung sein sollte. Andrè Ulrich war in einen Zweikampf mit dem heranstürmenden Wetschener Phil Schwierking gegangen. Schiedsrichter Florian Aumann wertete dieses als Notbremse, und Ulrich sah den roten Karton. Sicherlich eine harte Entscheidung des Unparteiischen. Auf Krähenwinkeler Seite konnte man von Glück sprechen, dass sich die Szene noch außerhalb des Strafraums zugetragen hatte. So kamen die Krähen um einen Elfmeter herum.
Dennoch sahen sie sich nun einer brandgefährlichen Standardsituation gegenüber. Der TSV Wetschen hatte mit einem Freistoß aus zentraler Position, etwa 18 Meter vor dem Tor, eine große Möglichkeit, in Führung zu gehen. Aber dann war Jan-Hendrik Helms zur Stelle. Krähenwinkels Torhüter tauchte in die rechte Ecke ab, und lenkte den Ball mit einer Glanzparade aus der Gefahrenzone. Wären die Krähen hier in Unterzahl in Rückstand geraten, wer weiß, welchen Verlauf diese Partie noch genommen hätte. Stattdessen fühlte sich manch Anhänger des TSV KK an ein Auswärtsspiel bei den Sportfreunden Ricklingen in der Aufstiegssaison erinnert. Auch damals gab es Rot gegen Andrè Ulrich. Jan Helms hielt den daraus resultierenden Elfmeter, und die Krähen kamen mit einer Energieleistung zum Erfolg.
In Bezug auf den letzten Sonntag muss man sagen, dass der Platzverweis dem Spiel gut getan hat. Denn von nun an wurde die Partie deutlich attraktiver. Vor allem in der zweiten Halbzeit hatte sich das Niveau – zumindest im Spiel des TSV Krähenwinkel/Kaltenweide – erheblich gesteigert. In der 53. Minute konnte Felipe-Marcel Böttcher – wie so oft in den letzten Spielen – nur durch ein
Foul im Strafraum aufgehalten werden. Den fälligen Elfmeter brachte Philipp Schmidt sicher im Tor unter. Dieser Treffer gab den Rot-Blauen zusätzlichen Auftrieb. Kurze Zeit später hatte sich Böttcher auf der rechten Seite durchgesetzt und in den Strafraum geflankt. Dort legte der hervorragende Daniel Mücke den Ball nach hinten zu Adrian Zimmermann, der knapp am Torerfolg scheiterte. Dieser gelang mit dem nächsten Angriff. Dennis Tasche krönte seine starke Leistung mit der sehenswerten Vorarbeit zum 2:0. Er hatte sich auf der linken Seite gekonnt durchgesetzt, die Flanke erreichte Philipp Schmidt, und mit dem siebten Saisontreffer sorgte Schmidt für die Entscheidung. Der Sieg geriet fortan nicht mehr in Gefahr, denn der TSV Wetschen hatte den Krähen schon lange nichts mehr entgegenzusetzen. Ein letztes Aufbäumen, sich noch einmal wehren, das war seitens des Tabellenletzten nicht mehr zu vernehmen. Als dann auch noch ein Wetschener
Akteur mittels gelb-roter Karte das Feld räumen musste, waren sämtliche Zweifel am Sieg des TSV KK ausgeräumt. Die Scherben haben Glück gebracht. Die Gäste sind nun endgültig abgestiegen, während die Chance des TSV Krähenwinkel/Kaltenweide auf den Klassenerhalt weiterhin vorhanden ist. Jetzt warten zwei Auswärtsspiele auf die Rot-Blauen. Am nächsten Sonntag, 7. Mai, spielt das Team um 15 Uhr beim OSV Hannover, und am Dienstag, 9. Mai, geht es ab 18.30 Uhr beim Heesseler SV weiter. Sollten die Krähen in diesen beiden Partien punkten, darf vielleicht wieder von Platz Zwölf geträumt werden, denn danach gibt es das direkte Duell gegen den derzeitigen Zwölften FC Lehrte.

Mannschaft: J. Helms, F. Miener (ab 32. Minute P. Schmidt), T. Miener, S. Helms, A. Ulrich, Tegtmeyer, Mücke, Dosch (ab 70. Minute Bart), Zimmermann, Tasche, Böttcher (ab 74. Minute Kunstmann); Trainer: Trebing.
Tore: 53. Minute 1:0 FE Philipp Schmidt, 60. Minute 2:0 Philipp Schmidt.
Rot: 29. Minute Andrè Ulrich (TSV KK); Gelb-Rot: 79. Minute Wetschen