Drei DM-Titel für den SCL und Sparta

Keine Konkurrenz mehr in Sicht: Yoshiko Teufert (links) und Birgit Komoll. (Foto: Sparta)

Langenhagener Geher haben anscheinend keine Gegner mehr

Vor Kurzem waren in Naumburg/Sachsen-Anhalt die Meisterschaften im 20-Kilometer-Straßengehen. Zum ersten Mal hatte der Deutsche Leichtathletikverband für diese Distanz unter anderem auch die Altersklasse M 80 ausgeschrieben. Dabei musste eine Rundstrecke von 1.000 Meter am Theaterplatz 20 Mal durchgangen werden. Ein bis zum Vortag regnerisch-windiges Wetter hatte sich aber am Wettkampftag gelegt, und Petrus ließ es dabei bewenden, den zahlreich aus allen Gegenden Deutschlands angereisten Gehfreunden jedenfalls für diesen Tag bei deutlicher Kühle nur noch eine Wolken-Sonne-Mixtur zu bescheren. An für sich war die Veranstaltung gut besetzt, doch für die drei Langenhagener Teilnehmer Karlheinz und Yoshiko Teufert (beide SCL) und Birgit Komoll (Sparta Langenhagen) gab es schon vor Beginn des Rennens eine unerwartete Überraschung: Alle drei waren nämlich in ihren Altersklassen (die immer um fünf Jahre abgestuft sind) konkurrenzlos allein. Anscheinend hatten wohl einige der früheren Mitstreiter gekniffen und waren kurzerhand zu Hause geblieben.
Es war vielleicht schon abzusehen, dass sich in der besagten Altersklasse 80 und älter nur wenige Teilnehmer melden würden, denn 20 Kilometer in einer neu vom Leichtathletikverband heraufgesetzten Endzeit von zwei Stunden und 45 Minuten stilrein zu gehen, ist wohl für über 80-Jährige nicht mehr jedermanns Sache. Wenn also nicht mindestens drei Konkurrenten in einer Altersklasse am Start sind, muss, um den Titel eines Deutschen Meisters verliehen zu bekommen, der Gehsportler diese gesetzte Pflichtzeit (den so genannten Medaillenstandard) erreichen. So sah sich auch der 83-jährige Karlheinz Teufert in seiner Altersgruppe allein, marschierte aber tapfer den übrigen 40 weitaus jüngeren Männern hinterher, Er wurde dementsprechend Letzter, erwarb sich aber dennoch wieder einmal in 2:37,45 Stunden den angestrebten Titel eines Deutschen Seniorenmeisters. Allerdings wurde Teufert wegen unsauberen Gehstils zweimal verwarnt, nach der halben Distanz stand somit alles auf der Kippe. In jeder weiteren Runde konnte er daher seine beiden dicken roten Punkte auf der Anzeigetafel begutachten. Beim dritten Verweis hätte der Altsenior dann vorzeitig zum Duschen gehen können. Natürlich war Teufert dann richtig froh, dass diese Quälerei wieder einmal gut abgegangen war. Schließlich können doch ältere Männer nicht mehr alle ihre Glieder so gut strecken wie in jüngeren Zeiten, vor allem aber im unentwegt von sechs Gehrichtern so kritisch beäugten Kniebereich. Bei den 60-jährigen Frauen gelang es Yoshiko Teufert-Shibata ihren Vorjahrestitel konkurrenzlos zu verteidigen, was ihr auch ungefährdet in einer Zeit von 2:27,43 Stunden gelang. Für sie gab es seitens der Gehrichter lediglich eine Verwarnung. Die erreichte Zeit konnte sich sehen lassen, sie war jedenfalls besser als die, welche die SCL-Seniorin im Vorjahr bei der gleichen Veranstaltung (das ECHO berichtete) erzielt hatte.
Sparta Langenhagen brachte mit Birgit Komoll (W50) nur eine Teilnehmerin ins Rennen. Auch in ihrer Altersklasse wagt es anscheinend keine Konkurrentin mehr mit der Spartanerin einen Strauß über die 20-Kilometer-Strecke auszufechten. Da sie ihren Medaillenstandard locker erfüllen konnte, gelang es ihr auch in einer Zeit von 2:28,17 Stunden einen dritten Deutschen Meistertitel nach Langenhagen zu holen. Dies ist eine Bestätigung dafür, dass Birgit Komoll die diesjährige Auszeichnung als Sportlerin des Jahres (das ECHO berichtete) vollauf verdient hat.
Die beiden Geherinnen, die ohne Berücksichtigung etwaiger Altersklassen, auf der Langstrecke zu den 20 besten Leistungsträgern in Deutschland gehören, sind auch kürzlich vom Deutschen Leichtathletikverband mit der Goldenen Bestennadel ausgezeichnet worden.