Drei Medaillen und ein vierter Platz

Juri Ivanov (unten links) und Hans-Peter Damitz sowie Roswitha Ebel (oben links) und Birgit Komoll vetraten den LAC bei der Deutschen Hallenmeisterschaft in Erfurt.

LAC-Geher bei der Deutschen Meisterschaft

Das konnte sich Bernd Müller, LAC-Vorsitzender, nicht entgehen lassen: Alle vier Geher seines Leichtathletikclubs hatten sich für die Deutsche Hallenmeisterschaft im 3.000-Meter-Gehen qualifiziert, und jedem von ihnen wurden Medaillenchancen eingeräumt. Deshalb begleitete er seine Sportler nach Erfurt und dekorierte auch gleich selbstbewusst die Hallentribüne mit einem großen gelb/schwarzen Vereinstransparent. Im ersten Wettbewerb der Teilnehmer ab 60 Jahre waren im 20-köpfigen Teilnehmerfeld die beiden Langenhagener Juri Ivanov (Klasse M60) und Hans-Peter Damitz (M70) am Start. Mit tatkräftiger Unterstützung ihrer Langenhagener Fans konnten beide Master ihre Anfang des Jahres in Berlin aufgestellten Saisonbestleistungen unterbieten. Das reichte aber nicht, um an den ganz starken Mitbewerbern vorbeizukommen. Juri Ivanov kam jedoch das Glück des Tüchtigen zu Hilfe. Kontrahent Alfons Schwarz aus Bühlertal im Schwarzwald machte beim Verteidigen seines Podestplatzes so deutliche Gehfehler, dass er gleich von vier Gehrichtern Verwarnungen erhielt und aus dem Wettbewerb genommen wurde. Damit schaffte es der Langenhagener in 18:12 Minuten noch auf den Bronzeplatz. Ein Erfolgserlebnis ganz anderer Art hatte Hans-Peter Damitz. Er, der im vergangenen Jahr bei den Deutschen Meisterschaften in Düsseldorf und Andernach wegen Gehfehlern disqualifiziert worden war, hatte daraufhin schwerpunktmäßig an seinem Gehstil gearbeitet. Die Mühe hat sich gelohnt, die Gehrichter ließen ihn in Erfurt in 21:21 Minuten auf Platz vier gehen.
Vor dem 3.000-Meter-Frauenwettbewerb mit Roswitha Ebel und Birgit Komoll vom LAC wurde noch der Wettbewerb der Männer über 5.000 Meter gestartet. Hier beeindruckte die nationale Geherelite mit ihren Leistungen. Die Geher auf den Plätzen eins bis vier brauchten dabei für 5.000 Meter weniger als 19 Minuten. Da musste sogar der LAC-Vorsitzende einräumen, dass er als Läufer bei diesem Gehtempo Probleme hätte mitzuhalten. Roswitha Ebel (W50) und Birgit Komoll (W55) wollten dann nach Möglichkeit ihre männlichen Clubkollegen übertrumpfen und machten sich auf Medaillenjagd. Rosi musste schon bald feststellen, dass sie gegen die in Bestform auftrumpfende Barbara Primas aus Esslingen keine Siegchance hatte. Deshalb konzentrierte sie sich auf Platz zwei, den sie sicher in das Ziel brachte. Dabei vollbrachte sie das Kunststück, in 19:59,59 Minuten hauchdünn unter der 20-Minuten-Schallgrenze zu bleiben. Die schnellste Langenhagener Geherin, die gerne auch mal andere sportliche Herausforderungen sucht, hat sich in den letzten drei Monaten beim Training im Sportleistungszentrum in Hannover auch am 60-Meter-Laufsprint versucht und in dieser so ganz anderen Leichtathletikdisziplin überraschend die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft geschafft. Und da Rosi schon mal da war, machte sie in Erfurt auch von diesem Startrecht Gebrauch. Ihre Zeit von 9:65 Sekunden im Vorlauf reichten nicht ganz für das Weiterkommen. In diesem Fall ist jedoch allein die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft aller Ehren wert.
Birgit Komoll freute sich ebenfalls sehr über ihre Silbermedaille, die sie in 20:57,53 Minuten errungen hat. Gegen Antje Köhler aus Rastatt (18:39,72 Minuten), mit der sich die Langenhagenerin schon so manchen Kampf lieferte, war jedoch an diesem Tag kein Kraut gewachsen.
Nach einem Bummel durch die historische Altstadt von Erfurt mit Einkehr im Café trat das kleine LAC-Geherteam frohgelaunt den Rückweg an. Mit vier Teilnehmern drei DM-Medaillen und einmal Platz vier zu holen, das soll ihnen erst einmal einer nachmachen.