Ein lupenreiner Hattrick

DJK Sparta spielt beim TSV Bokeloh 3:3

Gesprächsbedarf hatte Spartas Trainer Jamal Miri unmittelbar nach dem Abpfiff, dumm nur, dass der Angesprochene ihn mit einem schroffen „kein Kommentar“ stehenließ und eiligen Schrittes in Richtung Umkleidekabine davon marschierte. Die Frage, welche in diesem Fall im Raum stand, blieb also zum Verdruss der Spartaner unbeantwortet: Warum legte der junge Schiedsrichter vom VSV Benthe bei entscheidenden Situationen zweierlei Maß an? Es wird sein Geheimnis bleiben, aber verständlicherweise sorgte seine eigenwillige Regelauslegung noch lange nach Spielende für nachhaltige Verärgerung. Dabei hatte man spätestens in der 89. Minute auf ausgleichende Gerechtigkeit gehofft. Der durchgebrochene Deniz Karacam wurde im Bokeloher Strafraum in die Zange genommen und unsanft zu Boden gerissen. Klarer Fall auch für den gut postierten Schiri-Assistenten, der sofort mit erhobener Fahne das Vergehen anzeigte. Zum Entsetzen der Schwarz-Gelben verhängte der Unparteiische jedoch statt Elfmeter einen Freistoß für die Platzherren – völlig absurd! So blieb die bärenstarke Leistung des letzten Aufgebots in der zweiten Halbzeit lediglich mit einem Punkt belohnt.
Große Aufstellungssorgen plagten Jamal Miri vor dieser wichtigen Partie beim Tabellenvorletzten, denn mit Ümit Topal und Cem Ugur Tekin fehlten nicht nur die bisher treffsichersten Schützen – zusammen immerhin mit 16 Saisontoren, sondern auch Lukas Lichtenstein, dem eine Schulterverletzung weiterhin Probleme bereitet. Mit Diako Omar nahm daher nur ein Spieler auf der Auswechselbank Platz, während Spartas Coach im Angriff selbst wieder das Trikot überstreifte.
Auf morastigem Geläuf begannen beide Mannschaften zunächst sehr zurückhaltend. Die Gastgeber standen tief in der eigenen Hälfte und hatten vorn nur ihren gefährlichsten Angreifer, Janik Kiewitz, postiert, der mit langen Bällen in Szene gesetzt werden sollte. Fast wäre der flinke Torjäger in der 5.Minute den Spartanern entwischt, doch Erdem Deniz konnte gerade noch rettend eingreifen. Der erste Aufreger auf der Gegenseite dann in der 16. Minute. Eine harte Attacke im Strafraum an Deniz Karacam blieb jedoch ungeahndet. Wesentlich entschlussfreudiger zeigte sich der Schiri kaum zehn Minuten später, als er Dachas Doski für ein ähnliches Vergehen an Janik Kiewitz nicht nur die gelbe Karte zeigte, sondern auch noch einen Elfmeter verhängte, den Sebastian Pawliczek zum 1:0 verwandelte. Vollends schien die Begegnung dann in der 36.Minute zugunsten der Platzherren zu kippen. Mit schnellen Antritt löste sich erneut J .Kiewitz von seinen Bewachern und überwand Hasso Hafez aus sechzehn Metern zum Halbzeitstand von 2:0. Das Glück war den Spartanern bis dato wahrlich nicht hold, allerdings mangelte es angesichts der personellen Ausfälle doch merklich an Zielstrebigkeit und Ideen im Spiel nach vorn.
Das mußte sich im zweiten Abschnitt grundlegend ändern. Einige taktische Umstellungen sollten das eigene Angriffsspiel beflügeln, unter anderem übernahm Turan Topal Cem Erkans Position in der Innenverteidigung, der seinerseits in das Angriffszentrum aufrückte. Mit im wahrsten Sinne des Wortes durchschlagendem Erfolg. Bereits die erste Offensivaktion brachte Erkan nach hoher Hereingabe von Deniz am Strafraum in gute Schussposition und das Anschlusstor in der 48.Minute war perfekt. Nicht einmal sechzig Sekunden später nahm der Torschütze erneut Maß und hämmerte das Leder per Dropkick unhaltbar aus zwanzig Metern zum 2:2 in den linken Torwinkel. Sparta war nun klar tonangebend. Als Bilel Khlifi nur durch ein rüdes Foul am Einschuss gehindert wurde, blieb der Pfiff des Schiris erneut aus und Pech kam hinzu, denn ein Kopfball von Tolga Candir prallte vom Pfosten ins Aus (55.). Eine endgültige Belohnung für die beachtliche Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit zeichnete sich in der 71. Minute ab. Wiederum kam der kaum zu bremsende Cem Erkan auf Vorarbeit von Miri zum Schuss und überwand den überraschten TSV-Keeper Christian Kremeike zum dritten Mal.
Der Widerstand von Bokeloh schien gebrochen – bis zur 86.Minute. J.Kiewitz kam im Zweikampf wiederum mit Doski zu Fall und diesmal zögerte der Mann aus Benthe nicht mit einem Elfmeter-Pfiff. Die gelb-rote Karte für Spartas Akteur kam hinzu. Der Ausgleich vom Punkt durch Thomas Bartels nur noch Formsache.
Vor Beginn der langen Winterpause dürfen die Spartaner noch zwei Mal auf eigenem Gelände um Punkte kämpfen. Am kommenden Sonntag tritt der TSV Poggenhagen zum Rückspiel am Silbersee an. Die erste Partie wurde mit 3:0 verloren und mit einem Erfolg könnte der Anschluss an das Mittelfeld hergestellt werden. Eine Woche später, am 11.Dezember, ist das Kreisliga-Derby gegen den MTV Engelbostel-Schulenburg neu angesetzt. Spielbeginn jeweils 14 Uhr.

Aufstellung Sparta: Hafez Hasso; Erdem Deniz, Turan Topal, Cem Erkan, Bilel Khlifi, Tolga Candir, Dachas Doski, Jamal Miri (85. Minute Diako Omar), Florian Wienecke, Ersin Piskin, Deniz Karacam.