Ein wahrer Tausendsassa am Ball

Die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen macht ihm richtig Spaß: Frank Dammann mit seinen beiden Schützlingen Julius (links) und Hauke, die beim MTV auch noch in der D-Jugend kicken. (Foto: O. Krebs)

Biss brachte sportliches Multitalent Frank Dammann ganz nach oben

(ok). Egal, ob Leder-, Filz- oder Zelluloidball – Frank Dammann kann mit ihnen fast bis zur Perfektion umgehen. Der Tennislehrer beim MTV Engelbostel-Schulenburg hat es im Sport weit gebracht, hochklassig Fußball und Tennis gespielt, und es beim Handball sogar zum Rekordspieler des VfL Gummersbach und zum Nationalspieler gebracht. Seine stolze Bilanz: 540 Spiele für den damaligen Serienmeister aus dem Bergischen Land sowie 83 Länderspiele, in denen der 1,86 Meter große Rechtsaußen 89 Tore warf. Und: Vier deutsche Meistertitel und drei Pokalsiege stehen in seiner Vita, nur der Boykott verhinderte seine Teilnahme an den Olympischen Spielen 1980 in Moskau. Dabei ist der Linkshänder Dammann erst recht spät mit 15 Jahren zum Hallenhandball gekommen, von seinem damaligen Sportlehrer in der Schulauswahl des Johannes-Kepler-Gymnasiums in Garbsen entdeckt worden. In der Jugend hat der gebürtige Braunschweiger und Eintracht-Fan gegen das größere runde Leder getreten, unter Trainer Hans Siemensmeyer zusammen mit Frank Pagelsdorf, Jürgen Kinkeldey und Jürgen Stoffregen in der A-Jugend des TSV Havelse gekickt. Auch da hätte Frank Dammann weit kommen können, schließlich ist er sogar für die Niedersachsenauswahl gesichtet worden. Und parallel zu Schule und Fußball, nahm Dammann immer noch den Schläger in die Hand, schaffte es beim Tischtennis für den GSC Garbsen in die Bezirksauswahl und wurde mit 13 Jahren ohne eine Trainerstunde Tennis-Kreismeister, spielte später für den TB Stöcken in der Tennis-Regionalliga. TSV-Urgestein Wilhelm Langrehr hatte ihn zum „weißen Sport“ gebracht. „Sonnabends ging es von der Tennishalle oft direkt auf den Fußballplatz“, erinnert sich Frank Dammann. Und Tennis begleitet ihn sein ganzes Leben lang, auch später noch im Sportstudium in Köln. Apropos Studium, Ausbildung und Beruf – auch auf diesem Sektor zeigte Frank Dammann eine Menge Biss, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen, ließ sich nicht nur zum Sportlehrer, sondern auch gleich noch zum Betriebswirt, Werbefachwirt und Industriekaufmann sowie zum Kraftfahrunternehmer ausbilden. „Ein Grund war auch die Lehrerschwemme in den 80er Jahren. Ich wollte auf sicheren Beinen stehen“, erzählt Frank Dammann. Viele Jahre war er für zwei Firmen als Werbemanager im Einsatz, arbeitet jetzt zusammen mit seinem Bruder Axel in einem Kraftfahrunternehmen am Flughafen. Allerdings tritt ihr seit etwa drei Jahren in dem Beruf etwas kürzer, geht als Tennislehrer – vor allen Dingen für etwa 60 Jugendliche – seiner großen sportlichen Leidenschaft. Auch hier hat sich Frank Dammann als Perfektionist gezeigt, sich zum staatlich geprüften Tenníslehrer und wegen der Athletik auch gleich zum Fitness-A-Trainer ausbilden lassen. „Ich wollte mich auf den neuesten Stand bringen, was die Sportwissenschaft angeht. Da hat sich im Laufe der Jahre ja viel verändert“, sagt Frank Dammann, der witzigerweise mit links wirft und schießt, den Tennislehrer aber in der rechten Hand hält. An ein einschneidendes Erlebnis erinnert er sicb noch besonders: Als er den Chinesen Handball beibringen sollte: „Ich habe den Ball in einer total überhitzten Halle gefühlte 30 Mal immer aus der gleichen Position geworfen, bin fast eingegangen“, erinnert er sich noch gut an das Erlebnis in Fernost aus den 80er Jahren. Heute konzentriert er sich auf die gelbe Filzkugel, sein Freund Gunnar Schwanert hat ihn vor drei Jahren zum MTV gebracht. Die Arbeit am Netz mit den Kindern und Jugendlichen macht ihm sehr viel Spaß. Was den Handball angeht: Zu seinen alten Weggefährten hat Dammann, der zu seiner Zeit nach dem Russen Vladimir Kravtzov als zweitbester Rechtsaußen der Welt galt, noch Kontakt, trifft sie zum Beispiel auf Geburtstagsfeiern. Mit seinem früheren Mitspieler Gerd Rosendahl verbindet ihn eine enge Freundschaft. Fußball und Handball verfolgt er natürlich im Fernsehen noch intensiv, aber in Sachen aktiver Sport ist das Multitalent meistens in der Stelinger Tennishalle zu finden.