Eine Frage der Ehre

SC Langenhagen: Relegationsauftakt gegen Stade

(rt). Eigentlich hat der SC Langenhagen mit dem Sieg im letzten Heimspiel gegen das Tabellenschlusslicht aus Bückeburg den größten Brocken beiseite geräumt. Mit der Qualifikation für die Relegationsrunde fiel allen Beteiligten ein Riesen Stein vom Herzen. Zwar nicht schön, von qualitativ hochwertig ganz zu schweigen, dafür aber erfolgreich sicherte man sich die letzte Chance auf eine neuerliche Saison in der dann eingleisigen Oberliga. Nun folgen drei weitere Begegnungen, in denen die Flughafenstädter als Favoriten anzusehen sind. Der Tabellenzehnte der Oststaffen TuS Güldenstern Stade daheim und jeweils auswärts bei den Bezirksoberligameistern Schüttorf und Arminia Hannover sind die Gegner. Los geht es morgen ab 15 Uhr gegen Stade. Dass dies nicht nur ein Spiel um Punkte ist sondern für viele emotionale Erinnerungen wecken wird, zeigt ein Rückblick in den November 2009. Die Fußballwelt schien nach dem Tod von Robert Enke stillzustehen, als sich am darauffolgenden Wochenende Unfassbares im Heimspiel der Stader ereignete. Maurizio Greco, zur Pause eingewechselter Torjäger, brach nach einem Freistoß an der Strafraumgrenze ohne gegnerische Einwirkung zusammen. Trotz sofortiger ärztlicher Hilfe konnte das Leben des 26-jährigen nicht gerettet werden. Plötzliches Herzversagen wurde später diagnostiziert. Schockzustand in Stade. „ Dies ist eine irreale Saison für alle. Das Erreichen der Relegation ist ein Riesenerfolg“, so Trainer Martin König. Nachdem im Frühjahr eine Serie von sieben sieglosen Spielen alle Möglichkeiten zu rauben schien, gelang am Ende noch ein richtiger Kraftakt. Drei der letzten fünf Spiele wurden gewonnen. Jetzt scheint der Akku aber vorerst leer zu sein. „Meine Spieler gehen auf der Felge“, sieht König seine Mannschaft als Außenseiter. Lediglich 12 fitte Spieler stehen dem Coach zur Verfügung. Eine gute Chance für die Hausherren mit einem Sieg die Weichen auf eingleisige Oberliga zu stellen. Mit den zuletzt gezeigten Leistungen dürfte dies allerdings schwer zu realisieren sein. Nur selten konnte der SCL in der Vergangenheit überzeugen. Auch die bekannt gewordenen Wechsel tragen nicht zur Ruhe bei. Doch gerade Spieler wie Christian Brüntjen, Markus Schinner, Philippe Harms oder Patrick Hiber müssen sich verpflichtet fühlen, in den drei Spielen alle vorhandenen Kräfte zu wecken, um die bisher enttäuschende Saison noch zu einem positiven Abschluss zu bringen. Ein letzter Appell an die Ehre jedes Einzelnen steht sicherlich schon länger auf dem Trainingsplan von Trainer Hilger Wirtz.