Erst wütend, dann fassungslos

TSV KK ganz schwach in Almstedt

Beim Auswärtsspiel des TSV Krähenwinkel/Kaltenweide am vergangenen Sonnabend gegen den MTV Almstedt vereinten sich viele Faktoren zu einer folgenschweren Negativspirale. Nur ein Minimum an Torchancen erarbeitet, kaum gewonnene Zweikämpfe, eine Reihe verlorener Kopfballduelle, immer wieder verlorene zweite Bälle, eine erhebliche Fehlerqoute, die das Selbstbewusstsein immer tiefer sinken ließ, und zu allem Unglück noch haarsträubende Fehlentscheidungen des Schiedsrichters – all dies führte zu einem 0:4 aus Krähenwinkeler Sicht. Und das in einem Spiel, das so wichtig war. Beide Mannschaften hatten als Aufsteiger in die Fußball-Landesliga bis dato fünf Punkte auf dem Konto, Aufgrund des besseren Torverhältnisses standen die Krähen vor dem Duell über dem Strich, der die wahrscheinlich zum Klassenerhalt gewährenden Ränge von der Abstiegszone trennt. Nun ist der MTV vorbeigezogen, und der TSV KK ist zurück auf einen Abstiegsplatz gefallen. Es erforderte eine Menge Zeit, bis sich die Rot-Blauen nach dem Anpfiff der Begegnung auf die Platzverhältnisse einspielen sollten. Zum einen hatte das Feld viele Unebenheiten, die den Ball immer wieder verspringen ließen. Zum anderen war es ein sehr enger Platz, so dass beispielsweise bei den Eckstößen ungewohnt wenig Raum für die ausführenden Akteure blieb. Der MTV Almstedt nutzte diesen Heimvorteil in der 24.Minute aus. Nach einem Eckball sorgte Marvin Rohrbach für das 1:0. Im Lager der Krähen vermischte sich der Unmut über das Gegentor mit dem Ärger darüber, dass es die Ecke gar nicht hätte geben dürfen. Jeder der rund 200 Zuschauer sah, dass ein Almstedter am Ball war, ehe das Spielgerät ins Toraus ging – bis auf das Schiedsrichtergespann. Bitter für die Krähen, denn vor einer Woche hatten sie erst ein Gegentor nach einem unberechtigten Freistoß hinnehmen müssen. Was sich das Gespann in Almstedt von nun an leistete, spottete jeder Beschreibung. Eine Fehlentscheidung reihte sich an die nächste, immer zu Gunsten der Heimmannschaft. Beim kleinsten Rempler wurde gegen die Krähen gepfiffen, während Foulspiele an ihnen so gut wie gar nicht geahndet wurden. Als der Schiedsrichter zur Halbzeit aus dem Krähenwinkeler Lager darauf hingewiesen wurde, in diesem wichtigen Spiel konzentrierter und regelkonform zu agieren, ließ es in etwa wissen, dass jeder Zwischenruf aus dem Umfeld des TSVKK erst recht das Gegenteil bewirken werde. So musste die Mannschaft alle Umstände ausblenden und in der zweiten Halbzeit versuchen, alles
besser zu machen. Und beinahe hätte der mitgereiste Anhang der Rot-Blauen schnell etwas zu jubeln gehabt. Nach einem Eckball von Sebastian Helms von der linken Seite köpfte der soeben eingewechselte Adrian Zimmermann auf das Tor – leider ging der Ball knapp über die Latte. Doch dann wurden die Krähen kalt erwischt. Denn schon im Gegenzug schoss Enis Ujkanovic das 2:0 für den MTV. Endgültig entschieden war die Begegnung dann nach knapp einer Stunde. Tobias
Sawatzki traf zum dritten Almstedter Tor. Dieser Spielstand war inzwischen hochverdient. Die Krähen brachten kaum noch etwas Konstruktives zustande und produzierten reihenweise eklatante Fehler. Teilweise konnten die MTV-Akteure alleine auf das Tor von Jan-Hendrik Helms zulaufen und sich
aussuchen, in welche Ecke sie schießen möchten. Hätte Helms nicht noch einige Male gut reagiert, wären noch mehr Tore für Almstedt gefallen. Nach vorne rissen die Rot-Blauen auch nicht mehr viel. Man hoffte, dass sie wenigstens einen Treffer erzielen würden, um das sich immer schneller reduzierende Selbstvertrauen ein wenig aufzufangen. Doch spätestens mit dem vierten Gegentor in der 82. Minute durch Enis Ujkanovic war dieses endgültig im Keller. Nach dem Schlusspfiff war die Wut auf das Schiedsrichtergespann der Fassungslosigkeit über die eigene dramatisch schwache Leistung gewichen. Das erste Drittel der Saison ist damit beendet. Der TSV KK muss nun schnell wieder aufstehen, die
nächste Aufgabe ist nicht weniger einfach. Am nächsten Sonntag, den 18.Oktober tritt das Team um 15 Uhr zum Klassiker beim TuS Garbsen an. Die Unterstützung vieler mitreisender Anhänger würde der Mannschaft gerade in der jetzigen Situation sehr guttun.
Mannschaft: J. Helms, S. Helms, Heider, T. Schmidt, Bart, Schütz (ab 46.Zimmermann), Oliveira (ab 57. Koschinsksy), W. Schmidt, Dosch, Mücke, M. Ulrich Trainer: Schülke
Tore: 24. 1:0 Marvin Rohrbach, 48. 2:0 Enis Ujkanovic, 60. 3:0 Tobias Sawatzki, 83. 4:0 Enis Ujkanovic