Erster Deutscher Meistertitel

Bronze und Gold für Birgit Komoll und Roswitha Ebel.

Geherin Roswitha Ebel siegt für LAC Langenhagen

Es war ein Tag für die Vereinschronik des jungen Leichtathletikvereins LAC Langenhagen. Nur zwei Monate nachdem der Verein aus der Taufe gehoben wurde, erkämpfte die Geherin Roswitha Ebel den ersten Deutschen Meistertitel für den Sportclub. Die beiden anderen DM-Teilnehmer für den LAC ergänzten den großen sportlichen Erfolg. Birgit Komoll gewann Bronze und Hans-Peter Damitz erreichte Platz vier.
Roswitha Ebel (seinerzeit noch für DJK Sparta Langenhagen startend) gewann im vergangenen Jahr Bronze bei der Deutschen Meisterschaft im 3.000-Meter- Hallengehen. Mit ihrer Zeit von 18:20 Minuten war sie seinerzeit nur 20 Sekunden langsamer als die Deutsche Meisterin Antje Köhler aus Rastatt. Deshalb machte sie sich auch für dieses Jahr Hoffnungen auf eine Medaille. Gleich nach dem Startschuss setzte sich die Langenhagenerin in hohem Tempo überraschend an die Spitze des Feldes. Damit hatte die Titelverteidigerin Antje Köhler nicht gerechnet. Der Vorsprung von Roswitha Ebel wuchs bis Kilometer eins auf stolze 25 Meter an, aber dann erhielt sie von den Gehrichtern innerhalb kurzer Zeit zwei Verwarnungen wegen unzureichender Beinstreckung. Eine weitere Verwarnung hätte ihre Disqualifikation zur Folge gehabt. Diese Situation war für Roswitha Ebel neu, war ihr Gehstil doch bisher kaum beanstandet worden. Doch hier bei der Deutschen Meisterschaft hatte sie durch ihren Alleingang vor dem Feld die
ganze Aufmerksamkeit der Gehrichter auf sich gezogen. In Anbetracht ihres großen Vorsprungs nahm Rosi das Tempo etwas zurück und ging nun auf Nummer sicher. Das wiederum verstand ihre größte Konkurrentin als Aufforderung zum Angriff. Und schon hatte diese nach nur drei Hallenrunden ihren Rückstand auf die Führende halbiert. Der schon in greifbare Nähe gerückte Meistertitel drohte Roswitha Ebel doch noch zu entgleiten. Also gab sie wieder Gas, selbst auf die Gefahr hin, vorzeitig aus dem Rennen genommen zu werden. Dieses Kalkül ging zum Glück auf. Die Aufholjagd der Antje Köhler konnte gestoppt und allmählich der Vorsprung wieder ausgebaut werden. Der Hallensprecher, der das spannende Geschehen an der Spitze des Feldes begeistert kommentierte, legte sich dann auch bereits zweiRunden vor dem Ende fest und kürte Roswitha Ebel vom LAC Langenhagen zur neuen Deutschen Meisterin. Er sollte Recht behalten. In 17:47:01 ging die Langenhagenerin als strahlende Siegerin durchs Ziel. Antje Köhler blieb zwar in 17:59,51 knapp unter der 18 Minuten-Marke, diese leichte Zeitverbesserung gegenüber dem Vorjahr reichte für sie diesmal jedoch nur für Platz zwei. Bronze ging in 20:18,66 Minuten an Brigitte Zeidler aus Berlin.
Auch Birgit Komoll konnte sich in ihrer Klasse W 55 Hoffnung auf eine gute Platzierung machen. Im vergangenen Jahr hatte sie in genau 20 Minuten Platz sechsbelegt. In Erfurt teilte sie sich ihr Rennen wieder gut ein und kam in 20:03,57 Minuten bis auf vier Sekunden an ihre Vorjahreszeit heran, gegen Ilona Kirchesch (18:27,28 Minuten) von der LG Rhein-Wied und Marita Echle (19:38,30 Minuten) aus Biberach kam sie jedoch nicht ganz an. Trotzdem war die Freude bei Birgit Komoll groß darüber, dass auch sie eine Medaille für den LAC Langenhagen geholt hatte. Stolz posierten die beiden Medaillengewinnerinnen fürs Chronikfoto. Mit ihnen freuten sich Betreuer Juri Ivanov und Hans-Peter Damitz. Letzterer hat seinerzeit die beiden jetzt so erfolgreichen Geherinnen entdeckt. In Erfurt war selbstverständlich auch er wieder am Start. Nach jeweils Platz sieben bei den vergangenen vier Deutschen Meisterschaften sollte es diesmal schon ein bisschen mehr werden. Dieser Wunsch sollte in Erfüllung gehen. In seiner Klasse M 70 verbesserte Hans-
Peter Damitz mit 20:13,31 Minuten seine Vorjahreszeit um starke 50 Sekunden. Als Lohn gab es diesmal Platz vier und für den fünfmaligen Deutschen Meister die Erkenntnis, dass für ihn die Medaillenplätze wieder ins Blickfeld gerückt sind.