Extrabonbons für einige Kicker

DFB-Stützpunkt Hannover-Land Ost holt Bronze beim Avacon-Cup

In der Endrunde des Avacon-Cups, der niedersächsischen Feldmeisterschaft für U13-Junioren, hat sich am Ende der VfL Osnabrück durchgesetzt. Die Lila-Weißen besiegten im Finale den VfL Wolfsburg verdient mit 2:0. Platz drei sicherte sich der DFB-Stützpunkt Hannover-Land Ost, der im kleinen Finale gegen Hannover 96 mit 4:2 nach Neunmeterschießen gewann. Nach regulärer Spielzeit hatte es 1:1 gestanden. Zum Team des Drittplatzierten gehörten mit Fabio Di Michele Sanchez, Alexander Meeske, Ole Marchlewski und Levin Rodehau vier Spieler des TSV Godshorn. Mit Jona Renner, Nico Bahrs, Amoro Diedhiou, Gabriel Michalek und Paul Bock (JFV Calenberger Land) waren zudem fünf Ex-Godshorner mit von der Partie, dazu kam mit Baris Alatas (TSV Havelse) ein ehemaligen Kicker des SC Langenhagen.
Das Teilnehmerfeld beim Avacon-Cup bestand aus 36 Stützpunktteams sowie vier Leistungszentren (VfL Wolfsburg, VfL Osnabrück, Hannover 96 und Eintracht Braunschweig). Für die Finalrunde im August-Wenzel-Stadion hatten sich zwölf Teams qualifiziert. Gespielt wurde in zwei Sechser-Gruppen. Anschließend kam es für jede Mannschaft zum Duell mit dem jeweils gleichplatzierten Team in der Parallel-Gruppe.
Für das Team Hannover-Land Ost ging es zum Auftakt gleich gegen den Bundesliga-Nachwuchs des VfL Wolfsburg. In diesem Duell zweier Mitfavoriten war klar, dass eine Niederlage die Finalträume bereits beenden konnte. Die „Wölfe“ legten den besseren Start hin und gingen früh in Führung. Doch danach fing sich das Team Hannover-Land Ost und dominierte die Begegnung. Durch Levin Rodehau, Fabio Di Michele Sanchez und Amoro Diedhiou hatten die Jungs vom Stützpunkt in Thönse auch einige gute Möglichkeiten, den Ausgleich zu erzielen. Allerdings verteidigten die Wolfsburger insgesamt gut und kompakt. Eine Minute vor dem Ende gelang dem VfL im Anschluss an einen Eckball der Treffer zum 2:0-Endstand. Die nächste Partie gegen Emsland-Süd gewannen die „Ostler“ nach einem Treffer von Fabio Di Michele-Sanchez und einem Eigentor des Gegners verdient mit 2:0. Auch die dritte und letzte Partie des ersten Spieltages gegen die unangenehmen Diepholzer entschied das Team mit 2:1 für sich – diesmal waren Jona Renner und Amoro Diehiou erfolgreich.
Den Start in den zweiten Turniertag gegen Osnabrück-Süd brachten die Kicker vom Stützpunkt Hannover-Land Ost mit 2:0 erfolgreich hinter sich. Für die Tore sorgten Amoro Diedhiou und Fabio Di Michele-Sanchez.
Weil sich die Wolfsburger im Anschluss ein 0:0 gegen Emsland-Süd leisteten, bekamen die die von Per Michelssen trainierten Thönser Jungs doch noch mal eine Chance, den VfL unter Druck zu setzen. Denn bei einem Sieg von Hannover-Land Ost gegen Lüneburg/Lüchow-Dannenberg bräuchten die „Wölfe“ in ihrem Abschlussspiel gegen die gefährlichen Diepholzer unbedingt einen Sieg, um Gruppenerster zu bleiben.
Doch das Team Hannover-Land Ost leistete sich einen Katastrophen-Start: Mit einem kapitalen Fehlpass in der eigenen Abwehr servierte die Mannschaft dem Gegner das frühe Führungstor auf dem Tablett (2.). Danach bauten die Hannoveraner jedoch enormen Druck auf, schnürten die Altersgenossen aus Lüneburg/Lüchow Dannenberg förmlich an deren Strafraum ein und kamen zu zahlreichen erstklassigen Chancen. Doch das muntere Scheibenschießen war nicht von Erfolg gekrönt. Allein dreimal rettete Aluminium. Als Paul Bock per Kopf der Ausgleich gelang (15.), schienen die Thönser doch noch kurz davor, die Partie endgültig zu drehen. Ihnen fehlte bei aller spielerischen Klasse aber die nötige Ruhe vor dem Tor. Damit war die Finalchance verspielt.
Die Talente aus der VW-Stadt besiegten danach Diepholz knapp mit 2:1 und sicherten sich die Eintrittskarte für das Endspiel. Dort allerdings zogen sie gegen den VfL Osnabrück, der einen ganz starken zweiten Tag spielte, den Kürzeren.
Im Duell um Platz drei legte die Auswahl Hannover-Land Ost gegen Hannover 96 einen Blitzstart hin: Nach einem perfekten Angriff über Paul Bock und Fabio Di Michele-Sanchez traf Amoro Diedhiou zum 1:0 (3.). Das Team hätte in dieser furiosen Auftaktphase sogar auf 2:0 erhöhen können, nutzte allerdings die zwei guten Abschlusschancen nicht. Danach allerdings übernahmen die „Roten“ die Initiative. Die 96er, die sich als das spielstärkste Team des Turniers präsentierten, drückten mächtig aufs Tempo. Und die Jungs aus Thönse wirkten auf einmal verunsichert, hatten extreme Schwierigkeiten, sich zu befreien. Wäre nicht Keeper Adrian Grubesic in Gala-Form gewesen, hätten die Landeshauptstädter diese Partie bereits in der regulären Spielzeit für sich entschieden. Den Treffer zum 1:1 konnte aber auch er nicht verhindern (10.). Die Mannschaft vom Stützpunkt Hannover-Land Ost stemmte sich in der Schlussphase mit Leidenschaft und Kampfgeist gegen die drohende Niederlage, ließ aber bei ihren Kontern die nötige Präzision vermissen. Zwei Minuten vor Schluss bot sich dem Außenseiter dann doch noch die Riesenchance, mit dem 2:1 den Sieg klar zu machen. Doch Fabio Di Michele-Sanchez traf nach einem tollen Spurt und Solo die falsche Entscheidung: Anstatt allein vor dem Keeper selbst den Anschluss zu suchen, versuchte er, den mitgelaufenen Baris Alatas in Position zu bringen. Der hatte aber zum einen die schlechtere Schussposition und zum anderen einen Gegenspieler vor sich. So blieb es beim 1:1 – und das Neunmeterschießen musste entscheiden.

Und in diesem wurde Ost-Keeper Adrian Grubesic endgültig zum Matchwinner. Nachdem sein Teamkollege Amoro Diedhiou den ersten Schuss übers Tor gesetzt hatte, hielt der Keeper dem Druck stand und parierte den ersten Neunmeter geradezu sensationell. Danach traf Gabriel Michalek sicher zum 2:1. Auch den zweiten Versuch der Roten fischte sich Grubesic in Klassemanier. Danach erhöhte Paul Bock auf 3:1. Obwohl 96 noch einmal verkürzen konnte, war der Sieg den Jungs aus Thönse nicht mehr zu nehmen: Denn Nico Bahrs versenkte seinen Neunmeter eiskalt zum 4:2-Endstand.
Zur Belohnung gab es für die zwölf Jungkicker Bronzemedaillen. Zum Team gehörten außer den Jung aus Langenhagen noch Adrian Grubesic (JFV Calenberger Land) und Lukas Müller (MTV Mellendorf). Der eigentlich vorgesehene Lluis Cendon (TSV Godshorn) hatte Pech und verletzte sich beim Warmmachen. Für ihn sprang der zuvor lange verletzte Paul Bock ein, der ursprünglich nur zum Anfeuern angereist war.
Für etliche seiner Schützlinge hatte Stützpunktcoach Michelssen, der zugleich NFV-Jahrgangstrainer ist, noch ein Extrabonbon parat: Nach Gabriel Michalek, Paul Bock, Fabio Di Michele-Sanchez und Nico Bahrs bekamen auch Jona Renner, Amoro Diedhiou und Levin Rodehau eine Einladungen zu einem der nächsten NFV-Sichtungslehrgänge.