Frühes Aus im Kreispokal

1:3 – Sparta scheitert beim Karten-Festival

„Ich habe nach 15 verteilten Karten aufgehört zu zählen, so etwas habe ich in vielen Jahrzehnten im Fußballgeschäft noch nicht erlebt!“ Spartas Klub-Chef Dieter Schwarz, der sonst eher zur Besonnenheit neigt, war beim Abpfiff des Zeitrunden-Pokalspiels nach exakt 100 Spielminuten mehr als angesäuert. In der Tat hatte die Begegnung zwischen den gerade wieder in die 2. Kreisklasse aufgestiegenen Gastgebern und der nach dem Abstieg völlig neu formierten Elf vom Silbersee einen alles andere als normalen Verlauf. Und dies betraf weniger die dargebotenen sportlichen Leistungen der Kicker, die sich beiderseits zwar einen engagierten jedoch nicht unfairen Pokal-Fight lieferten. Als Hauptdarsteller übernahm der Unparteiische vom TSV Berenbostel die Regie in einer Art und Weise, die sowohl bei Spartas neuem Coach Jamal Miri als auch seinem TSV-Pendant, Dietmar Knaak, mehrfach die Zornesader anschwellen ließ. Negativer Höhepunkt aus Sicht der Schwarz-Gelben eine Ampelkarte für Angreifer Yigit Arslan, der kurz vor Ende der regulären Spielzeit ohne vorherige Verwarnung vom Platz musste. Nicht überraschend, dass die Buchführung des Schiris angesichts der vielen Eintragungen wohl etwas durcheinander geraten war. Auch Mannschaftsführer Tufan Akca bekam die völlige Kopflosigkeit noch zu spüren (90.+4) und ebenfalls Gelb-Rot. Die Begleitumstände an diesem schwül-warmen Nachmittag haben zweifellos dazu beigetragen, dass die Spartaner mit einem Fehlstart in die neue Saison gestartet sind, allerdings offenbarten sich auch unübersehbare Schwächen in allen Mannschaftsteilen. Dabei verlief der Start nahezu optimal, denn bereits in der fünften Minute konnte sich Yigit Arslan als Torschütze auszeichnen. Eine weite Hereingabe von Danijel Toroman verwertete er entschlossen am zweiten Pfosten. Mit diesem Vorsprung verflachte bei den Miri-Schützlingen der zunächst demonstrierte Elan und dennoch schien man jederzeit das Geschehen unter Kontrolle zu haben, ohne allerdings zwingende Angriffsaktionen zu kreieren. Die Hausherren agierten aus einer verstärkten Defensive und versuchten mit schnellen Kontern ihr Glück. Einer dieser Vorstöße brachte TSV-Angreifer Axel Arnold in gute Schussposition (28. Minute) und der bis dahin beschäftigungslose Benjamin Hotze in Spartas Gehäuse war geschlagen. Hier machte es sich wohl negativ bemerkbar, dass in der Kreisklasse keine Schiri-Assistenten an der Linie stehen, denn der Torschütze dürfte im Abseits gestanden haben. Als Kleinburgwedels Jan-Christian Bunte nach einer halben Stunde für ein Foul an der Mittellinie die Ampelkarte erhielt, glaubte im Lager der Silbersee-Elf wohl jeder an eine Vorentscheidung auf dem Weg in die nächste Pokalrunde.
Danach sah es zunächst auch bis Mitte der zweiten Halbzeit aus, in der Sparta dominierte, es jedoch nicht gelang, das gut gestaffelte gegnerische Abwehrbollwerk zu knacken. Passspiel und Laufwegen fehlte es an Präzision und so manch gut gemeinter langer Ball fand in der Spitze keinen Abnehmer. Ein allseits überraschender Pfiff des inzwischen völlig überforderten Unparteiischen bescherte dem TSV in der 67.Minute aus unerfindlichen Gründen einen Strafstoß. Christian Sterzik ließ sich diese Chance nicht entgehen und erzielte das 2:1. Alle Bemühungen, dieser Partie nochmals eine Wende zu geben, scheiterten an den nun leidenschaftlich kämpfenden Platzherren. Auch in der zehnminütigen (!!) Nachspielzeit, in der sich auch Keeper Hotze in das Strafraumgeschehen einschaltete, gelang es nicht zumindest ein Elfmeterschießen zu erreichen. Im Gegenteil, Einwechselspieler Nils Stobinski erhöhte in letzter Sekunde noch auf 3:1.
Das erste Punktspiel führt Sparta am kommenden Sonntag zur Reserve des TSV Havelse, ebenfalls Absteiger der Vorsaison. Sicherlich gleich ein echter Prüfstein und Gelegenheit die Pokalschlappe vergessen zu machen. Spielbeginn 15 Uhr an der Hannoverschen Straße in Garbsen.
Aufstellung: Benjamin Hotze; Aaron Mehrbakhsh, Tufan Akca, Taufick Saado (70.Minute Alex Peil), Danijel Toroman, Rinaz Ossmann, Iskener Karaca (46. Minute Bilel Khlifi), Kai-Steven Lawrence, Jonas Tekeste, Cem Erhan, Yigit Arslan.