Führung, Fehler, falsche Pfiffe?

In drei Minuten kippt das Spiel des TSV KK in Barsinghausen

Nach dem dritten Teil der Gastspiel-Trilogie musste der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide in der Fußball-Landesliga mit leeren Händen heimfahren. Beim TSV Barsinghausen unterlag das Team
vom Waldsee mit 1:2. Dabei hatten sich Krähen für das dritte Auswärtsspiel in Folge einiges vorgenommen. Beim Mitaufsteiger vom Deister sollte unbedingt gepunktet werden. Der Meister der Bezirksliga drei lag in der Tabelle nur einen Rang vor dem Meister aus Staffel zwei und wies dort ein Torverhältnis von 16:16
auf. So werden sich die Zuschauer im Barsinghäuser Waldstadion auf eine weitere torreiche Partie gefreut haben.
Kaum hatte das Spiel begonnen, da gab es jedoch bereits eine Schrecksekunde für den TSV KK und seinen mitgereisten Anhang. Philipp Schmidt zog sich in einer der ersten Szenen des Spiels eine Verletzung zu und musste mehrere Minuten behandelt werden. Danach biss er jedoch auf die Zähne
und schlug sich 70 Minuten durch. Auf dem Platz entwickelte sich eine erste Halbzeit, die die Krähen als das stärkere der beiden Teams sah und nach 16 Minuten die erste gute Torchance hatte. Nach einer Flanke von Andrè Ulrich rückte Giovanni Costa in gute Schussposition, Barsinghausens Torhüter Kevin Kitsch bereinigte die Situation jedoch. Kurz danach ging ein Schuss von Philipp Schmidt über das Tor. Die Heimmannschaft blieb weit in der eigenen Hälfte und beschränkte sich meist auf Defensivarbeit. Dieses taten sie so konsequent, dass zeitweise eine Fünferkette aufgebaut wurde. Wenn Barsinghausen dann doch einmal offensiv wurde, dann entstanden durchaus gefährliche Aktionen. So bei der ersten Gelegenheit in der 22. Minute, als Robert Just oben links über das Tor schoss. Aber die Krähen schlugen als erstes zu: Hatte Costa kurz zuvor noch Pech, als Kitsch ihm einer Torchance mit einer Hand entraubte, so brachte die 24. Minute die verdiente Gästeführung. Wladislaw Schmidt sah, dass Kitsch zu weit vor seinem Tor stand und hob den Ball über den Keeper. Kurz vor der Linie sprang das Spielgerät noch einmal auf, ehe Schmidt ihm in Nachsetzen per Kopf Hilfestellung für die weitere Flugbahn in die gegnerischen Maschen gab. Der TSV KK lag verdient vorne. Dass diese Führung auch beim Halbzeitpfiff Bestand hatte, war das Verdienst von Schlussmann Jan-Hendrik Helms, der einen stark getretenen Freistoß von Thorsten
Gräler kurz vor der Pause mit einer Glanzparade aus dem Winkel fischte.
Aus rot-blauer Sicht konnte man mit der ersten Halbzeit sehr zufrieden sein.
Die zweite Hälfte begann, und plötzlich drehte der TSV Barsinghausen auf. Vom Wiederanpfiff an berannte die Heimelf das Tor der Krähen. In der 51.Minute gelang der Ausgleich. Nach Vorarbeit von Andre Brockmann war Robert Just der Torschütze. Damit nicht genug. Bereits in Minute 54
legte Barsinghausen nach und ging durch Jannes Wittkohl mit 2:1 in Führung. Barsinghausen hatte es geschafft, das Spiel innerhalb von drei Minuten zu drehen.
Eine ungewöhnliche Szene spielte sich dann in der 71.Minute ab. Philipp Schütz kam zu Fall, zwei Barsinghäuser beschimpften ihn lautstark, und der Linienrichter hob die Fahne. Der Schiedsrichter zeigte Barsinghausens Refat Hasso daraufhin Rot. Als Schütz danach jedoch angab, dass kein Foul vorgelegen habe, nahm der Unparteiische den Platzverweis wieder zurück. Es blieb im Modus Elf
gegen Elf, und die Krähen fanden in den letzten 20 Minuten wieder zu ihrem Spiel. Von der Bank war durch die Einwechslungen von Torben Koschinsky, Lauri Schwitalla und dem nach monatelanger
Verletzungspause mit großer Freude wieder empfangenen Adrian Zimmermann viel Schwung gekommen. Und beinahe hätten zwei Eingewechselte für den umjubelten Ausgleich gesorgt.
Nach einer tollen Vorarbeit von Koschinsky kam der Ball zum am langen Pfosten lauernden Lauri Schwitalla, der gekonnt einschoss. Dem Jubel über das vermeintliche Tor folgte jedoch umgehend
Ernüchterung – der Treffer wurde wegen einer Abseitsstellung nicht gegeben. Eine Entscheidung, die äußerst fragwürdig war und von vielen Besuchern stark angezweifelt wurde. Das Glück hatte die Krähen nun verlassen. Marc Ulrich traf nach einem Freistß von Sebastain Helms die Latte, und
Adrian Zimmermann scheiterte ebenso knapp am Ausgleichstreffer. Zudem hatte so mancher in der letzten Szene der Partie ein Handspiel eines Barsinghäusers in dessen Strafraum gesehen. Ein Elfmeterpfiff blieb jedoch aus. Nach einer langen Nachspielzeit ertönte dann in der 97.Minute der Schlusspfiff. Nun geht es für den TSV Krähenwinkel/Kaltenweide endlich wieder auf heimischen
Geläuf weiter. Am nächsten Sonntag, 4. Oktober beginnt um 15 Uhr das mit Spannung erwartete Duell mit dem Tabellenfünften TSV Burgdorf. Nach vierwöchiger Heimspiel-Abstinenz hofft das Team auf viele Zuschauer.

Mannschaft: J. Helms, S. Helms, Heider, A. Ulrich, Döpke, Schütz, Mücke (ab 75. Zimmermann), P. Schmidt (ab 70.Schwitalla), W. Schmidt (ab 60.Koschinsky), Costa, M. Ulrich Trainer: Schülke
Tore: 32.0:1 Wladislaw Schmidt, 51.1:1 Robert Just, 54. 2:1 Jannes Wittkohl