Geehrt, gefeiert und am Ende bleibt Frust

2:3 – Spartas Cem Ugur Tekin im Wechselbad der Gefühle

Wenn ein Schiedsrichter zusätzlich zum elektronischen Spielbericht noch einen Sonderbericht verfasst, bedeutet dies in den meisten Fällen nichts Gutes. Anders war der Fall gelagert anlässlich des Heimspiels der Spartaner von Mitte August gegen TSV Bokeloh. Damals würdigte der Unparteiische ausdrücklich ein besonders faires Verhalten von Cem Ugur Tekin, der trotz eines regelwidrigen Einsatzes seines Gegenspielers im Strafraum den Abschluss suchte, jedoch letztlich scheitere ohne danach vehement zu protestieren und einen Strafstoß zu fordern. Staffelleiter Hennig Wolters überreichte dem überraschten Spieler der Platzherren als Anerkennung nun vor dem Heimspiel einen Ball sowie ein Badelaken. Eine zweifellos außergewöhnliche Auszeichnung, die Cem Ugur hocherfreut entgegen nahm.
Man hatte danach den Eindruck, dass dieses Vorspiel stimulierende Wirkung auf das gesamte Team der Schwarz-Gelben hinterließ, denn der Gegner aus dem Garbsener Ortsteil wurde zunächst tief in die eigene Hälfte gepresst. Dank hoher Laufbereitschaft und energischem Zweikampfverhalten entwickelte sich bei hochsommerlichen Temperaturen eine Partie, die bei Spartas Anhang Hoffnungen auf einen sehnsüchtig erwarteten Heimsieg aufkommen ließen. Und es passte irgendwie zu dem Drehbuch dieser Begegnung, dass ausgerechnet besagter Cem Ugur Tekin diesen Wünschen Auftrieb verlieh. In der 24.Minute fasste er sich ein Herz und zog aus etwa zwanzig Metern ab. Der fulminante Schuss landete für den sich vergeblich streckenden SV-Keeper Marek Hanebuth unhaltbar zum 1:0 im Netz. Eine Führung, die zu diesem Zeitpunkt hochverdient war. „Seid wach und spielt ruhig weiter“, mahnte Spartas Coach Jamal Miri an der Seitenlinie, wissend, dass die vom ehemaligen Hannover 96-Profi Jürgen Siegel trainierte Gäste-Elf über einen torgefährlichen Angriff verfügt. Und in der Folgezeit bestätigte sich diese Tatsache zusehends, zumal es die Hausherren, vielleicht auch der Hitze und dem hohen Anfangstempo geschuldet, nun etwas ruhiger angehen ließen. Frielingens Christopher Nagel stand in der 32.Minute völlig frei und verzog aus kurzer Distanz, zeigte jedoch knapp zehn Minuten später größere Cleverness und drückte einen von Ilyes Khlifi nach vorn abgewehrten Ball locker zum 1:1-Ausgleich über die Linie. Die leichte Unordnung in Spartas Deckung wäre durch Philipp Wegner vor dem Pausenpfiff fast noch mit einem weiteren Gegentor bestraft worden, was allerdings den bisherigen Spielverlauf auf den Kopf gestellt hätte.
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, in welcher sich die Spartaner zunehmend durch einseitige Schiedsrichter-Entscheidungen benachteiligt sahen. Mannschaftsführer Lukas Lichtenstein, als Sechser wieder einmal mit vorbildlichem Einsatz unterwegs, war ebenso wie seine Nebenleute mehrfach Zielscheibe harter Zweikämpfe im Mittelfeld, ohne dass diese sanktioniert wurden. Im Gegensatz dazu legte der Referee von der SG 1874 Hannover gegenüber den Hausherren einen wesentlich kritischeren Maßstab an. So erhielt Tekin in der 68.Minute für einen Rempler im Zweikampf völlig überzogen die gelbe Karte und Ümit Topal wegen seiner Rückfrage zu dieser Entscheidung ebenso. Unmittelbar zuvor war Frielingen durch Nagel wie aus dem Nichts in Führung gegangen. Mit den Einwechselungen von Turan Topal, bereits gegen Bokeloh erfolgreicher Joker, sowie erstmals Ersin Piskin sollte eine Schlussoffensive gestartet werden. Diese wurde jäh unterbrochen, als der ebenfalls kurz zuvor bei den Gästen gekommene Michael Frantz einen Konter zum 1:3 abschloss (90. Minute).
Ümit Topal gelang in der dritten Minute der Nachspielzeit noch das Anschlusstor. Zu mehr reichte es dann aber nicht, auch, weil Tolga Candir in allerletzter Sekunde mit seinem Kopfball um wenige Zentimeter scheiterte.
Beim Tabellenneunten TSV Schloß-Ricklingen steht den Spartanern am Sonntag ein weiterer schwerer Gang bevor. Die Gastgeber haben zuletzt zwei Niederlagen gegen die Spitzen-Teams Türkay-Sport Garbsen und TSV Kolenfeld einstecken müssen und weisen derzeit nur zwei Zähler mehr als die Elf vom Silbersee auf. Spielbeginn an der Buschriede in Garbsen 15 Uhr.

Aufstellung Sparta: Ilyes Khlifi; Omar Diako (82.Min. Turan Topal), Pascal Peuss, Bilel Khlifi, Lukas Lichtenstein, Dachas Doski, Cem Ugur Tekin, Celim Sögüt (58.Min. Deniz Karacam), Tolga Candir, Ümit Topal, Cem Erkan (83.Min. Ersin Piskin).