Geschwister Fischer überzeugten

André Breitbarth (links), Olympia-Teilnehmer, gab Fabio Fischer Trainingsimpulse.

Fabio Fischer besteht Prüfung zum ersten Dan

In mehrfacher Hinsicht war der Dezember für das Judo-Geschwisterpaar Fabio und Fiona Fischer aus Godshorn ein erfolgreicher Jahresabschluss 2016. Zunächst durfte Fabio bei der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft der U18 in Frankfurt/Oder, an den Start gehen. Als Norddeutsche-Vizemeister stellte sein Verein das Judo-Team-Hannover die einzige qualifizierte männliche niedersächsische Mannschaft.
Danach schloss sich traditionell zum Saisonausklang das mit 800 Teilnehmern sehr gut besuchte internationale Turnier der Bremen Open an. Neben dem bundesweit starkbesetzten Teilnehmerfeld, sowie Judokas aus Schweden und den Niederlanden war in diesem Jahr auch eine Delegation aus Japan zu Gast. In der mit 24 Kämpfern in der U18 am stärksten besetzten Gewichtsklasse bis 66 Kilogramm verlor Fabio Fischer nur einen Kampf im Halbfinale gegen den späteren Turniersieger Ginji Tomihara aus Japan. Zusammen mit dem Schweden Anton Jäderblom belegte er somit hinter der japanischen Doppelspitze einen hervorragenden dritten Platz.
Am nächsten Tag ging seine zwölfjährige Schwester Fiona Fischer in der U15 an den Start. In der Gewichtsklasse bis 40 Kilogramm kämpfte sie sich mit vorzeitigen Siegen souverän in das Finale vor. Hier wurde es im Kampf gegen die amtierende Norddeutsche-Meisterin Gappel nochmals spannend. Da beide Mädchen ausgeglichen und stark auftraten kam es in der regulären Kampfzeit zu keiner Entscheidung. Erst in der Verlängerung im Golden Score konnte Fiona das Finale für sich entscheiden und somit die Goldmedaille gewinnen.
Als krönenden Jahresabschluss durfte sich der erst 16-jährige IGS-Schüler Fabio am Olympiastützpunkt in Hannover noch der Prüfung zum ersten Dan (schwarzer Gürtel), dem Meistergrad im Judo stellen. Neben dem Training übte er in den letzten Monaten mehrmals pro Woche mit seinen Partnern die verschiedenen Elemente. Die wohl größte Hürde zum Meistergrad, stellte die Nage-no-kata; einer Demonstration von 30 Wurftechniken in einer strikt vorgegebene Reihenfolge dar, die intensiv geübt wurde. Weiterhin wurden auch noch verschiedene Wurf- und Bodentechniken sowie weiteres judospezifisches Wissen in Theorie und Praxis abgefragt. Das dreiköpfige Prüfungskomitee, bestehend aus Sven Loll (sechster Dan, leitender Landestrainer des NJV, Silber-Medaille bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul), Jutta Milzner (fünfter Dan, Kata-Referendin des NJV und Bundes-Kata-Wertungsrichter) und Joachim von Pawelz (dritter Dan, verantwortlich für die Prüfungsvorbereitung) bescheinigten Fabio nach der mehrstündigen Prüfung das Bestehen. Er ist somit berechtigt, den schwarzen Gurt zu tragen.
Nach einer kurzen judofreien Pause über die Feiertage sind Fabio und Fiona nun bereits wieder unterwegs. Mit einer 20 köpfigen Auswahldelegation des NJV bereiten sie sich im Internationalen Trainings Camp in Rotterdam auf das neue Jahr vor.