Höchste Abstiegsgefahr am Silbersee

Kullerball durchgelassen, Sparta patzte gegen direkten Konkurrenten

Was vor knapp zwei Wochen nach dem 4:1-Erfolg im Fußballspiel gegen Poggenhagen fast undenkbar schien, ist nun doch zur bitteren Gewissheit geworden. Die Spartaner befinden sich nach der unerwarteten Schlappe auf heimischen Gelände in einer äußerst prekären Situation. Nicht nur, dass die Niederlage gegen einen unmittelbaren Konkurrenten doppelt schmerzt, nein, auch das zweite noch vom Abstieg bedrohte Team aus Dedensen konnte durch einen Überraschungssieg beim Aufsteiger Türkay Sport wertvollen Boden gutmachen. Nun kommt es am Sonntag zu einem wahren Herzschlag-Finale, denn am letzten Spieltag treffen die vier Mannschaften am Tabellenende in direkten Duellen aufeinander. Während der SV Scharrel mit dem bereits als Absteiger feststehenden Team von Inter Burgdorf wohl eine vermeintlich leichte Aufgabe zu lösen hat, geht es für die Schwarz-Gelben beim SV Dedensen um alles. Bei einem Remis könnte man die Gastgeber zwar hinter sich lassen, jedoch würde dann wohl der eventuelle Relegationsplatz drohen. Ein derartiges Szenario ist Sparta noch in unguter Erinnerung, endete es vor zwei Jahren doch mit dem Abstieg aus der Kreisliga. Für Spannung ist also hinreichend gesorgt.
Eigentlich sollte die Partie gegen die Elf aus dem Neustädter Ortsteil zu einem definitiven Befreiungsschlag beim Kampf gegen den Abstieg werden. War der Gegner doch zuletzt personell arg gebeutelt, was erst kürzlich zu einem Nichtantritt in Kolenfeld und einer 0:5-Tore-Wertung führte. Diesmal trat man vollzählig an und machte schnell deutlich, dass die Punkte nicht einfach abgeschenkt werden sollten. Gleich der erste Eckstoß nach sieben Minuten verursachte Unruhe in Spartas Deckung, zum Glück traf der aufgerückte Pascal Knuth nur den Pfosten. Keine sechzig Sekunden später stellte der torgefährlichste SV-Angreifer, Julian Homann, unter Beweis, warum er für seine Mannschaft unverzichtbar ist. Seinem Treffer zum 0:1 ging geradezu eine Fehlerkette bei Sparta voraus. Gegen den satten Schuss aus halblinker Position war Hafez Hasso machtlos. Die Antwort blieben die Miri-Schützlinge nicht lange schuldig. Der Coach selbst legte mit einer präzisen Flanke auf den Kopf von Cem Erkan den Grundstein für dessen sehenswerte Vollendung zum Ausgleich in der 13. Minute. Die Spielfreude des Torschützen wurde nach 23 Minuten jäh gestoppt, als er im Zweikampf unglücklich stürzte und sich dabei eine schmerzhafte Verletzung im Fußgelenk zuzog. Der frühe Ausfall bedeutete eine fatale Schwächung des Angriffs, zumal auch der 15-fache Torschütze Ümit Topal nicht dabei war. Firat Esmeray kam in das Spiel, allerdings mit dem Handicap zuvor bereits neunzig Minuten in der Reserve am Ball gewesen zu sein. Vielleicht hätte er ohne diese Belastung in der 36. Minute besser gezielt, so blieb diese Chance ungenutzt und das weitgehend niveauarme Spiel ging mit einem leistungsgerechten Remis in die Pause.
Mit frischem Elan schienen die Spartaner nach Wiederanpfiff zu starten. Keine zwei Minuten waren gespielt, als nacheinander Arber Musliu und Rinaz Ossman gute Einschussmöglichkeiten vergaben. Das vorübergehend engagiertere Auftreten der Elf vom Silbersee entpuppte sich allerdings als Strohfeuer und endete bereits in der 50. Minute. Spartas in den vergangenen Wochen so überzeugender Mann mit der Nummer eins, Hafez Hasso, unterlief ein folgenschwerer Fehlgriff. In bester Slapstick-Manier ließ er einen Kullerball von Jobst Thieße zwischen den Beinen zum 1:2 in das Tor gleiten. Keine Frage, dieser Treffer wirkte geradezu lähmend und führte zu allgemeiner Verunsicherung. Scharrel hatte es leicht, die Spartaner in Schach zu halten und vergab bei hochkarätigen Chance durch Homann sowie Marvin Bremer ein Ausbau der Führung. Auf der Gegenseite fand ein Tor von Mahmut Topal wegen einer umstrittenen Abseitsentscheidung keine Anerkennung, man schrieb bereits die 78. Minute. Das letzte Aufbäumen der Schwarz-Gelben war dann mehr von Hektik denn von durchdachtem Spielaufbau geprägt. Bilel Khlifi prüfte SV-Keeper Marc-Kevin Zinn noch mit einem Schuss von der Strafraumgrenze (87. Minute) und als Diako Omar aus kurzer Entfernung das Leder am Tor vorbei bugsierte war Spartas Niederlage perfekt.
Nun hofft man, dass die Verletzung Cem Erkans bis zum Wochenende abklingt und auch Ümit Topal wieder zum Team stößt. Zusammen mit dem ebenfalls nicht einsatzbereiten Cem-Ugur Tekin sind diese drei Spieler immerhin für 36 Saisontore (von 54) verantwortlich.
Die Partie beim SV Dedensen wird um 15 Uhr im Seelzer Ortsteil, Am Sportplatz 1, angepfiffen. Sparta hofft auf rege Unterstützung durch die eigenen Anhänger.
Aufstellung: Hafez Hasso; Dachas Doski, Turan Topal, Ersin Piskin (60. Minute Diako Omar), Emre Yaz, Arber Musliu, Mahmut Topal, Rinaz Ossman (65. Minute Pascal Feuss), Bilel Khlifi, Jamal Miri, Cem Erkan (25. Minute Firat Esmeray).