Holger Gehrmann beim TSV KK geschasst

Fußball-Landesligist wechselt nach einem Jahr erneut den Trainer

(ok). Ein Jahr nach der Entlassung des langjährigen Coaches Bastian Schülke ist auch die Uhr für Joachim Gehrmann als Trainer des Fußball-Landesligisten TSV Krähenwinkel/Kaltenweide abgelaufen. Mit ihm muss Co-Trainer Michael Habyrka gehen. Krähen-Urgestein Andreas Pawlow wird die Landesligamannschaft, die bereits neun Punkte auf einen Nichtabstiegsplatz hat, bis zur Winterpause interimsmäßig zusammen mit Timo Schmidt übernehmen, gibt am Sonntag in Pattensen sein Debüt an der Linie und wird auch gegen den SV Ramlingen/Ehlershausen, MTV Almstedt, Koldinger SV und den FC Eldagsen die Mannschaft coachen. Dann muss jedoch ein neuer Übungsleiter her. "Wir haben bisher nur mit Andreas gesprochen", versichert Jung. Der 46-jährige Pawlow hat schon viele Teams im Verein trainiert, sich in der jüngsten Vergangenheit auf Frauenfußball beim TSV KK konzentriert. Für Jung ist es die letzte Möglichkeit, das Ruder noch einmal herumzureißen. Pawlow und der neue Coach soll das "Aushängeschild des Vereins" unbedingt in der Landesliga halten. Jetzt ist die Mannschaft in der Pflicht, ihre Landesligazugehörigkeit zu beweisen. Abteilungsleiter Oliver Jung und seinem Team ist der Schritt offensichtlich nicht leicht gefallen, aber "irgendeinen Tod musst du sterben." Als Mensch sei Holger Gehrmann super, immer top engagiert. Ein Punkt aus den letzten drei Spielen sei aber einfach zu wenig gewesen, und auch der Auftritt in Lehrte habe Jung und seinen Vize Torsten Schmidt nicht gerade optimistisch gestimmt. Null Torchancen und null Tore seien keine Empfehlung. Vor dem Spiel in Wetschen seien 15 Punkte als Ziel ausgegeben worden. Jetzt heißt es für Pawlow und Schmidt nach der Eichhörnchenmethode den bisherigen sechs Punkten noch möglichst viele hinzuzufügen. Der Klassenerhalt in der Landesliga hat für Oliver Jung und seinem Führungsteam oberste Priorität. Eine Alternative zur Trainerentlassung – etwa der Gang mit dem "guten Mann" in die Bezirksliga. Jung: "Dann hätte ich unter Umständen eine unzufriedene Mannschaft gehabt und drei oder vier Leistungsträger den Verein verlassen." Dem Trainer habe er vor dem Wetschen-Spiel noch den Rücken gestärkt, aber letztendlich sei in den vergangenen Wochen zu wenig gekommen. Am Ende greifen offensichtlich überall die gleichen Mechanismen – egal, ob erstklassige Bundesliga oder sechstklassige Landesliga. Bei Misserfolg muss der Trainer gehen, auch wenn es menschlich wohl gestimmt hat. Der TSV KK hat das Kapitel Holger Gehrmann, der bei seinen vorherigen Stationen Co-Trainer beim Lokalrivalen SC Langenhagen war und als Cheftrainer in Letter entlassen worden ist, jedenfalls abgehakt, nimmt ab sofort die Gespräche mit diversen Kandidaten für den Sessel des Cheftrainers am Waldsee auf. Und auch ein neuer Stürmer soll nach Informationen des ECHO zur Winterpause kommen. Interimstrainer Andreas Pawlow wird dann nicht mehr am Ruder sein – für ihn gilt aber im Gegensatz zu seinen beiden Vorgängern immer noch das Motto des TSV KK "Einmal Krähe – immer Krähe".