„Ich habe großen Respekt vor der Rückrunde“

Benjamin Chatton im Exklusiv-Interview

Seit gestern befindet sich Benjamin Chatton bei der Handball Weltmeisterschaft in Katar. Vor dem ersten Gruppenspiel der deutschen Mannschaft spricht der Geschäftsführer der TSV Hannover-Burgdorf im Interview mit www.die-recken.de über die erste Saisonhälfte der RECKEN. „Der Blick auf die Tabelle gibt einem ein fast gutes, aber auch trügerisches Gefühl“, erklärt Chatton. Zudem äußert sich der 33-Jährige zu den Aussichten der Deutschen Handballnationalmannschaft bei der WM und gibt einen Ausblick auf den zweiten Saisonteil sowie die Weichenstellungen im RECKEN-Kader in der Spielzeit 2015/2016.
Benjamin Chatton über…
…Fazit der ersten Saisonhälfte
Wir haben es auch in dieser Hinrunde wieder geschafft, viele Spiele in der Endphase zu drehen oder noch Punkte zu holen, welche schon fast verloren waren. Auswärts haben wir bei zwei Aufsteigern verloren, so dass das Fazit gemischt ausfällt. Der Blick auf die Tabelle gibt einem ein fast gutes, aber auch trügerisches Gefühl. Mit der Hypothek der noch ausstehenden Spiele wäre ein größeres Punktepolster gut.
…Höhepunkte in der Hinrunde
Die Auswärtspunkte in Hamburg oder Berlin waren zu den jeweiligen Zeitpunkten unerwartet und dadurch natürlich positiv.
…Rückschläge, die DIE RECKEN hinnehmen mussten
Sicherlich die Verletzungen. So hat uns die Verletzung von Mait Patrail konzeptionell sehr stark gefordert, auch Torge Johannsen fehlt als Typ auf dem Spielfeld. Insgesamt war die Mannschaft durch Verletzungen nicht nur quantitativ stark gefordert, es könnten alle betroffenen Spieler aufgezählt werden.
… Bewertung der drei Neuzugänge
Sven-Sören Christophersen und Kai Häfner haben jeweils nur eine sehr kurze Eingewöhnungszeit benötigt und sind schnell zu Leistungsträgern geworden. Bei Olafur Gudmundsson wäre eine Bewertung in seinem ersten Jahr verletzungsbedingt nicht fair.
… den schweren Spielplan der RECKEN und die Erwartungen an die Mannschaft in der zweiten Saisonhälfte
Zunächst wünsche ich mir, dass wir eine höhere Trainingsleistung durch weniger Verletzungen erreichen können. Es gilt den Blick nach oben nicht zu verlieren, aber bei unserem Spielplan auch möglichst schnell Punkte zu sammeln, um bei vier Absteigern überhaupt nicht ins Strudeln geraten zu können. Ich habe sehr großen Respekt vor der Konstellation der Rückrunde.




…die WM in Katar
Ich werde zu Beginn der WM in Katar sein, um für uns Gespräche zu führen und mir ein Bild vor Ort zu machen. Vielleicht ergibt sich sogar ein Blick über den "Handball-Teller" hinaus in eine - für mich - (noch) neue Umgebung.
…die Aussichten der deutschen Nationalmannschaft
Sie kann ohne Druck aufspielen und positiv auf sich und somit den Handball in Deutschland aufmerksam machen.
…den möglichen Imageschaden durch die TV-Übertragung der Handball-WM bei Sky
Warum Imageschaden? Es gibt manchmal Konstellationen die sind wie sie sind. Die Übertragungen werden weniger Reichweite erzielen, dennoch erwarte ich eine hochwertige Produktion und vielleicht sogar den ein oder anderen neuen Impuls. Zukünftig muss versucht werden, Rahmenbedingungen für eine Weiterentwicklung unseres Produktes sicherzustellen. Und das klingt zunächst einfach, ist aber wesentlich anspruchsvoller als es vermutlich scheint.
…einen Aufmerksamkeitsverlust für Hannover durch die fehlende WM-Teilnahme von Christophersen und Ziemer
Beiden Spielern hätte ich eine WM-Teilnahme natürlich gegönnt, da sie, genau wie Kai Häfner, für uns eine sehr gute Hinrunde gespielt haben. Juan Andreu wird unser WM-RECKE sein und uns gut vertreten.
…den Stand der Personalplanungen für die Saison 2015/2016
Ich bin zuversichtlich, dass wir bis zum Start der Rückrunde weitere Weichen stellen und das Profil der RECKEN für die neue Saison vervollständigen können.
…Aktivitäten der RECKEN auf dem Transfermarkt
Grundsätzlich sind wir immer aufgefordert Entwicklungen zu beobachten und zu reagieren. Sicherlich sind Positionen auf denen Verträge auslaufen mehr im Fokus als andere, was aber auch nichts ausschließt. Wie bei jeder Zusammenarbeit geht es darum, dass beide Seite mit einem Lächeln zum Training gehen und das auch weiterhin so ist.