In Poggenhagen war nichts zu holen

Schwache Sparta-Leistung bei 0:3-Niederlage

Auf dem harten Boden der Realität findet sich der Aufsteiger vom Silbersee nach drei Spieltagen in der neuen Fußball-Kreisliga-Umgebung wieder. Zwar erscheint es noch zu früh, um bereits von einem Fehlstart zu sprechen, aber zumindest die in den beiden Auswärtsspielen abgelieferten Auftritte von DJK Sparta waren ernüchternd. Acht Gegentoren steht lediglich ein eigener Treffer, und dieser auch noch vom Gegner erzielt, gegenüber. Wo ist sie geblieben - die Angriffs-Power des Vorjahres, als man zum gleichen Zeitpunkt beeindruckende zwanzigmal erfolgreich war? Natürlich wurde in Poggenhagen Cem Erkan verletzungsbedingt schmerzlich vermisst, und auch der kurzfristige Abgang von Yigit Arslan, der nun seine Tore in Harenberg schießt, ist nur schwer zu kompensieren. Klar erkennbar allerdings auch, dass Ümit Topal, letztjähriger Rekord-Torschütze, die Unterstützung seiner Nebenleute fehlt, um seine Gefährlichkeit vor dem gegnerischen Tor wie zuvor zur Geltung zu bringen. Coach Jamal Miri, nach einem Verkehrsunfall mit einer Lendenwirbelverletzung außer Gefecht, war sichtlich angefressen ob der Leistung seines Teams und sehnt nun die Rückkehr einiger Urlauber und Rekonvaleszenten herbei.
Mit zehnminütiger Verspätung wurde die Partie auf der wohl größten Spielfläche im Kreis Hannover-Land vom Unparteiischen Edwin Sylla aus Gehrden angepfiffen; bei den Gastgebern war man auf der Suche nach einem Torwart erst spät fündig geworden. Im Verlauf der neunzig Minuten sollte diese Personalie jedoch, anders als vielleicht erhofft, keine als Achillesferse darstellen. Wie sich zeigen sollte, vermieden es die Spartaner weitgehend, das Talent des TSV-Ersatz-Keepers herauszufordern.
Unterhaltsame Fußball-Kost bekamen die Besucher bei unbeständigen Witterungsbedingungen nur höchst selten geboten. Poggenhagen besaß zwar die größeren Spielanteile, ohne daraus zunächst Kapital schlagen zu können. Auffällig jedoch, dass Sparta auf den Außenpositionen in der Defensive merkliche Lücken offenbarte, vielleicht lag es ja auch an der ungewohnten Dimension des Spielfeldes?
In der 19.Minute fasste sich der torgefährlichste TSV-Angreifer, Kamil Adamus, ein Herz und zog von der Strafraumgrenze flach ab. Eigentlich der erste wirkliche Schuss auf das von Hafez Hasso gehütete Gehäuse und prompt das 1:0! Die Schwarz-Gelben führten, gemeint waren leider die Hausherren, deren Vereinsfarben identisch mit jenen der Spartaner sind. Die ganz in schwarz aufgelaufene Miri-Truppe antwortete mit dem ersten Eckball nach zwanzig Minuten, auch ein Indiz dafür, dass der Vorwärtsdrang sich in Grenzen hielt. Nur wenig später das 2:0 durch einen Kopfball von Leto Staszewski, der nach einer Ecke erfolgreicher agierte als zuvor die Silbersee-Elf in ähnlicher Situation (23.Minute). Bis zum Gang in die Kabinen tat sich danach beiderseits herzlich wenig. Poggenhagen hatte in einen Ergebnisverwaltungs-Modus geschaltet, während Sparta sich bemühte aber kaum einmal in die Box, sprich gegnerischen Strafraum, vordrang.
Der zweite Abschnitt sah zwar ein nun aktiveres DJK-Team, aber es fehlte an Effizienz und spielerischem Potenzial, um dieser Partie eine Wende zu geben. In der Vorwärtsbewegung vermisste man Tempo und Passgenauigkeit, einzig ein Freistoß von Ümit Topal nach gut einer Stunde bedeutete eine ernsthafte Torgefahr für den ansonsten beschäftigungslosen Marwin Rössing im Tor der Gastgeber. Als Jamal Miri zwanzig Minuten vor dem Abpfiff mit einer taktischen Umstellung auf Dreierkette das Signal zu verstärkter Schluss-Offensive gab, nutzte Poggenhagen einen schnellen Konter gar zum 3:0 durch den eingewechselten Tobias Lübbert. Weniger positiv fiel Spartas Einwechselspieler Devin Kasumovic auf, der in der 91.Minute noch eine Ampelkarte kassierte.
Im kommenden Heimspiel gegen die Reserve von TuS Garbsen stehen die Spartaner unter Erfolgszwang. Der Gegner rangiert mit zwei Pluspunkten auf dem 14. Tabellenplatz. Um nicht gleich unten hängen zu bleiben, ist ein Sieg Pflicht. Spielbeginn an der Emil-Berliner-Straße, Sonntag, 15 Uhr.

Aufstellung Sparta: Hafez Hasso; Pascal Feuss, Bilel Khlifi, Cem Ugur Tekin, Diako Omar, Saado Taufick (59.Minute Deniz Karacam), Lukas Lichtenstein (70.Minute Devin Kasumovic), Celim Sögüt, Tolga Candir, Ümit Topal, Rinaz Ossman (74.Minute Turan Topal).