Internationaler Vergleich im Judo

Fabio Fischer zeigte beim Bremen Masters starke taktische Leistung.

Fabio Fischer bei den Bremen Masters

Nun fanden in Bremen die Internationalen Masters für die männlichen U18er (Cadetten) und U21er (Junioren) im Judo statt. Bei diesem weltweit, einzigartigen und hochkarätigem Turnier gingen insgesamt 1.050 Judoka aus 27 Nationen an den Start.
Der Wettkampf gilt für zahlreiche Jugend-Nationalmannschaften als Bestimmungs- und Qualifikationsturnier für die anstehenden Nominierungen zu den diesjährigen Europa- und Weltmeisterschaften. So trafen sich unter anderem die Nationalmannschaften aus Brasilien, Japan, Kasachstan, Kanada, Großbritannien, Niederlande, Frankreich, Puerto Rico, Tschechei sowie viele internationale und nationale Judoverbände in den Bremer Messehallen.
Auch der Godshorner Fabio Fischer mit dem Team vom Niedersächsischen Judoverband war dabei. In der Gewichtsklasse bis 66 Kilo ging es für den 16-Jährigen am Sonnabend zunächst in der U18 auf die Tatami. Mit 92 Teilnehmern war diese Gewichtsklasse am stärksten besetzt. Fabio Fischer zeigte sich an diesem Tag in Bestform. Im Auftaktkampf gegen Gandia aus Puerto Rico bezwang er vorzeitig seinen Gegner im Haltegriff am Boden mit Sankaku. Im zweiten Kampf warf er den Niederländer Pluim bereits nach 1:18 Minute mit Uchimata Ippon. Danach traf er auf den Belgier Kagermanov, dem er kurz vor Ende der regulären Kampfzeit durch einen dritten Shido den Sieg durch Hansokumake abrang. Im vierten Kampf musste er sich dann allerdings am Ende der vierminütigen Kampfzeit mit einer kleinen Wertung dem Niederländer Hensens geschlagen geben. Da auf Grund der großen Teilnehmerzahl nach dem sogenannten "brasilianischen System" gekämpft wurde, musste Fabio Fischer nun auf einen Poolsieg des Niederländers hoffen, um selbst in die Trostrunde zu kommen und um eine Platzierung weiter kämpfen zu können. Leider verlor dieser jedoch gegen den späteren Drittplatzierten Portella aus Brasilien, so dass Fabio Fischer aus dem Wettbewerb ausschied.
Am Sonntag standen die Wettkämpfe der Junioren an. Fabio Fischer wollte ohne Erwartungsdruck in der höheren Altersstufe Erfahrungen sammeln und stellte sich hier ebenfalls in der bis 66-Kilo-Klasse dem unwesentlich kleineren Teilnehmerfeld von 88 Mitstreitern. Im ersten Kampf traf er mit Wu, auf ein Mitglied der Kanadischen Junioren-Nationalmannschaft. Der Kampf war ausgeglichen und ging über die normale Kampfzeit in den Golden Score, den Fischer nach 6:25 Minuten durch taktische Überlegenheit für sich entscheiden konnte. Motiviert durch den Sieg und die Unterstützung seiner Verbandkollegen und Trainer ging er in den zweiten Kampf des Tages. Hier wartete mit Murtazaliev ein Monegasse auf ihn, den er ebenfalls durch taktisches Kämpfen bezwang. In der nachfolgenden Begegnung mit dem 20-Jährigen Schweden Rezae, fehlte es dann leider doch noch an Erfahrung, und Fischer verlor, ärgerlicherweise mit einer kleinen Wertung. Nun hies es, wie am Tag vorher auf einen Einzug in die Trostrunde hoffen, was ihm leider verwehrt war.
Mit insgesamt fünf Siegen an den beiden Tagen kann der junge Judoka aber mehr als zufrieden mit seiner Leistung sein.
Nach den beiden Wettkampftagen schloss sich noch ein dreitägiges internationales Trainingscamp in den Bremer Messehallen an. Hier bestand in zahlreichen Randori-Einheiten nochmals die Möglichkeit, sich mit den anderen Nationen zu messen, Neues auszuprobieren und sich für zukünftigen Herausforderungen, wie dem in zwei Wochen anstehenden Europa Cup in Teplice zu wappnen.